Wie funktioniert die PKV?

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4 Antworten

Hallo,

nach § 257 SGB V zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss von 50% zur PKV, aber maximal 295,65 Euro zur Kranken- und 41,51 Euro zur Pflegeversicherung.

Bei Rentnern zahlt die Rentenversicherung 50% der PKV-Beiträge, aber maximal 7,3% aus der gesetzlichen Rente (PV-Beiträge sind komplett vom Rentner zu tragen).

Diese Regelungen bedeuten in der Praxis, dass bei einer günstigen PKV der Versicherte die Ersparnisse mit dem Arbeitgeber bzw. der Rentenversicherung zu 50% teilen muss. Wenn die PKV teurer ist oder wird als die GKV-Beiträge, trägt der Versicherte die Mehrkosten zu 100% alleine.

Man sollte vor Vertragsabschluss die jeweiligen monatlichen Einnahmen für das ganze Leben durchspielen: in der GKV sind die Beiträge immer einkommensabhängig, in der PKV nie: Frührente? Elternzeit? Altersrente? Kurzarbeit? Stufenweise Wiedereingliederung nach längerer Kranheit (ggf. wird dann auch kein Krankentagegeld gezahlt), Auszeit wegen Studium, Zweitstudium oder aus anderen Gründen .... 

Beiträge sind in der PKV immer pro Person zu zahlen: auch für Kinder, Stiefkinder, nicht berufstätigen Ehegatten, der kein Arbeitslosengeld (mehr) bezieht ...

Der Arbeitgeber hat zum 1.1. zu prüfen, ob die jeweilige Versicherungspflichtgrenze (2015: 4575 Euro monatlich) für das abgelaufene Jahr und das folgende Jahr überschritten wird. Wenn ja, kann man sofort kündigen und in die PKV wechseln. Sonst gilt später eine Kündigungsfrist von 2 vollen Kalendermonaten.

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

 

RHWWW 25.10.2015, 21:16

Danke für den Stern!

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1. Die PKV macht Rücklagen um den Beitrag in späteren Jahren geringer zu halten. Aber trotzdem können die Beiträge im Alter sehr ansteigen. Ich bin froh in früheren Jahren zurück gewechselt zu sein. Der höhere Beitrag hat sich schon wieder bezahlt gemacht.

2. Der Beitrag, den ein Angebot der PKV enthält ist der Gesamtbeitrag.

3. Der Arbeitgeber darf steuerfrei den halben Beitrag erstatten, natürlich nur bis zum Höchstbetrag des Arbeitgeberanteils zur gesetzlichen GKV.

4. Die Wechselfrist ist meines Wissens die Kündigungsfrist.

Hallo, der von der PKV ausgewiesene Beitrag ist natürlich der Gesamtbeitrag, der Arbeitgeber zahlt davon die Hälfte bis maximal den Betrag, der er bei einem gesetzlich Versicherten zahlen würde.

Bei Überschreiten der JAEG kann ohne Kündigungsfrist gewechselt werden, wird dieser Zeitpunkt versäumt, ist die Kündigungsfrist der Kasse einzuhalten.

Das wichtigste: Ein Wechsel in die PKV aus Beitragsgründen rechnet sich bei lebenslanger Sicht selten und sollte nicht das entscheidende Kriterium sein. Vor allem ist vor Billigtarifen zu warnen, die das Niveau der GKV mit Mühe erreichen und/oder zu knapp kalkuliert sind (was natürlich kein Laie erkennen kann).

Viel Glück

Barmer

Als Rentner bin ich heute über 30 Jahre privat krankenversichert. Aus damaligen 220.- DM sind heute 650.- Euro monatlich geworden. Dieser Beitrag ist seit 5 Jahren unverändert. Aufgrund des inzwischen vorhandenen Zinsniveaus, dass auch die PKV's trifft, rechne ich aber bald wieder mit einer erheblichen Erhöhung.

Ich hatte damals einen guten Berater, der mit empfohlen hat, die ersparten Beiträge so anzulegen, dass die hohen Beiträge im Alter daraus ausgeglichen werden können. Ich habe das dann über eine LV mit damalig guter Garantieverzinsung und steuerfreier Auszahlung gemacht. Heute klappt das natürlich mit der guten Verzinsung und der steuerfreien Auszahlung nicht mehr. Man müsste sich also was Besseres einfallen lassen.

Solange man gesund ist, werden häufig Beiträge zurückerstattet. Ich würde derartiges bei finanziellen Überlegungen nicht berücksichtigen. Nur deswegen einen Arzt nicht aufzusuchen, erzeugt ein latentes Risiko einer dann schwereren Erkrankung.

Wie schon geschrieben wurde, trägt der AG anteilig die Hälfte des Beitrages der GKV. Allerdings endet das natürlich spätestens mit dem Eintritt ins Rentnerleben. Die Rentenversicherung übernimmt bei mir heute 7,3% aus der Rente. Der Pflegeversicherungsbeitrag ist von mir in voller Höhe zu zahlen. Hierzu gibt es einen Zuschuss.

Und wenn Du micht jetzt fragst, ob ich der Meinung bin, dass alles richtig gemacht zu haben: Ja, habe ich richtig gemacht. Die Vorteile sind, insbesondere wenn man altersbedingt auch mal häufiger zum Arzt muss, nicht von der Hand zu weisen. Allein die schnellen Termine und die freie Arztwahl (viele gute Ärzte behandeln nur noch Privatpatienten) möchte ich nicht missen. Auch die Möglichkeit, auf alternative Behandlungsmethoden zu setzen, macht doch einiges aus.





gammonwarmal 21.09.2015, 21:12

Der Pflegeversicherungsbeitrag ist von mir in voller Höhe zu zahlen. Hierzu gibt es einen Zuschuss.

Muss natürlich heißen:

Der Pflegeversicherungsbeitrag ist von mir in voller Höhe zu zahlen. Hierzu gibt es keinen Zuschuss.

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