wer bekommt in einem Betrieb zu erst die Kündigung oder kann Arbeitgeber hier frei entscheiden?

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Der Arbeitgeber muß bei betriebsbedingten Kündigungen (wenn die Auftagslage schlecht ist etc) eine Sozialauswahl treffen, dabei ist zu beachten: die Betriebszugehörigkeit, familiäre Situation des Arbeitnehmers (Ehepartner verdient, kleine Kinder, Kinder im Studium etc). Wenn wegen dem Verhalten gekündigt wird (z.B. Diebstahl, Beleidigung des Chefs, sex. Belästigung), dann gibt es normal keine Prüfung der persönlichen Verhältnisse des Gekündigten.

Das hängt, glaube ich, von der Größe des Betriebes ab. In kleinen Betrieben entscheidet der Chef nach seinen Vorgaben, wie immer die auch sind. In großen Unternehmen gibt es einen Schlüssel für soetwas. In der Regen müssen aber die zuerst gehen, die als letzte angefangen haben, die noch jung genug sind, um schnell wieder eine Stelle zu finden, die keine Familie haben.

Bank/Investment Banking Frankfurt: Der Vorgesetzte ruft Dich zum Gespräch und erklärt Dir in 5-10 Minuten, daß er Arbeitsplätze abbauen muss und Du leider auserwählt wurdest. Unabhängig von Deinem Alter,Betriebszugehörigkeit,Familienstand, Kinderzahl und Deiner Leistung. Nach dem Gespräch musst Du die Abteilung sofort verlassen und darfst Sie nie wieder betreten. Du wirst freigestellt. Im Grunde genommen hast Du zwar noch einen Arbeitsvertrag, aber keine Aufgabe mehr. Du willst aber nicht freigestellt werden, sondern arbeiten: Es wird Dir vom Betriebsrat irgendein Arbeitsplatz mit minimaler PC-Ausstattung (Intranet/Internet/Ms Office)im selben Unternehmen in einer anderen Abteilung zugewiesen. Es liegt nun an Dir Dich innerhalb des Unternehmens wie ein ausenstehender neu zu bewerben oder in Verbindung mit einem Anwalt eine Abfindung herauszuhandeln. Die meisten gehen in der Regel mit Abfindung und unterschreiben einen sozial verträglichen Aufhebungsvertrag. In Deutschland ist das noch recht human im Vergleich zu der Schweiz oder London. In der Schweiz oder London wird man auch zum Gespräch gebeten, muß aber das Unternehmen anschließend sofort (ohne Abfindung) verlassen und wird bis zum Vertragsende freigestellt. Die Karriere ist in diesem Unternehmen vorbei, auch unabhängig vom Alter, Betriebszugehöriglkeit usw. Das geschieht im Investment Banking sehr oft, vor allem wenn Chefs wechseln und ihre eigenen Leute mitbringen, dann müssen alte loyale Mitarbeiter weichen, oder wenn geschäftspolitische Entscheidungen getroffen werden, dann werden Teams aufgelöst oder verlagert und die Leute entlassen. Ein Trost bleibt: Investmentbanker verdienen göttlich viel, solange sie dabei sind.

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