Weltfremdes Finanzamt: Notebook über 3 Jahre absetzen, dabei ists nach einem Jahr veraltet und zu ersetzen?

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5 Antworten

Hallo,

ich selbst arbeite beim Finanzamt und habe oft mit Fragen bzgl. der korrekten Abschreibungsdauer zu tun.

Grundsätzlich sind die vom Bundesministerium für Finanzen (BMF) veröffentlichten Abschreibungssätze NUR RICHTWERTE. Da diese Werte über die Nutzungsdauer jedoch in 80 % aller Fälle absolut zutreffend sind, werden diese Werte i.d.R. auch angesetzt.

Jetzt gibt es aber auch Fälle, bei denen die vom BMF geschätzte Nutzungsdauer nicht realisierbar ist. So ist ein PKW z.B. über 6 Jahre abzuschreiben, ein Taxi oder Fahrschulfahrzeug ist jedoch bereits nach 3 Jahren so abgenutzt, dass es durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden muss.

Es ist jedoch nun am Steuerzahler, dem Finanzamt mitzuteilen, dass die tatsächliche Nutzungsdauer nicht den BMF-Sätzen entspricht und dies "anhand geeigneter Nachweise zu belegen" oder "glaubhaft zu machen".

Wenn mir also z.B. jemand glaubhaft macht, dass er nach 2 Jahren ein neues Notebook braucht, weil er relativ ressourcenfressende Programme laufen hat, die sich auch jährlich oder alle 2 Jahre aktualisieren, dann bin ich durchaus bereit, das Notebook über 2 Jahre abschreiben zu lassen. Es ist alles einfach eine Frage der Argumentation.

Finanzbeamte sind in der Regel keine Unmenschen. Wir sind bemüht, ein gutes Verhältnis zum Steuerzahler zu haben. Der Steuerzahler muss dazu allerdings auch beitragen und darf nicht erwarten, dass es sich beim Finanzamt um eine ausschließliche Dienstleistungsbehörde handelt.

Auch beim Finanzamt gilt (wie überall im Leben): So wie man anderen Leuten gegenübertritt, so wird das entsprechende "Echo" sein.

DAs Notebook funktoniert auch nach einem Jahr noch ganz hervorragend. Es gibt im Steuerrecht die Unterschedung zwischen technischer und wirtschaftlicher abnutzung. Technisch funktioniert eine Sache (in diesem Fall Notebook) nach einem Drittel der Nutzungsdauer mit einiger Sicherheit noch sehr gut. Wrtschaftlich mag es veralet sein (was ich bei meinem Noteook z. B. bezweifele, denn auch die neue software funktioniert perfekt, obwohl mein Gerät 15 Monate alt ist).

Dann die Frage der Buchhaltung. Wenn Du das Teil sagen wir mit 1.500,- Euro akiviert hast, st der Restbuchwert nach 1 Jahr noch 1.000,- Euro. Möchtest Du dann das neue Modell haben, kaufe es für sagen wir 1.800,- Euro. das Alte book versteierst Du bei eBay und bekommst 500,- Euro. Damit realisierst Du einen Verkaufsverlust von 500,- Euro (ertrag 500,- abbzüglich 1.000,- Restbuchwert als Aufwand) und Deine Steuer mindert sich. So enfach ist es.

Bleibt nur die Frage ob es Dir sovel Ged wert ist, einfach mmer das modernste zu haben.

Mein MacBookpro von Juli 2007 können nur die absoluten Fachleute von dem neuen Modell unterscheiden und das der Prozessor 2,53 GHz gegenüber 2,4 GHz hat ist auch eher im marginalen Bereich.

Mein Notebook läuft jetzt seit 5 Jahren anstandslos und da ich damals nicht die mickrigste Version gewählt hatte, gibt es auch keine Probleme mit den "Ansprüchen" heutiger Software an Platz und Geschwindigkeit.

Wieso sollte es da weltfremd sein, generell eine Nutzungsdauer von drei Jahren anzusetzen?

Wenn Du jedes Jahr das neueste Teil haben "musst", dann ist das doch Dein Problem und nicht das der Finanzverwaltung.

nach einem jahr von "veraltet" zu reden, halte ich für übertrieben.

man kann ja in dem falle auf das neueste top-modell zurückgreifen. das ist sicher auch nach 2 jahren nicht veraltet. und kostenmässig kommt man dann auf dasselbe raus.

sollte es wirklich der fall sein, dass man immer die neueste technik braucht, kann man mit dem finanzamt auch kürzere abschreibzüklen vereinbaren. das funktioniert aber nur, wenn man sehr gut argumentiert.

Vielleicht ist Dein Gerät "abgestürzt" oder "ins Wasser " gefallen, irreparabel oder "verloren" gegangen ? Dann würde ich eine Totalabschreibung machen. Es muss natürlich "glaubhaft" sein, Lügen haben kurze Beine...

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