Wettbewerbsvorteile durch Nicht-Anwendung von Basel III?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Basel III zwingt den Banken auf, dass sie zukünftig statt 8 % mindestens 10,5% Eigenkapital hinterlegen müssen. Damit können die Banken weniger Kredite herauslegen.

Beispiel: Ein Bank hat 100 Mio. Kredite an Kunden begeben. Dann musste bisher sie 8 Mio. als Sicherungsreserve aus dem Eigenkapital hinterlegen. Mit Basel III sind es dann 10,5 Mio oder die Bank reduziert das Kreditvolumen auf ca. 76 Mio.

Das Kreditvolumen wird damit (durchschnittlich) um 25% für die Bank reduziert. Damit gehen auch 25% der Ertragsmöglichkeiten flöten. Auf jeden Fall kann eine Basel II-Bank erstmal billiger anbieten als eine Basel III-Bank.

Die Banken haben daran kaum Interesse. Sie müssten Geld ansparen, damit sie die Geschäfte normal weiterführen könnten. Geht zu Lasten der Boni und Dividenden.

Das Finanzsystem wird sicherer, weil bei einem Zahlungsausfall eben schlicht auch 25% mehr Sicherheitspuffer vorhanden ist. Außerdem werden die Kriterien verschärft, was genau zum Eigenkapital zählt. Ist alles ziemlich kompliziert, aber es läuft daraushinaus, dass a) mehr Geld hinterlegt wird und b) "besseres" Geld hinterlegt wird.

die Banken haben bei den neuen Regeln einige Möglichkeiten, die Kernkapitalquote anzupassen: durch (1) Kapitalerhöhung oder durch (2) Einbehalten der Gewinne. (1) verwässert die Aktien der Altaktionäre, wirkt also "abschreckend", (2) könnte Auswirkungen auf die Dividendenzahlung haben.

Wer hier nicht mitmacht, hat mglw aus Anlegersicht Vorteile. Man sollte auch sehen, dass durch die Aktion auch die Kreditvergabe leiden könnte. Wer nicht mitmacht, kann in der Zeit mehr Kredite vergeben.

So könnte die Argumentation sein.

Was möchtest Du wissen?