Wie funktionieren teilreplizierende und voll replizierende ETF?

1 Antwort

Replizierende ETFs legen einen signifikanten Teil der Papiere des zugrundeliegenden Index in ein Sondervermögen und bilden die Performance darüber realistisch ab. Das müssen bei einem S&P 500 natürlich nicht 500 Werte sein, sondern vielleicht nur die 50 größten, die die insgesamte Performance bis auf ein paar Ticks bestimmen. Dann läßt man den Tracking Error, der dadurch entsteht, entweder stehen oder besorgt sich über Einkünfte aus Wertpapierleihe oder Derivate die Korrektur, damit der Index besser abgebildet wird.

Synthetische ETFs bzw. swap-basierte ETFs beschaffen sich im Prinzip irgendwelche Wertpapiere (in einem DAX-ETF können also auch z.B. nur japanische Aktien liegen) und suchen sich einen Swap-Partner, mit dem sie die Performance ihres Portfolios gegen die des DAX tauschen. Performt also der Portfolio besser als der DAX, so bekommt der Swap-Kontrahent eine Zahlung - performt der Portfolio schlechter als der DAX, bekommt der ETF eine Zahlung. Diese Swaps dürfen im Wert max. 10% des Sondervermögens ausmachen.

Swap-basierte ETFs haben daher i.a. einen geringeren Tracking Error als rein replizierende und außerdem etwas geringere Kosten als replizierende, da weniger oft umgeschichtet werden muss. Swap-basierte ETFs können durch die veränderte Struktur auch Steuern optimieren, d.h. Zins- und Dividendengewinne ähnlich wie bei Tracker-Zertifikaten in Kursgewinne des ETFs wandeln, d.h. somit anstelle der jährlichen Besteuerung eine Endbesteuerung bei Veräußerung bewirken.

Lies Dir mal die Verlaufsunterlagen entsprechender ETFs von iShares und Lyxor durch bzw. schau Dir die ETFs in Bezug auf ihre Bestände an: ishares.de und lyxoretf.de.

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