Wen juckt das (Wirecard)?

Das Ergebnis basiert auf 2 Abstimmungen

Es juckt mich aus anderen Gründen nämlich ... 100%
Es kann durch irgendeine Meldung 100 % zulegen. 0%
Bisher hatte ich nicht verstanden, warum es keine gute Idee ist. 0%
Ich kaufte, weil ich auch sonst auf Looser stehe. 0%
Da steht ein tolles Unternehmen dahinter. Das verschwindet nicht. 0%

2 Antworten

Es juckt mich aus anderen Gründen nämlich ...

Was mich bei der ganzen Sache wundert ist, dass es keinem Wirtschaftsprüfer und auch keinem von der Bafin aufgefallen ist.

Ich war ja selbst mal Revisionsleiter bei einer kleinen Bank und kann mich nur wundern , es es bei denen angeblich keiner gemerkt hat.

Allerdings ist die Art der Berichterstattung, weil "amerikanisiert" und auf die Kennzahlen ausgerichtet, für solche Dinge nicht ausgelegt.

Da liebe ich doch eine Bilanz, die nach HGB/AktG aufgestellt ist und da fällt mir dann auch sehr schnell auf das 1,9 Mrd. irgendwo in Cash liegen sollen und ich würde mich doch als Prüfer, oder Aktionär fragen, warum Cash irgendwo herumliegt.

Eine Bank hat Geldreserven bei einer Zentralbank, oder im arbeitenden Bereich, aber doch nicht auf einem Treuhandkonto.

Das fällt mir schon als einfachem Steuerberater auf und würde Fragen auslösen. Das die hochherrschaftlichen Prüfer von KPMG da nicht drauf kommen, ist eine ganz schwache Leistung.

Deshalb investiere ich nur in Unternehmen, deren Bilanz ich zumindest in voller Länge vor Augen habe und mit einem aussagekräftigen Finanzbericht.

Ich traue nur Bilanzen, die ich selbst gefälscht, äh Berichtigung, erstellt, habe.

 - (Aktien, Börse, Psychologie)

Komme auch aus der Wirtschaftsprüfung (vor fast 25 Jahren) und frage mich auch, wer da geschlafen hat. Die Überlegung, dass da die Prüfer ziemlich hohen Schaden verursacht haben und ob der Schaden versichert sein sollte oder doch grobe Fahrlässigkeit/Vorsatz vorliegt, hattee ich acuh schon.

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Es juckt mich aus anderen Gründen nämlich ...

Wirecard ist keine Investition, sondern ein heißes Eisen.

Montagmorgen standen die knapp über 10 Euro, eine Stunde später bei 18 Euro und am Abend so um die 14 Euro.

Wenn ich am Montagmorgen Zeit gehabt hätte, hätte es mich gejuckt ein erklägliches Sümmchen zu investieren und hätte mich an den 80% erfreut. Eine verpaßte Chance, aber was soll's.

Buy and hold? Nie im Leben. Wer das bei Wirecard macht, hat einen an der Glocke.

Vollkommen richtig. DH. Was an dem Laden interessant ist, ist die Logistik in der Zahlungsabwicklung. Falls die Zusammenbrechen, wird das vermutlich herausgekauft werden.

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Aha, hättest du Zeit gehabt :)

Derartige Kommentare höre ich hin und wieder. Auch der Freund gestern hat fast genau das gesagt. Fast immer kommt es von Leuten, die mich etwas später fragen, ob man den Verlustvortrag, den sie in Aktien haben mit Gewinnen bei Fonds verrechnen kann.

Ich denke, es ist dieses Spielernaturell, teilweise auch die Verlustvorträge in Aktien und diese unbegründete Allmachtsphantasie, die als Grund für das nur langsame Zerbröseln von Wirecard verantwortlich sein könnte.

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@Rat2010

Keine Sorge: Ich verrühre die Töpfe nicht und lege überwiegend auch in Fonds an.

Der heutige Insolvenzantrag von Wirecard gibt mir im übrigen insofern recht, als dass ich am Montag gut getan habe nicht zu spekulieren. Das hektische Geschehen um Wirecard hätte man nicht mit einem Limit bändigen können sondern nur mit permanenter Beobachtung.

Und Wirecard ist nicht an Spielern zerbröselt, sondern an einem Vorstand bei dem man im mildesten Fall unendliche Dummheit, im schlimmsten aber kriminelle Machenschaften annehmen muss.

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@Privatier59

Schade, dass die Umfrage ins Leere ging. Ich meine, auch du hast überlegt, dich mit dem Unternehmen zu beschäftigen und vielen ging es genauso. Ist es der reine Spieltrieb? Dafür spricht, dass ich keine Frau kenne, die mich zu Wirecard befragt hat.

Durch den heutigen Insolvenzantrag haben viele Recht bekommen. In Wirklichkeit war der absehbar (siehe meien Frage).

Beim Vorstand möchte ich Dummheit ausschließen. Wenn dann mehr jetzt die Dummheit, sich zu Stellen anstatt schnellstens zu verschwinden.

Ich frage mich, was du mit permanenterer Beobachtung gemacht hättest. Ich bin den ganzen Tag am Computer und könnte, wenn ich wollte, keine Minute versäumen. Nur: was bringt das? Für 99 % der Leute bedeutet "die Zeit zu haben, sich um Aktien zu kümmern", dass sie bei ihren Kapitalanlagen von einer erfolgeichen langfristigen Strategie auf eine taktische Wechseln (oder sie dazu mischen), von der sie sich (hoffentlich) nach einigen Monaten mit einem moderaten Verlust wieder abwenden. Manche glauben aber auch nach zehn Jahren, dass sie es irgendwann lernen und sind doch schon längst (nicht mehr mit Aktien sondern weil das schneller geht mit Derivaten) in einer Spielsucht, die nur den Broker reich machen kann.

Ich kenne Leute, die vom Traden leben. Nur sind die (alle) geistig, vor allem emotional so anders wie der Durchschnitt der Bevölkerung, dass ich vermute, dass es für über 99,9 % besser ist, sich ganz einfach professionell helfen zu lassen. Sonst können auch ETFs die Einstiegsdroge zu einer Sucht sein, an deren Ende logischerweise der Ruin steht.

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@Rat2010

Noch eine Anmerkung: Ein Vorstandsmitglied von Wirecard ist ja in Richtung der Philippinen verschwunden. Ob es daran liegt, dass dieses Land kein Auslieferungsabkommen mit Deutschland hat oder, ob die 1,9 Milliarden doch da irgendwo versteckt sind, wissen nur er und eine wenige andere Insider.

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