Welche Vorteile/Nachteile hat der Arbeitgeber, wenn er Schwarzarbeiter beschäftigt?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

So wie Du es schreibst ist es klar. Wenn ein Gastronom die Schwarzlöhne aus einem versteuerten Gewinn zahlen müsste, so würde es sehr schlecht funktionieren.

Das Problem ist aber, dass es eine Kette von Straftaten ist, die da zusammen kommt.

Entgegen er landläufigen Ansicht, geht es meist von den Arbeitnehmern aus.

Ein typisches Gespräch: "Wir zahlen am Anfang 10,- Euro die Stunde und wir suchen Jemand für 100 Stunden. Ca. 800,- netto." (für nicht Fachleute, 1.000,- Euro sind Gleitzone in der Sozialversicherung und es fällt keine Lohnsteuer an bei Singles). "Ne, will ich nicht. Da werden mir ja 500,- Auf ALG II angerechnet und ich habe nur 300,- Euro mehr. Lieber 50,- Stunden als Minijob und 50 Stunden zu 8,- Euro neben der Kasse." (Das sind 850,- netto, von denen 260,- angerechnet werden, also 590,- Cash, ca. das doppelte).

Wenn der Wirt nun nur 595,- als Kosten hat und 400,- schwarz zahlen muss, wird er die 400,-Euro als Rohgewinn auch steuerfrei generieren müssen.

Bei einem Aufschlag von ca. 250-350 % bedeutet das, dass er für ca. 130,- Euro schwarz einkaufen muss, womit er ca. 520,- Euro (eigentlich brutto), Umsatz (netto) macht. Und das für jeden dieser Arbeitnehmer. Viele Kneipen haben 3-7 von der Sorte.

Also werden, nur um nicht im Verlust zu landen pro Arbeitnehmer wird nicht nur die Sozialversicherung hinterzogen, sondern wegen der Aktion auch noch 80,- Euro Umsatzsteuer.

Das sind Mindestzahlen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Steuerbevollmächtigtenprüfung 1979, Steuerberaterprüfg .1986

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! So wie ich es richtig verstehe ist es für den Arbeitgeber nur ein Vorteil, wenn er die schwarzbezahlung nur mit schwarzeinkünfte entlohnt?

nehmen wir mal also an ein Kiosk Arbeiter bekommt 5€ / Stunde 10h am Tag / 6Tage die Woche schwarz auf die Hand. Dann muss der Betreiber bei 250h / Monat mindestens 1250€ schwarz einkassieren damit es sich für den Arbeitgeber lohnt?

0
@Beats1177
So wie ich es richtig verstehe ist es für den Arbeitgeber nur ein Vorteil, wenn er die schwarzbezahlung nur mit schwarzeinkünfte entlohnt?

Nein ein Nachteil, denn er muss straffällig werden, um nicht an den Schwarzlöhnen Pleite zu gehen.

0
Von Experte wfwbinder bestätigt

Etwas "abzusetzen" bedeutet nur, dass man dafür keine Steuern zahlt. Etwas überhaupt nicht auszugeben, läßt letztendlich mehr Geld in der Tasche des Arbeitgebers.

Wenn Dir ein Arbeitgeber die Verpflegungsmehrkosten steuerfrei in Höhe von 14 EUR erstattet, ist Dir das ja auch lieber, als wenn Du einfach nur diese 14 EUR als Werbungskosten geltend machen kannst (und bei einem Grenzsteuersatz von vielleicht 35% dann ca. 4,90 EUR sparst).

Und wenn er erwischt wird, dann zahlt er doppelt und dreifach. Sozialversicherungsbetrug, etc. und kann am Ende sein Gewerbe schließen.

0

Wenn in AG einen Arbeitnehmer schwarz beschäftigt und bezahlt, so tut er dies wohl auch aus unversteuerten Einnahmen / Schwarzgeldern..... zweiter Straftatbestand - Steuerhinterziehung.

Was möchtest Du wissen?