Wenn man Sozialversicherungsbeiträge nicht abführt - ist das eine Straftat ?

2 Antworten

Weil die Beiträge (übrigens auch die Lohnsteuer) von den Arbeitnehmern einbehalten wird. In der Höhe (nicht bei den Arbeitgeberbeiträgen) ist es ja fremdes Geld (nämlich das der Arbeitnehmer) und deshalb ist es strafbar dieses Geld nciht abzuführen.

Daraus resultiert auch die Vorschrift, das Nettolöhne nur in der Höhe ausgezahlt werden dürfen, wei auch die Zahlung der Lohnabzugsbeträge gesichert ist.

Keine Frage, dass dies praxisfremd ist. Jeder Handwerker wird immer zuerst an seine Leute denken udn die Nettolöhne zahlen. Daher macht sich auch jeder kleine Handwerker der am Rande der Pleite arbeitet latent strafbar.

Deshlab folgen aus den Pleiten der kleinen Handwerker auch fast immer strafverfahren. Nicht immer einsehbar, aber ganz gesetzeskonform.

Die großen, gut vorbereiteten Pleiten, da gibt es solche Fehler nicht.

Ja - es ist eine Straftat. Sozialversicherungsbeiträge sind wie die Umsatzsteuer sogenanntes Treuhänderisches Geld, welches dem Unternehmen nicht gehört. Somit macht man sich strafbar nach unseren Gesetzen. Ob dies in einer Firmenpleite jedoch durchsetzbar ist, kommt auf den Einzelfall an. Z. b. bei einer GmbH: Der GmbH-Geschäftsführer ist hierfür voll Haftbar zu halten. z. b. bei einer Einzelfirma: Hier ist der Inhaber sowieso für alles persönlich haftbar. Man kann sich nur noch so retten, indem man versucht die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung zu bezahlen. Die Arbeitgeberbeiträge kann man dann im Rahmen der Firmeninsolvenz versuchen, darzustellen. Aber wie schon gesagt, es kommt auf den Einzelfall an, vor allem wenn ein Betrügerischer Bankrott vorliegt oder eine Insolvenzverschleppung.

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