Welchen Krankenversicherungsbeitrag zahlen Selbständige bei der gesetzlichen Kasse?

3 Antworten

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  1. Es gilt die Beitragsbemessungsgrenze als Grundlage --> 3.937,50 € pro Monat. Hierauf wird der ermäßigte Beitragssatz von 14,9% für die KV und 2,05% (2,3% wenn über 23 und kinderlos) für die Pflegeversicherung angesetzt.
  2. Hat der Selbständige geringeres Einkommen als 3.937,50 € und möchte weniger zahlen, so muss er sein Einkommen durch Einkommensteuerbescheid nachweisen. Tut er dies nicht gilt wieder Punkt 1. Tut er es, wird der tatsächliche Gewinn als Grundlage genommen.
  3. Es gibt jedoch eine Untergrenze, die nicht unterschritten werden darf. Die Untergrenze entspricht 75% der monatlichen Bezugsgöße (75% von 2.695,- € = 2.021,25 €).
  4. Diese Untergrenze darf in sog. Härtefällen ausnahmsweise unterschritten werden. In dem Fall gelten dann 50% der Bezugsgröße als Mindestbeitragsbemessungsgrundlage.
  5. Der ermäßigte Beitragssatz bedeutet, dass man keinen Anspruch auf Krankengeld hat ab dem 42. Tag oder sonst irgendwann. Will man diesen Schutz erhalten so muss man den vollen Satz von 15,5% zahlen.
  6. Die Beitragsbemessungsgrenze und die Bezugsgröße werden nächsten Mittwoch ansteigen. Die BBG sogar recht beachtlich.
  7. Rechnen kannst du selbst. Die Formeln hast du nun. Als Lektüre empfehle ich SGB V.

D.H. Ein paar klitzekleine Ergänzungen: - Die gesetzliche Grundlage ist der § 240 SGB V bzw § 18 SGB IV (Bezugsgröße) - Zu 4: Auch im Jahr der Existezgründung bei Nutzung des Gründungszuschusses gilt im ersten Jahr eine geringere Berechnungsgrenze - In Zahlen: Im ersten Jahr etwa 230€ GKV Beitrag, danach mindestens 330€ plus Pflegepflichtversicherung

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@alfalfa

Nun dürfen wir alle fleißig die neuen Zahlen lernen. Freu ich mich ^^.

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Ich habe eine Frage und ich hoffe sehr, dass Sie mir helfen können: Ich war bei der Krankenkasse in der Hoffnung meinen monatlichen Beitrag zu minimieren, wurde aber leider abgewiesen. Der Grund: meine "beitragspflichtigen Einnahmen" sind oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze. Soweit ich es verstanden habe, setzt man die "beitragspflichtigen Einnahmen" mit dem "Gesamtbetrag der Einkünfte" aus dem Steuerbescheid gleich. Ist das korrekt so? Das ist aber doch der Bruttobetrag...Mein Nettoeinkommen ist 1000€ netto (zu versteuerndes Einkommen 12000€) und ich muss 411€ Krankenkasse zahlen..

Gibt es einen Härtefall den ich in Anspruch nehmen kann..? Meinen Sie dass, die Krankenkasse einen Fehler gemacht hat (es ist übrigens schon mal passiert und sie musste eine Rückzahlung zahlen..)

Ich möchte mich herzlich im Voraus bedanken!

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Die gesetzlichen Krankenkassen haben für freiwillige Mitglieder einen Mindestbeitrag.

Im übrigen geht es, wie bei den anderen Mitgliedern nach dem Einkommen mit dem Beitragssatz. Dafür müssen Einkommensnachweise eingereicht werden. Steuerbescheide, oder Bilanz mit GuV.

Die AOK sagt dazu: "Den monatlichen Beiträgen für die gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige wird die für das Jahr 2013 geltende Beitragsbe-messungsgrenze zu Grunde gelegt, d.h. die Beiträge sind derzeit ausgehend von einem Monatseinkommen von 3.937,50 Euro zu berechnen.

Hast Du geringere Einnahmen, kann der Beitrag gemäß Deinem Einkommen laut Einkommenssteuerbescheid angepasst werden.

Der Mindestbetrag der Beitragsbemessungsgrundlage liegt aktuell bei 2.021,25 Euro "

Hier hast Du Beispiele:

https://www.aokplus-online.de/tarife-beitraege/beitraege/beitraege-fuer-hauptberuflich-selbststaendige.html

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