Wenn ich meiner Bank keinen Freistellungsauftrag gebe, wird dann Abgeltungssteuer voll abgezogen?

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Ja die Bank behalt dann die Abgeltungssteuer ein, da sie davon ausgehen muß, daß Du den Freistellungsauftrag bei einer anderen Stelle abgegeben hast. Du kannst Dir aber, solltest Du die Freistellung nur vergessen haben, die zuviel gezahlte Steuern mit der Steuererklärung wieder zurückholen.

Die Bank muss abziehen, denn wenn sie keinen Freistellungsauftrag hat, muss sie zwingend davon ausgehen, dass eine andere den hat.

Wenn der Bank weder Freistellungsauftrag noch Nichtveranlagungsbescheinigung vorliegen, zieht sie Dir Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag ab. Du erhältst am Ende des Jahres darüber eine Steuerbescheinigung.

Das nachträgliche Abgeben des FSA oder der NVB hilft Dir bei erfolgten Abzügen nicht weiter.

In Deiner Steuererklärung 2009 kannst Du die Anlage KAP komplett ausfüllen (auch mit den Erträgen, die dem FSA unterlegen haben) und das FA prüft, ob eine Besteuerung der gesamten Kapitalerträge mit Deinem persönlichen Steuersatz eventuell günstiger ist ("Günstigerprüfung"). Dies ist bei einem zuversteuernden Einkommen unter € 15.000 bei Ledigen der Fall.

Auch sollte der FSA mit einer KiSt-Erklärung verbunden werden, um lästige FA-Nachfragen zu vermeiden.

Kann ich auf KAP verzichten, obwohl Abgeltungssteuer ohne Kirchensteuer entrichtet wurde?

Als Verheiratete haben wir unseren Sparer-Freibetrag auf 7 Institute verteilt. Einer von den 7 Teilbeträgen wurde etwas überschritten, so dass Abgeltungssteuer floss, allerdings wusste die Bank nichts von unserer Kirchensteuerpflicht. Mit KAP bekämen wir die Abgeltungssteuer wieder zurück und haben daher von Rechts wegen auch keine Kirchensteuer auf Kapitalerträge zu zahlen. Allerdings müssten wir dann ca. ein Dutzend Bagatell-Sparbücher wieder ausgraben (Guthaben oft geringer als Auflösungsgebühr). Z.T. seit Jahrzehnten keine Einträge mehr, möglicherweise verloren oder gar in Vergessenheit geraten. Natürlich keine Jahresbescheinigungen vorhanden, da bis 2008 unter Bagatellgrenze gefallen, außerdem mehrfacher Wohnortwechsel. Können wir einfach freiwillig auf die Rückerstattung der unnötig gezahlten Abgeltungssteuer verzichten, indem wir die Anlage KAP nicht ausfüllen, oder zieht das Ärger nach sich, weil die Kirchensteuer nicht mitabgeführt wurde?

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