Frage von Vertigo1987, 84

Welches Land darf/ muss mich besteuern (Einkommenssteuer)?

Hallo zusammen, Folgender Sachverhalt liegt bei mir vor.

Ich bin italienischer Staatsbürger (aus Südtirol) und habe dort meinen Wohnsitz. Weiters habe ich in Deutschland einen Wohnsitz bei meiner Freundin. Mein Arbeitgeber ist ein Unternehmen mit Sitz in Österreich ( Wien). Diese entsendet mich regelmäßig nach Deutschland von MO - DO dies jedoch nicht über 183 Tage im Jahr! (Sobald die Tageregelung erreicht wird werde ich auf einer Österreichischen Baustelle eingesetzt). Weiters halte ich mich an den Wochenenden (FR-SA-SO) in Südtirol bei meiner Tochter auf da ich ja die Aufsichtspflicht habe und es zu umständlich wäre sie mit nach Deutschland zu nehmen und dann wider nach Italien zu bringen. Also in dem Fall befindet sich meines Erachtens mein Lebensmittelpunkt in Italien anhand der Tatsache dass dort mein tatsächlicher Aufenthalt ist auch in Anbetracht dass ich eben einen weiteren Wohnsitz in Deutschland habe.

Meine österreichische Firma hat nun meine Lohnsteuer in Deutschland abgeführt und die Steuerlast fällt nun leider wesentlich höher aus.

Nun meine Fragen:

  • Bin ich wirklich in Deutschland Steuerpflichtig wenn ich die 183 Tageregelung NICHT überschreite? (u.A. Sozialversicherung wird in Österreich entrichtet)

  • Wenn ich mich an den Wochenenden nachweisbar in Italien aufhalte, kann mir dann der deutsche Wohnsitz steuerlich zugerechnet werden? (Trotz meines Wohnsitzes in Deutschland halte ich mich ca 140 Tage in Italien auf, 170 Tage in Deutschland und den Rest in Österreich auf) dazugesagt sei dass es sich bei den 170 Tagen in Deutschland ausschließloch um Arbeitstage handelt die durch die Rückkehr an den Wochenenden unterbrochen werden! (Artikel 4, Abs. 2, Pkt a/b/c/d)

  • Was hat es mit dem Artikel 24 im DBA zwischen Deutschland und Österreich auf sich (Gleichbehandlung)

  • Müsste ich in Österreich versteuert werden da meiner meinung nach Artikel 15, Abs. 2, Pkt. a/b/c zur Anwendung käme?

Wäre super wenn ich von Euch einige stichhaltige Infos darüber erhalten würde.

Lg und danke im Voraus

Antwort
von wfwbinder, 51

Du Hast in Deutschland und in Italien Wohnsitze und bist in beiden Ländern unbeschränkt steuerpflichtig. Das nicht doppelt besteuert wird, regeln die DBAs.

 Bin ich wirklich in Deutschland Steuerpflichtig wenn ich die 183 Tageregelung NICHT überschreite? (u.A. Sozialversicherung wird in Österreich entrichtet)

Ihr denkt in die falsche Richtung. Du bist sowieso in Deutschland steuerpflichtig. Nur wenn Du für einen österreichischen AG, mehr als 183 Tage in Österreich arbeiten würdest, dann wärst Du dort mit dem Arbeitseinkommen steuerpflichtig. Aber so ist der Lohn natürlich in "D" zu besteuern.

 Wenn ich mich an den Wochenenden nachweisbar in Italien aufhalte, kann mir dann der deutsche Wohnsitz steuerlich zugerechnet werden? (Trotz meines Wohnsitzes in Deutschland halte ich mich ca 140 Tage in Italien auf, 170 Tage in Deutschland und den Rest in Österreich auf) dazugesagt sei dass es sich bei den 170 Tagen in Deutschland ausschließloch um Arbeitstage handelt die durch die Rückkehr an den Wochenenden unterbrochen werden! (Artikel 4, Abs. 2, Pkt a/b/c/d)

Bei widerstreitenden Besteuerungen kann es ggf. um die Tage gehen. In Italien hast Du anscheinend keine Einkünfte. Alle Einkünfte sind in in Österreich und der längste Aufenthalt in Deutschland.

