Werbungskosten oder Außergewöhnliche Belastung?


24.07.2020, 19:37

Vielleicht ist auch noch wichtig, dass das Finanzamt sich zuerst geweigert hat, den Betrag für das Jahr, in dem er gezahlt werden sollte, anzurechnen, da er erst im nächsten Jahr von meinem Konto abgebucht wurde. Die Versicherung hat immer argumentiert, dass das in Ordnung gewesen sei. Nach ca. 1 1/2 Jahren wurde mein Steuerbescheid nachträglich geändert, der gezahlte Betrag doch mit als Zahlung berücksichtigt und die seinerzeit zuviel gezahlten Steuern erstattet. Das wurde vom Gericht als Beweis angesehen, dass meine Klage ohne rechtliche Grundlage war.

4 Antworten

Kosten eines Rechtsstreits können seit der letzten Gesetzesänderung - bis auf extreme Ausnahmen - nur noch dann im Rahmen der Einkommensteuererklärung angegeben werden, wenn sich der Rechtsstreit auf eine bestehende oder künftige Einkunftsart bezieht.

Beispiele:
Das eigene Arbeitsverhältnis (auch bei Selbständigkeit)
Als Vermieter
Als Betreiber der eigenen Solaranlage
Als künftiger Rentner

Das sind dann xxx-Werbungskosten bzw. xxx-Betriebsausgaben

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D.h. die Kosten eines Rechtsstreits können so gut wie niemals als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Es fehlen einige Informationen, aber man kann soviel sagen, bei Dir und einen Beratern, war auch einiges Unvermögen vorhanden.

Wenn es in Deinem Prozess gegen die Versicherung wirklich um die Frage ging (zumindest unteranderem) ass die Beiträge noch im alten Jahr anzuziehen sein, auch wenn sie erst im Folgejahr abgebucht wurden.

So hätte ein vernünftiger Anwalt (ich bin kein Anwalt, aber ein halbwegs talentierter Jurist), die Klage eingereicht und gleich das beantragt das Verfahren ruhen zu lassen, bis das endgültige Urteil über Deinen Einspruch ergangen ist. So hätte man auf jeden Fall sehr viel Gerichtskosten gespart.

Für einen Abzug als Werbungskosten fehlen mir ehrlich gesagt einige Details.

Nach ca. 1 1/2 Jahren wurde mein Steuerbescheid nachträglich geändert, der gezahlte Betrag doch mit als Zahlung berücksichtigt und die seinerzeit zuviel gezahlten Steuern erstattet. Das wurde vom Gericht als Beweis angesehen, dass meine Klage ohne rechtliche Grundlage war.

War es damit ja auch. Deshalb mein obiger Tipp. Schwacher Anwalt, dass er das nicht wusste.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Danke erstmal für die Antwort. Das ganze Verfahren war eine Katastrophe, auch mit Lügen von Seiten der Versicherung plus Inkompetenz des Finanzamtes, Anschuldigungen von der gegnerischen Anwaltschaft - liegt alles schriftlich vor, hat aber am Ende niemanden interessiert, vor allem das Gericht bei der Urteilsfindung nicht).

Jetzt geht es aber darum, ob ich die entstandenen Kosten etwas mildern kann, indem ich sie als Werbungskosten oder Außergewöhnliche Belastungen in meiner Einkommensteuererklärung angeben kann. Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der Kenntnis von solchen Steuersachen hat.

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@CashBox

Vielleicht schilderst du mal die inkompetenz des finanzamts.

Hier ist eine solche nur beim steuerberater zu erkennen.

Der hätte dir dagen müssen dass es weder das eine noch das andere ist.

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@Impact

Könnte ich machen, aber nicht in diesem Forum. Das ginge zu weit. Außerdem ist das Thema durch.

Jetzt geht es darum, ob bzw. wie ich die angefallenen Kosten steuerlich absetzen kann.

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Hallo CashBox,

könntest du bitte möglichst genau beschreiben worum es in dem Rechtsstreit zwischen dir und der Versicherungsgesellschaft ging.

Hat die Versicherungsgesellschaft (deiner Meinung nach) eine Bescheinigung falsch ausgestellt, die für deine Einkommensteuererklärung wichtig war?

Was hat die Versicherungsgesellschaft (deiner Meinung nach) falsch gemacht?

Warum war dieser (von dir behauptete Fehler) der Versicherungsgesellschaft für deine Einkommensteuererklärung "ungünstig"?

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Eine möglichst genau Beschreibung ist unbedingt erforderlich
um deine Problem zu erkennen und um deine Frage beantworten zu können.

In der Einkommensteuererklärung können und dürfen Ausgaben = Kosten
nur in dem Steuerjahr angegeben werden, in dem sie angefallen sind.

Angefallen = Bezahlt / Überwiesen wurden
Barzahlung = Tag der Geldübergabe
Überweisung = Wertstellungsdatum auf dem Kontoauszug

Nachweis:
Vorschriftsmäßige Rechnung + vorschriftsmäßige Barzahlungsquittung vom Bargeldempfänger oder Kontoauszug vom Kreditinstitut des Zahlenden)
ODER Beitragsbestätigung für das Finanzamt (von Versicherungen)

Das gilt auch für Anzahlungen, Anschlagszahlungen, Zahlungsraten, usw..

Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen, die bei der Frage von CashBox (so wie ich diese derzeit verstehe) nicht gelten.

Das gilt für alle Ausgaben/Kosten, egal ob
- Arbeitnehmer-Werbungskosten
- vorweggenommene Werbungskosten für Altersbezüge/Renten
- Sonderausgaben
- Außergewöhnliche Belastungen
- Betriebsausgaben
usw..

Ein "Nachholen" vergessener Angaben ist
nur innerhalb von einem Monat nach Erhalt des Einkommensteuerbescheides für das jeweilige Steuerjahr
mit einem Einspruch gegen den jeweiligen Einkommensteuerbescheid möglich.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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