WG Hartz4

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8 Antworten

erstmals Danke für die Antworten....wie gesagt der Vater des Kindes ist die meiste Zeit auf Montage und höchstens einmal im Monat für zwei Tage in der Heimat... er hat ja seine eigene Wohnung ...die ja eigentlich sinnlos ist da er sich hier kaum aufhält... Das Jobcenter könnte auch so oft hier schauen können wie es möchte er würde eh nicht hier sein....den Tipp hatte mir eine Kollegin gegeben bei der ihrer Freundin läuft es ähnlich... da beziehen Beide Hartz4 und haben ein gemeinsame Kind und haben eine WG gegründet...jeder hat separat einen Mietvertrag und es klappt wohl so...darum ist mit die Idee gekommen. Das der Vater des Kindes eh nicht großartig ne Wohnung braucht und noch Unterhalt zahlen muss wär es für uns eine Erleichterung...durch das Elterngeld Kindergeld und Unterhalt werde ich sicher auch weniger Hartz4 bekommen weil dies alles angerechnet wird und wenn die Miete noch auf uns beide geteilt wird würde ich auch weniger Miete zahlen müssen aber gut...deshalb hab ich mal nach gefragt...Lieben Dank nochmals für die Antworten

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Kommentar von Gaenseliesel
16.04.2013, 23:47

ja ich denke auch, zumindest im ersten Jahr geht dein Plan auf.

wer kann heute denn schon wissen, ob eure Beziehung überhaupt diesen Zeitraum stand hält ? Keiner !

Das Verhältnis, so wie Du eure Beziehung beschreibst, ist alles andere als gefestigt und kann derzeit keinesfalls als eheähnliches Zusammenleben gewertet werden.

Zum Anderen, wenn ihr keine gemeinsame Haushaltskasse habt, Du nicht über seine Finanzen verfügst und umgekehrt, ihr euch lediglich die Wohnung teilt, sind dies allenfalls Gegebenheiten einer WG.

Alles Gute ! K.

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Ob man nun für den vorliegenden Fall zahlen will oder nicht, steht hier eigentlich nicht zur Debatte, sondern wie die Regeln beim Jobcenter sind. Da werden zwei Dinge eine Rolle spielen:

  1. Die Höhe deiner Einnahmen (ohne Hartz4). Der Vater deines Kindes wird Unterhalt zahlen müssen. Die Höhe hängt von seinem Einkommen ab. Das wird schon einmal beim ALG2 Antrag mit berechnet. Wenn er viel verdient, wird dies dementsprechend die ALG2-Leistungen minimieren.

  2. Die Sache mit der WG. Zwei Menschen, die sich wirklich nur den Wohnraum teilen, werden nicht als Bedarfsgemeinschaft angesehen und das Amt will auch nicht wissen, was der Mitbewohner verdient. Im Gegenzug kann natürlich auch nicht die Gesamtmiete mit angegeben werden, sondern nur der Teil, den du und dein Kind bewohnst. Du würdest also weniger Geld zur Miete erhalten. Aber mir ist ehrlich gesagt schleierhaft, wie du dem Amt verklickern willst, dass dein Mitbewohner der Vater deines Kindes ist, ihr aber nicht zusammen seid. Ich glaube, es gibt sogar eine Klausel, wo erklärt wird, was eine Bedarfsgemeinschaft ist und da waren Eltern von gemeinsamen Kindern mit erwähnt, bin mir aber nicht sicher. Ich glaube eben nicht, dass das Amt euch nicht als Bedarfsgemeinschaft anerkennen wird. Damit würde das gesamte Einkommen deines Freundes mitberechnet und dementsprechend würdest du kein oder nur wenig ALG2 bekommen.

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§7 Abs.3a SGBII gibt vor, wer eine BG ist und wer nicht. Diverse Gerichtsurteile haben diesen Paragraphen jedoch ziemlich aufgeweicht, weswegen es kaum noch möglich ist, zwischen BG und WG zu unterscheiden. Aber: Das betrifft eher das Zusammenleben zwischen 2 Personen. Ein Sonderfall ist hier die Tatsache,daß ihr Nachwuchs erwartet. Denn der o.g. Paragraph besagt auch,daß diejenigen eine BG darstellen,die mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben...und das wurde von Gerichten bislang noch nicht nennenswert gekippt. Anders gesagt: Wenn ihr ohne Kind in einer Wohnung zusammenleben würdet, könntet ihr es dem Amt vielleicht noch klarmachen,daß ihr wirklich nur eine WG und keine BG seid.....aber euer kommender Nachwuchs ist rechtlich gesehen ein ziemliches Problem, wenn es darum geht, weiter eine WG sein zu wollen. Es schließt sich rechtlich ganz einfach aus.

