Wer kann die Vermögensverwaltung nutzen?

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6 Antworten

  1. Standardisierte Vermögensverwaltung ist bereits ab 50.000 € Vermögen möglich. Individuelle Vermögensverwaltung beginnt oft erst ab 250.000 bzw. 500.000 €.

  2. Im Rahmen der standardisierten Vermögensverwaltung legen einige Vermögensverwalter das Geld in hauseigene Fonds und/oder in Dachfonds an.

  3. Personen mit einem Vermögen zwischen 50.000 € und 500.00 € sind meines Erachtens bei einem guten Honorar-Finanzberater besser aufgehoben.

Hi kaibenz,

bei den Zahlen musste ich erstmal "durchnittliches Privatvermögen" googeln: Angeblich besitzt jeder Deutsch durchschnittlich 150.000€ netto inkl. Altersvorsorge (quelle: http://www.boeckler-boxen.de/3742.htm). Somit fällt "Durchschnitt" in Deinen 3ten Punkt.

Aber muss man den Honorar-Finanzberater nicht aktiv "triggern"? Oder übernimmt der auch Umschichtungen, Verkäufe und Neuanlagen automatisch wie ein Vermögensverwalter, so dass man sich um nichts mehr kümmern muss?

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@MadRampage

Ein Honorar-Finanzberater gibt, zum Beispiel im Rahmen einer individuell festgelegten Anlagestrategie, natürlich auch Empfehlungen zu Umschichtungen, Verkäufen und Neuanlagen. Die Umsetzung verbleibt allerdings in den Händen des Kunden, da kein direkter Zugriff auf die Vermögenswerte des Kunden besteht. Die meisten Berater werden den Kunden bei der Umsetzung unterstützen, falls dies erforderlich und erwünscht ist.

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Eine Vermögensverwaltung kann man meines Wissens nach auch mit kleinen Anlagebeträgen nutzen. Kann durchaus sinnvoll sein, wenn man selbst keine Zeit hat, sich um sein Geld zu kümmern. Vor allem bei Aktienanlagen kann es schließlich wichtig sein, schnell zu reagieren oder Trends zu erkennen.

Vermögensverwaltungen können bei einigen Banken schon ab 5.000 Euro genutzt werden. Dafür gibt es aber keinen eigenen Vermögensverwalter, sondern die Anlage erfolgt standardisiert – über Investmentfonds. Also eher eine Art Dachfonds als eine Vermögensverwaltung.

Auch mein Bankberater hat mir für mein Vermögen (etwa 10.000 Euro) schon eine Vermögensverwaltung angeboten. Hat sich gar nicht schlecht angehört. Die Rendite hat mich dann allerdings nicht überzeugt.

Erfolgreiche Vermögensverwalter bieten ihre Leistungen sowohl als individuelle Vermögensverwaltung an, als auch in Form eines eigenen Fonds, in dem er die gleiche Anlagepolitik einsetzt wie bei seinen individuellen Großkunden.

Unabhängig vom verwalteten Vermögen ist die individuelle Vermögensverwaltung für den in Deutschland steuerpflichtigen Privatanleger seit 2009 nicht mehr interessant, da sie steuerlich stark benachteiligt wird: Jeder realisisierte Kursgewinn wird sofort besteuert und die Kosten der Bank und des Vermögensverwalters sind steuerlich nicht mehr abzugsfähig. Überdies ist es schwierig die Qualität einer individuellen Vermögensverwaltung zu beurteilen, da man keinen zuverlässigen Vergleichsmaßstab hat.

All diese Nachteile gibt es bei der Fondsanlage nicht. Ob für kleine oder große Anlagebeträge, der Kauf von Anteilen eines guten Vermögensverwalterfonds bleibt für den, der in Deutschland steuerpflichtig ist, immer die bessere Wahl. Ein Vermögensverwalter, der keinen Fonds anbietet, benachteiligt seine Kunden.

Zu achten ist darauf, dass die gesamten Verwaltungskosten des Fonds nicht höher sind, als die Kosten für eine individuelle Vermögensverwaltung, sie sollten 1,5% p.a. bezogen auf das Fondsvermögen keinesfalls überschreiten. Zu meiden sind auch alle Fonds, welche ihrem Management eine "Erfolgsbeteiligung" gewähren. Die erreichte im Jahr 2009 bei manchen Fonds eine wucherische Größenordnung von mehreren Prozent, was man nur als kriminell bezeichnen kann.

Vor jedem Kauf eines Fonds gilt daher folgende Grundsätze:

  1. Einen international anlegenden Mischfonds wählen, da nimmt einem das das Fondsmanagement jede Mühe ab.

  2. Die Performance für mindesten die letzten drei Jahre anschauen und mit anderen Fonds der gleichen Anlageklasse vergleichen.

  3. Sich den Fondsprospekt und die Geschäftsberichte der letzten zwei Jahre genau anschauen und auf die prospektierten und ausgewiesenen Kosten achten.

  4. Einen thesaurierenden Fonds mit Sitz un Deutschland vorziehen, das erspart einem jede Mühe bei der Steuererklärung.

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