Wie erklärt sich das sehr unterschiedliche KGV von Aktien?

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1 Antwort

KGV ist ein abgeleiteter Wert, der den Kurs und die Gewinnerwartung in Relation setzt. Die Gewinnerwartung ist eine Schätzung. Da ist schon mal die erste Unsicherheit. Es gibt Aktien, die Verluste schreiben und dennoch gut an der Börse laufen. Deren KGV ist negativ. Diese Aktien dürfte ja niemand kaufen wollen, oder?

Aktien werden letztendlich auf Basis von Spekulationen über die Zukunft gehandelt. Verschiedene Anleger werden diese Zukunft unterschiedlich einschätzen bzw. unterschiedliche Zusammenstellungen ihrer Portfolios vornehmen, um bestimmte Chancen zu nutzen und Risiken zu vermeiden. Diese Einschätzung ist individuell.

Es materialisiert sich dennoch ein Sektor- oder Regionen-Trend heraus, denn viele Großanleger gehen ähnlich in der Bewertung von Aktien vor.

Werte mit stärkeren Wachtumsperspektiven können höhere KGVs vertragen, da diese ja in der Zukunft sich wieder angleichen werden, wenn die Gewinne stimmen. Verfehlt jedoch ein Unternehmen seine Prognosen, geht es hier schnell abwärts. Das gilt auch für ganze Länder, wie man derzeit an China sehr hübsch sehen kann.

Höheres Wachstum geht jedoch i.a. auch mit höheren Risiken einher, d.h. man muß die Sicherheit eines Versorgers, einer Telekom oder eines Pharmakonzerns mit den Chancen von Tech-Unternehmen, innovativen Dienstleistern oder exportstarken produzierenden Unternehmen vergleichen.

Daher stimmt Deine Faustformel schon, denn höheres Wachstum rechtfertigt höhere Bewertungen, aber es sind auch die Risiken einzuschätzen.

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