Was hat es mit dem Artikel 24 im DBA zwischen Deutschland und Österreich auf sich (Gleichbehandlung)"

Der sagt nicht anderes, als das, dass Du und ich ie gleiche Steuer zahlen müssen, wenn wir die gleichen Einkünfte bei gleicher Situation haben.

  Müsste ich in Österreich versteuert werden da meiner meinung nach Artikel 15, Abs. 2, Pkt. a/b/c zur Anwendung käme?

Nein, dass wäre nur der Fall, wenn Du, als in Deutschland ansässige Person, von einem österreichischen Arbeitgeber Einkünfte beziehst und Dich über 183 Tage in Österreich aufhalten würdest. Aber das ist nach Deinem Sachverhalt nicht der Fall.

Ergo: Alles in Ordnung.

Kommentar von Vertigo1987 ,

Danke für Ihre Auskunft.

Würde sich meine Situation drastisch Ändern wenn ich den deutschen Wohnsitz abmelde? Weil ich mich ja so gut wie nie dort aufhalte wäre dies bestimmt möglich bzw sinnvoll

Also sozusagen würde in diesem Fall Deutschland als Steiereinhebungsstaat wegfallen und die Situation ist zwischen Deutschland/Italien zu klären?

Kommentar von wfwbinder ,

Nicht die Meldeandresse ist entscheidend, sondern die Frage des Wohnsitzes.

Ein Wohnsitz ist eine Wohnung, die darauf angelegt ist dort längere Zeit zu verweilen. Wenn Du also 3-4 Tage pro Woche bei Deiner Freundin in Deutschland bist, so hast Du dort einen Wohnsitz, oder doch zumindest einen gewöhnlichen Aufenthalt,weil Du dort mehr Zeit verbringst, als bei Deinem Wohnsitz in Italien.

Wenn Deutschland wegfallen würde, also Du sehr wenig bei Deiner Freundin wärst, so wäre dieSituation zwischen Italien und Österreich zu klären. Nach den jetzigen Verhältnissen alles neu zu prüfen, weil Du ja nie in Italien arbeitest.

Dann wäre Deutschland für die Besteuerung zuständig, wenn Du über 183 Tage in "D" bist.

Kommentar von Vertigo1987 ,

Genau da liegt der Hund begraben, in den 3 Wochenendtagen begleitet mich meine Freundin nach Italien zu meiner Tochter und somit dürfte die "Wohnsitzfrage" geklärt sein auch wenn ich in Zwei Staaten gemeldet bin. Demnach würde in Deutschland die Besteuerung wegfallen und nur Italien hatte das Besteuerungsrecht. 

Kommentar von wfwbinder ,

Wieso? 3 Tage pro Woche Italen sind  nauf das Jehr gerechnetnur ca. 160 Tage. Bleiben 200 Tage woanders.

Kommentar von Vertigo1987 ,

Nach Artikel 4 befindet sich aber so mein ständiger/gewöhnlicher Aufenthalt in Italien (6 Wochen Urlaub mussen ja auch noch dazugerechnet werden und 150-200 Überstunden im Jahr die ich durch Zeitausgleich auch in Italien verbringe). Verstehe nicht wie bzw auf welcher Grundlage mich Deutschland besteuern will

Kommentar von wfwbinder ,

Nach dem zuerst geschilderten Sachverhalt ist die derzeitig Besteuerung absolut richtig.

Wenn Du Dir nun den Sachverhalt Schritt für Schritt veränderst, bis Dir das Ergebnis passt, so ist das etwas Anderes. Von abzufeiernden Überstunden war im Ursprünglichen Sachverhalt nicht die Rede.

Ebenso ist noch zu klären, ob die Lebensumstände Deiner Freundin zu diesem veränderten Sachverhalt passen, also ob das ganze glaubwürdig ist.

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