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Versetze dich bitte in meine Lage:

Da ist eine Frau, die kriegt von jemandem ein Kind, mit dem sie sich gut versteht und mit dem sie auch zusammen leben und vielleicht noch mehr Kinder haben will. Der jemand hat einen Job, bei dem er normal verdient und noch jede Menge Spesen bekommt.

Und ich soll jetzt für die Frau und das Kind Sozialhilfe bezahlen.

Würdest du das an meiner Stelle wollen oder mehr vermuten, dass es, wenn ich einen solchen Fall finanziere nur noch Kinder gibt, die in den exakt selben Verhältnissen aufwachsen??? Die normale Familie mit einer Hausfrau und Mutter stirbt aus und wird durch Hartz-4-Empfängerinnen ersetzt, die zwar genau wie in einer Familie mit dem Vater der Kinder zusammenleben, sich aber von mir finanzieren lassen.

Auch wenn du das willst will ich das nicht und der Staat ist der selben Meinung. Entweder du wohnst mit dem Vater des Kindes zusammen und bist eine Bedarfsgemeinschaft oder der Staat muss kontrollieren dürfen, ob er nicht zufällig doch regelmäßig bei euch schläft und dann auf Missbrauch er- und die Leistungen aberkennen.

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Kommentar von EnnoBecker
16.04.2013, 15:00

Wie ich bereits in eigener Antwort ausführte:

Außer der Fragestellerin gibt es auch noch den Vater des Kindes. Der kann exakt dieselbe Position wie du vertreten:

Und ich soll jetzt für die Frau und das Kind Sozialhilfe bezahlen.

Warum soll er? Weil er der Vater des Kindes ist? Dafür bezahlt er Kindesunterhalt.

Oder um dich zu entlasten? Warum?

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Hallo, meiner Meinung kommt es hier bei Bearbeitung auf die evtl. Sicht der Behörde an. Die im Antrag gemachten Angaben lassen dann schließen auf :

  • eine Bedarfsgemeinschaft
  • eine Wohngemeinschaft oder
  • eine Einstandsgemeinschaft

    letztere ist maßgebend für die Einstufung und wird dann angenommen, wenn nachweisbar die Partner

  1. länger als ein Jahr zusammen leben oder

  2. mit einem gemeinsamen Kind zusammen leben oder

  3. Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder

  4. befugt sind, über Einkommen oder Vermögen des anderen zu verfügen,

Der Antragsteller also Du, musst ggf. die Punkte 1, 2 und 4 als Vermutung glaubhaft widerlegen, damit keine Einstandsgemeinschaft angenommen werden kann.

Zu der Möglichkeit der Kontrolle wurde hier schon etwas gesagt. Kontrollen werden tatsächlich gemacht !!! K.

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wer hat euch das den mit der WG geraten?

Du willst mit deinem besten "Kumpel" von dem du ein Kind haben wirst zusammen ziehen und du glaubst ihr könnt der Arge klar machen das das eine WG ist und keine Bedarfsgemeinschaft???

Ums mal ganz hart zu sagen - dein bester Freund wird sich freuen wenn er für das alles aufkommen darf und ich hoffe er verdient genug dann bekommst du kein Harz4 somit wäre der Allgemeinheit auch geholfen!

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Handelt es sich um ein gemeinsames Kind, werdet ihr allerspätestens ab Geburt als Bedarfsgemeinschaft gewertet werden müssen - eine WG ist schlichtweg nicht mehr möglich.

Nicht nur, dass dir dadurch der Alleinerziehendenmehrbedarf flöten geht, auch er wird unterm Strich und trotz Unterhalt deutlich weniger konsumierbares Einkommen übrig behalten als im Zweifel nach Düsseldorfer Tabelle.
Zudem werden bei der Angemessenheitsbeurteilung die Werte einer 3er-BG zu Grunde gelegt werden müssen, die deutlich unter denen einer WG aus drei oder eins plus zwei Personen liegen.

