Wer hält Eigentum an Chatverlauf?

1 Antwort

Die Archivierung eines Chatverlaufs seitens des Bewerbers oder der Chat-Plattform kann nicht erwartet werden. Es ist normalerweise üblich, nicht einfach per Chat über eine Mitgründer-Position geschäftsrelevant zu plaudern, sondern

  1. Ein NDA abzuschließen, das Dich vor der Preisgabe z.B. Deines Geschäftsmodells und weiterer Details zum geplanten Geschäft schützt. Ggf. ist dies auch gleich ein MoU/Letter of Intent, in dem die Bereitschaft zu weiteren Schritten vereinbart wird.
  2. Dann werden weitere Details z.B. per E-Mail ausgetauscht (Business Plan, etc.) und die weitere Vorgehensweise vereinbart (z.B. Terminplan, Finanzplan).
  3. Dann erfolgt der Eintritt des Mitgründers in den Gründungsprozess durch Beteiligung am Gesellschaftsvertrag.
  4. Erst nach diesem Schritt hat der potentielle Mitgründer alle Rechte und Pflichten. Bis dahin ist jederzeit ein Ausstieg möglich.

Eine Verpflichtung zur Mitarbeit per Bewerbung auf eine Stellenbeschreibung kann meines Erachtens nicht argumentiert werden, da dem "Bewerber" ja bis zum rechtsgültigen Abschluß eines Vertrags jederzeit das Recht eingeräumt werden muss, den Vertrag abzulehnen. Wenn ich das recht lese, dann gibt es bisher nur Absichtserklärungen und Ideen, aber keinen bindenden Vertrag, der die Rechte und Pflichten der Gesellschaft wie auch des potentiellen Mitgründers vorsieht - insbesondere in Bezug auf finanzielle Beteiligungen bzw. Vergütungen.

Ich sehe hier als (unabhängig vom fehlenden Chatverlauf) ein prinzipielles Problem in Deiner Vorgesehensweise bzw. im fehlenden Commitment des potentiellen Mitgründers.

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