Wie aussagekräftig sind Testurteile z.B. von Stiftung Warentest, Finanztest, Focus Money?

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6 Antworten

Nun, hier einmal ein Beispiel zur "Qualität" von Stiftung Warentest zum Thema Betufsunfähigkritsversicherung. (Der folgende Link verweist auf einen externen Blog eines Makler und ist keine Werbung und auch nicht mein Blog.

http://www.helberg.info/blog/2013/06/finanztest-berufsunfaehigkeitsversicherung-test-2013-avanti-dilettanti/

Was war passiert? Stiftung Warentest hat BU Versicherungen getestet. Der Kollege Helberg hat diesen Test dann im Detail auseinander genommen. Viele Makler und Versicherungsberater haben die Analyse dann ergänzt. Die Diskussion wurde sehr fachlich geführt. Auf Facebook wurde diese dann weitergeführt. Kein geringerer als Herr Tenhagen - Chef von Stiftung Warentest - hat sich dann auch persönlich geäußert und Stellung bezogen.

Das Ergebnis spricht Bände. Alles nachzulesen in dem obigen Blog. Welche Rückschlüsse Du dann für Dich ziehst, bleibt Dir dann selbst überlassen.

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Kommentar von LittleArrow
15.01.2014, 22:30

Das war die berühmte Eintagsfliege der Stiftung Warentest.

Ich hatte Deine Antwort mit dem sinnvollen Hinweis auf Helberg schon erwartet. Nur, Deine Schlussfolgerung sehe ich so:

Wenn Du mal drei Punkte in Flensburg bekommst, wird Dir ja nicht auch gleich der Führerschein entzogen.

Leider ist es ja so, dass es außer Stiftung Warentest und öko-Test keine auf diesem Niveau brauchbaren Vergleichszeitschriften gibt. Und dem Urteil eines einzigen Fachmannes möchte man sicherlich auch nicht unbedingt folgen;-)

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Das kommt darauf an. Stiftung Warentest und Finanztest sind meines Wissens unabhängig und prüfen irgendetwas. Nicht, daß ich den Prüfern eine besondere Kompetenz oder dem Ergebnis eine besondere Relevanz für Anlageentscheidungen beimessen würde... aber eben unabhängig.

Bei Focus Money gibt es Sponsoren. Man findet beispielsweise bestimmte Fondsgesellschaften im Anzeigenteil oder auch mit Kolumnen vertreten. Deren Fonds könnten dann zufällig auch besprochen werden oder Gegenstand von Vergleichen sein.

Da werden dann Fonds empfohlen, die nach irgendwelchen Kriterien "gut" sein sollen. Die meisten solchen Fondsvergleicher freuen sich ja ganz enorm über 2014. Nun sind nämlich (2013, 2012, 2011, 2010, 2009) endlich die schlechten Performancedaten aus 2008 und bald vom Anfang 2009 weg, so daß die Performance von Fonds, die kräftig in der Finanzkrise abgestürzt sind (vielleicht -50%) und sich danach wieder mäßig erholten (z.B. +50%), ja wirklich toll aussieht. +50% klingt doch gut... auch wenn eben +100% nötig gewesen wäre, um auf die alten Niveaus zu kommen. Aber wer schaut sich schon 10-jährige Charts an - zumal manche Portale diese gar nicht anbieten.

Man kann sich solche Fondsvergleiche und Ratings zu Gemüte führen und überlegen, was man damit anfangen will - aber wirklich Anlageentscheidungen treffe ich nach eigener Analyse. Nicht anhand von Sternchen, Smilies, Buchstaben oder Kringeln, die irgendjemand vergibt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, daß die hochdekorierten Fonds vielleicht zum Teil ihre beste Zeit hinter sich haben und von der Vergangenheit leben.

Und ja, wer Testergebnisse verwenden will, muß diese lizenzieren. Siehe beispielsweise Stiftung Warentest hier: http://www.test.de/unternehmen/werbung/

Mit irgendetwas wollen diese Leute ja auch ihr Einkommen bestreiten :-)

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  • Auf Testsiegel, die auf einem Produkt stehen wuerde ich solange nichts geben, bis ich den Test gelesen habe und den Kontext kenne. Im schlimmsten Fall ist das Siegel 10 Jahre alt und bezieht sich auf einen unwesentlichen Teilaspekt oder einen von Banken/Versicherungen gesponserten Test.

  • Die Antwort auf die Einzelfragen ist unteschiedlich je nach Testsiegel.

  • Stiftung Warentest/ FInanztest ist am ehesten als unabhaengig zu bezeichen. Zu beachten ist, dass sich bei komplexen Produkten die Empfehlungen auf Modellkunden beziehen. Die eigenen Beduerfnisse koennen davon abweichen. Und natuerlich machen die auch mal Fehler.

  • Wen mehr Leute Finanztest lesen wuerden sie bessere Produkte und Geldanlagen haben. Da die Makler dann aber weniger Provision haetten, ist es nicht ueberraschend dass diese hier auf die Stiftung einpruegeln und jeden Fehler den sie machen ausschlachten.

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Seit dem BU-Test der Stiftung Warentest im letzten Jahr spreche ich dem Verein jegliche Kompetenz auf dem Gebiet ab.

Kollege Hellberg wird sich dran erinnern.

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Stiftung Warentest/ Finanztest würde ich als neutral einstufen, Focus Money sicherlich nicht. Das Problem ist bei beiden, dass man sich fragen muss, wie gut das Finanz-Know-How ist.

Focus Money wird von Journalisten verfasst. Ob die sich mit Finanzen und Anlagen wirklich auskennen? Ich machte mal den Test vor Jahren und habe deren Empfehlungen auf eine Watchlist eingetragen. Das Ergebnis war nicht berauschend - oder anders: meine laienhafte Auwahl lief über Jahre besser.

Finanztest wird sich weniger aus dem Fenster lehnen und denen traue ich mehr Kompetenz zu, aber auch hier wäre ich skeptisch. Aussagen zu Finanzprodukten können nicht zukunftsgerichtet sein. Und darin liegt das Problem. Ein Invest richtet sich an die Zukuft, die Aussagen sind vergangenheitsbezogen (wenn es um börsenorientierte Anlagen geht).

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