Wer trägt meine Anwaltskosten bei gewonnenem Verfahren, wenn die Gegenseite nicht zahlen kann?

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6 Antworten

Dein Anwalt wurde von dir beauftragt und hat aus eurem Vertragsverhältnis heraus Anspruch auf seine Vergütung.

Ob sich Zahlungen der Gegenseite verzögern, Rechtsmittel eigelegt wurden oder Geld garnicht erst nicht erst beigetrieben werden kann, ist ihm eher völlig egal.

Das hat er dir natürlich verschwiegen und allenfalls nur ganz beiläufig erklärt, als er dein Mandat übernahm. Mit Unterschrift unter der Prozessvollmacht hast du - entgegen deiner Erklärungen - Zahlungspflicht übernommen - da beisst die Maus keinen Faden ab :-(

Seine Forderung besteht zweifellos zu Recht und ich kenne niemanden, der Ratenzahlung kategorisch ablehnt und Forderungen so schnell vollstrecken lässt wie ein RA :-(

G imager761

DerBee: Ich melde mich nochmals mit einem weiteren Aspekt auf den ich durch die Internetseite des Weissen Ring e.V. aufmerksam gemacht worden bin: Wenn der Nebenklage ein Rechtsvertreter beigeordnet worden ist, dann sind dessen Kosten Gerichtskosten und damit ohnehin von der Staatskasse zu tragen:

www.weisser-ring.de/internet/landesverbaende/berlin/landesverband-berlin/service/nebenklage/index.html

Ich kenne weder die Gerichtsakte im vorliegenden Fall noch habe ich die Kostenrechnung Deines Rechtsanwalts vorliegen. Mir fällt inzwischen aber eine Sache auf, die Du vertiefen solltest: Was hat Dein Anwalt denn abgerechnet? Die Vertretung im Strafprozeß insgesamt oder nur das Adhäsionsverfahren? Falls beides: Liegt hinsichtlich des Hauptverfahrens eine Beiordnung vor? Dann dürfte er diesen Teil seiner Tätigkeit nämlich nicht Dir ggü abrechnen. Du siehst, da könnte man mit Detailarbeit eventuell noch so manches erreichen. Da ist sicher zunächst einmal Deine Eigeninitiative gefragt: Arbeite Deine Unterlagen nochmals durch. Ergoogle Dir, welche Anwaltsgebühren berechnet werden dürfen und entscheide dann über das weitere Vorgehen. Wenn Du allerdings Einsicht in die Gerichtsakte nehmen mußt, wird das nur über einen Rechtsanwalt erfolgen können.

Also mit der Nummer 4 des Vergleichs kannst Du einen Anspruch Deines Anwalts nicht abwehren. Schon deswegen nicht, weil der Wortlaut das nicht hergibt ("ersetzen" steht da und nicht etwa "tragen"). Außerdem gibt es keine Verträge zu Lasten Dritter und das wäre ein solcher weil der Anwalt an dem Vergleich nicht als Partei teilgenommen hat.

Wenn Du überhaupt gegen den Honoraranspruch etwas machen kannst, dann im Hinblick auf eine mögliche Beratungspflichtverletzung wegen der PKH.

Wie sollst Du vorgehen? Die Anwaltskammer prüft zwar gerne, ob die Gebühren richtig berechnet wurden. Nicht aber nimmt sie Stellung zum Anspruchsgrund. Da bleibt Dir nur, noch einen Anwalt zu beauftragen und Dich da vertreten zu lassen.

Und noch ein Tipp dazu: Opferschutzvereine wie der weisse Ring e.V. beteiligen sich manchmal an Anwaltskosten. Einen Rechtsanspruch hat man insofern aber leider nicht.

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In den sauren Apfel wirst Du wohl beißen müssen und die Kosten erst einmal begleichen. Die Kosten müssen dann halt in einem gesonderten Verfahren wieder eingeklagt werden.

Hast du die Frage verstanden? Die Beklagten haben nichts und werden eher auch dann nichts haben, wenn man sie erneut kostenpflichtig auf Zahlung verklagt :-O

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@imager761

Natürlich brauchst du nicht erneut klagen. Den vollstreckbaren Titel hast du ja durch das Urteil. Du kannst auf eigene Kosten hin und wieder mal (30 Jahre lang) einen Gerichtsvollzieher losschicken. Aber wenn der nichts auftreibt, wirst du wie die anderen schon richtig geantwortet haben, auf den Kosten sitzenbleiben.

Ein fairer Anwalt hätte dich zu Beginn der Klage auf dieses Risiko hingewiesen. Offensichtlich hat der aber eher darauf geschaut, ob du solvent bist, denn für ihn ist relevant, ob du seine Rechnung bezahlen kannst.

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du selbst. es ist dein risiko zu klagen und trotz erfolg einem nackten in die leeren taschen greifen zu müssen. so t es ja auch bei gewinnspielzusagen!

Lange Rede, kurzer Sinn: DU trägst deine Anwalts- und Gerichtskosten zu 100%.

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