Ökonomisch auf jeden Fall ein schlechter Rat, den man dir da gegeben hat.

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Kommentar von EnnoBecker
16.04.2013, 15:42

Handelt es sich um ein gemeinsames Kind, werdet ihr allerspätestens ab Geburt als Bedarfsgemeinschaft gewertet werden müssen

Vielleicht habe ich das ja nur falsch verstanden.

Aber ich habe mehrere Kinder, und deren Müttern geht es - nun sagen wir mal.... unterschiedlich. Mir hat aber noch niemand angetragen, dass ich mit Mutter 1 und Mutter 3 jeweils eine BG bilde.

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Ich sehe das ein wenig anders als die beiden Schreiber vor mir.

Die moderne Sippenhaft namens "Bedarfsgemeinschaft" darf man nicht unterschätzen. Was genau eine Bedarfsgemeinschaft ist und was nicht, wird man anhand vieler Urteile, Kommentare und Verordnungen genau herausfinden müssen. Nur - eines ist klar: Daran, ob man mit dem Mitbewohner eine Beziehung führt oder nicht, knüpft die BG nicht an.

Ich halte es für falsch, den Vater des Kindes für deine Bedürftigkeit mit heranzuziehen, wenn es tatsächlich keine BG ist. An diesem Punkt steht er an derselben Stelle wie Rat2010 mit seiner Argumentation. Er muss dich genausowenig finanzieren wie Rat2010. Wohlgemerkt, wenn es keine BG ist.

Da aber, wie oben erwähnt, die Voraussetzungen für eine BG nicht klar umrissen sind (in derselben Wohnung zu wohnen allein ist noch keine BG), solltet ihr den Zusammenzug überdenken.

Von der Logik her:
Wenn ihr vor und nach dem Zusammenzug exakt dieselben Verhältnisse zueinander habt, kann allein aus dem Zusammenzug keine BG entstehen.

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Kommentar von VirtualSelf
16.04.2013, 15:19

Wenn ihr vor und nach dem Zusammenzug exakt dieselben Verhältnisse zueinander habt, kann allein aus dem Zusammenzug keine BG entstehen.

Das ist wohl korrekt; aber neben dem Zusammenzug tritt als Indiz für die BG-Vermutung das "gemeinsame Kind" hinzu (§ 7 Abs. 3 Nr. 3c SGB II i.V.m. § 7 As. 3a Nr. 2 SGB II).
Und in diesem Fall ist es faktisch nahezu unmöglich, vor Gericht - denn Sachbearbeiter und Widerspruchsstelle werden definitiv eine BG unterstellen - die BG-Vermutung zu widerlegen, da das nicht komplizierte unterhaltsrechtliche Fragen aufwerfen würde, sondern an die Substanz des SGB II-Rechts ginge.

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Kommentar von Rat2010
16.04.2013, 15:21

Für mich ergibt sich nur die Frage, wie viele Nicht-BGs es gibt, wenn das Teilen von Wohnung, Bad, Tisch, Bett, Kindern und so weiter kein Hinweis auf eine BG ist.

Ein Beispiel: manche haben, manche entwickeln den Willen - vollkommen unabhängig von Ihrer funktionierenden Beziehung und der Familie - finanziell auf eigenen Beinen stehen zu wollen. Warum sollte der Staat in dem Fall, dass Frauen finanziell auf eigenen Beinen stehen wollen, nicht deren Freiheit akzeptieren und finanzieren? Einfach, weil einer der beiden (im Zweifel der Nicht- oder Schlechterverdiener) das will?

Positiv betrachtet: das führt zur Lösung der Altersarmut-Problematik und wäre gut für die Wirtschaft! Nur können wir es uns wirklich leisten, für die Hälfte der Bevölkerung Sozialhilfe zu zahlen und wer soll dann die Arbeit von denen machen, deren Arbeit plötzlich nichts mehr zum Familienunterhalt beiträgt? Was machen wir mit den Ganzen psychischen Krankheiten, die sich langfristig aus der Aufgabenlosigkeit ergeben?

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