Wessen Schuld ist beim Zusammenstoß eines Fahrradfahrers (11 Jahre) mit dem Auto am Parkplatz?

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4 Antworten

Nicht so einfach!

Ich bin kein Juris, denke aber vor allem an den § 828 BGB

http://dejure.org/gesetze/BGB/828.html

Sie ist vom Alter her näher an den 10 Jahren, mit denen sie nicht zur Verantwortung gezogen werden kann als an den 18 Jahren des Absatz 3, bei denen die Einsicht zu prüfen ist.

Auf der einen Seite kann der Geschädigte nichts dafür, dass ihm sein Kind von der Seite sein Auto verbeult.

Auf der anderen Seite war es ein Kind, dem vielleicht nicht so bewusst war, wie schnell ein Auto in die Kreuzung einfahren kann und welches das rechts-vor-links noch nciht wie ein Erwachsener verinnerlicht hat (oder genauer haben sollte).

Der Besitzer hat keinen Anspruch gegen dich. Er muss ihn gegen deine schuldfähige Tochter stellen. Dein Anwalt - oder wenn es nicht vor gericht geht erst mal du - wird mit § 828 Abs. 3 BGB argumentieren. Wenn deine Tochter nicht aggressiv auftrit und sich dumm stellt (Töchter können das) kommt man damit wahrscheinlich durch.

Deiner Haftpflciht (ich komme zu Frage 2) würde auch erst mal aufstoßen, ob deine Tochter denn in dem Fall zur Rechenschaft gezogen werden kann. Käme sie zu dem Ergebnis, dass ja, würde der Schaden (da deine Kinder mitversichert sind) von dieser beglichen.

Also erstens ist es so, dass jeder jedem den Schaden zu ersetzen hat. Sie nicht, jedoch Ihr Kind dem Fahrer und der Fahrer Ihrem Kind. Zweitens sollte festgestellt werden ob Sie Ihre Aufsichtpflicht verletzt haben. Wenn nicht, sind Sie nicht schadenersatzpflichtig und der Fahrer wird bei dem Kind keine Forderung geltend machen können. Der bekannte Spruch "Eltern haften für ihre Kinder" ist in erster Linie nicht richtig. Eine andere Sache ist, die Schuldfähigkeit des Fahrers zu prüfen und ggf. Schadenersatz zu verlangen. Hierzu sollte ein Anwalt aufgesucht werden. Empfehlen würde ich dies vorallem wenn die Polizei vor Ort war und Sie nicht beschuldigte Sind.

Aus dieser Schilderung wird der Unfallhergang nicht klar, vermutlich ist das auch ziemlich strittig.

Also gibt es Zeugen ?

Gibt es Fotos ?

Warum wurde nicht die Polizei herbeigerufen ?

Wie schnell ist das Auto gefahren, wie schnell das Fahrrad ?

Warum wurde das Kind nicht vorsorglich ärztlich betreut ???

Diese Fragen müssen geklärt werden - außerdem ein 11-jähriges Kind ist nicht voll schuldfähig. Insofern sollte überhaupt gar nichts bezahlt werden, sondern mit der eigenen Interessenvertretung ggf. ein Anwalt beauftragt werden. Ich hoffe, du bist rechtsschutzversichert !!!

Im übrigen ist das auch der klassische Fall, wo ein Autobesitzer sein Vollkasko braucht !!!

Serebaj 19.04.2012, 11:16

Hallo und Danke für die schnelle Antworten! Nachdem ich angerufen worden, kamm ich sofort zur Unfallstelle. -Zeugen gibt es, laut FZG- Fahrer (Tel. -Nr. aufgeschrieben). -Fotos gibt es nur vom verbeultem Kotflügel. Als ich ankam, wurde das Auto von der Unfallstelle zur Seite gefahren. -Polizei kam nach mir (FZG stand schon an der anderen Stelle). Polizist war Jung und schlecht drauf ("...Warum wurden wir wegen solcher Kleinigkeit gerufen? Es wurde doch niemand verletzt. Das sollt ihr zwischen euch regeln.... "). - Dem Kind ist nichts passiert, tat nichts Weh, keine blauen Flecke, nur Schock. Hat sich später beruhigt, nochmals alles geschildert.

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Auf Parkplätzen gilt die Rechts vor Links - Regel überhaupt nicht; stattdessen gilt die gegenseitige Rücksichtnahme!

Des Weiteren gilt die erhöhte Betriebsgefahr des motorisierten Fahrzeugs.

Und abschließend sei gesagt, dass deine private Haftpflichtversicherung sich von vorn bis hinten (Ausgleich berechtigter Ansprüche und Abwehr unberechtigter Ansprüche) um den Fall gekümmert hätte. Nun wirst du streiten müssen und irgendwas zwischen 30 und 60 % des Kfz-Schadens tragen müssen.

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