Privatinsolvenz bei geringer Rente: Wie werden Gläubiger reagieren, wenn man ihnen keine Raten anbieten kann?

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2 Antworten

Die Gläubiger brauchen nicht einverstanden sein. Das Einkommen wird ja über Rentenbescheide nachgewiesen. Wenn dann kein verwertbares Vermögen da ist, kann halt nix gezahlt werden. Allerdings ist es so das wenn man die Verfahrenskosten (ca.114€/Jahr + Auslagen) für den Insolvenzverwalter zahlt, bekommt man Restschuldbefreiung nach 5 Jahren. Wenn nicht, nach 6 Jahren. Aber Vorsicht! Keine gemeinsamen Konten oder Kontovollmacht mit Ihrem Mann, sonst werden die gepfändet. Sie brauchen ein Konto, das sie als P-Konto führen, auf das Ihre Rente geht. Das müssen Sie zuvor regeln. Warum ist das so? Weil Pfändungen nicht nur ins Eigentum des Schuldners erfolgen, sondern auch in dessen Verfügungsbereich. Bei einer gemeinsamen Wohnung ist das kein Problem, wenn ggf. Nachweisbar ist, wer was bezahlt hat. Auch kein Auto auf Ihren Namen, das würde auch gepfändet.


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Kommentar von erika194246
23.11.2016, 14:01

Also wenn ich über da Konto meines Mannes verfügen darf,  ist das schlecht ?   Er ist ja auch schon mal im Ausland ???    Ein P-Konto wo meine Rente drauf geht habe ich seit Februar 2016

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Vielleicht sollten Sie mal bei einer Schuldnerberatung einen Termin machen, bevor Sie sich tiefere Gedanken über eine eventuelle Privatinsolvenz machen.

Caritas, Diakonie oder auch die Verbraucherberatung bieten diese Beratung kostenfrei an.

Gerade in Ihrem Alter und mit ihrer geringen Rente ist es mehr als fraglich, dass Sie die aufgelaufenen Schulden je zurückzahlen können. Das würde der Schuldnerberater im Vorfeld einer Privatinsolvenz dem Gläubiger eindringlich klar machen.

Gerade weil es sich um weit zurückliegende Schulden zu handeln scheint, sind gerade bei der Durchsetzbarkeit von Zinsen, dem Gläubiger Grenzen gesetzt.

Im Vorfeld einer Privatinsolvenz macht sich die Schuldnerberatung ein Bild über die faktische Durchsetzbarkeit und Bestandskraft von Schulden. Ggf. versucht man im Dialog mit dem Gläubiger eine einvernehmliche Lösung zu finden. Nicht selten verzichten Gläubiger auf ihre Forderungen oder stimmen einem Vergleich nach dem Motto: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach, zu.

Erst wenn das alles scheitert, dann kommt eine Privatinsolvenz in Betracht.

Meines Erachtens macht eine Privatinsolvenz in ihrem fortgeschriittenen Alter wenig Sinn. Schließlich wird sich ihre Einkommenslage kaum bessern und sie wären nach der Wohlverhaltensphase und der Restschiuldbefreiung 77 - 78 Jahre alt. Weitere drei Jahre braucht es um die Schufa wieder auf Null zu stellen. Erst mit 80 - 81 wären Sie also wieder "kreditwürdig". Ein Alter, in dem man wohl keine großartigen, kreditfinanzierten Abenteuer mehr startet.

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Kommentar von erika194246
23.11.2016, 13:59

Das ist alles richtig,  danke für die Antwort.  Aber glauben Sie mir, es ist fast unerträglich  immer wieder Post von Gläubigern zu bekommen,  jetzt möchte jemand  an das Konto meines Mannes... obwohl  die Schulden schon  aus meiner  früheren Zeit vor der Ehe  stammen.  Ich dachte,  wenn ich das mit der Privatinsolvenz hinter mir habe, kann ich wieder ruhig schlafen, Schufa ist mir egal,  und  Kredit aufnehmen brauchen wir auch nicht.

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