Welche Vorteile hat eine vinkulierte Aktie eigentlich ?

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Das bedeutet,
dass der jeweilige Eigentümer einer Aktie in einem Buch bei der entsprechenden Aktiengesellschaft bei Kauf der Aktien eingetragen wird.

Die jeweilige Depotbank /kaufausführende Bank erledigt die Eintragung bzw. Umschreibung bei Kauf oder Verkauf automatisch. Durch die Eingtragung weiss die AG genau, wer ihre Aktionäre sind, wieviel Aktien sie besitzen. Daaraus kann sie Rückschlüsse für sich und zukünfrtige Kapitalentscheidungen ziehen.

Sie wird auch Ihren Aktionären direkt ihre Bilanz und evtl. sonstigen Veröffentlichen zusenden und spart sich den Umweg (und Kosten) über eine Bank.

Praktisch hat das für den Aktionär weder gravierende Vor- noch Nachteile.

Wirtschaftlexikon 234net erläutert:

" Vinkulierte Aktien (gebundene Aktien) sind kraft aktienrechtlicher Bestimmungen immer Namensaktien (§ 68 Abs. 2 AktG), deren Übertragung auf andere Personen lt. Satzung an die Zustimmung der Gesellschaft ?gebunden? ist. Diese für Eigentumsübertragungen erforderliche Zustimmung erteilt der Vorstand oder, falls entsprechende Satzungsvorschriften vorliegen, der Aufsichtsrat oder die Hauptversammlung. Die Vinkulierung, die aus den Aktienurkunden nicht ersichtlich zu sein braucht und die die freie Negoziabilität der Aktie einschränkt, wirkt auch gegen einen gutgläubigen Erwerber der Urkunde, hindert aber nicht einen Rechtsübergang kraft Gesamtrechtsnachfolge (z. B. bei Erbfällen, Fusionen usw.), Pfandverkauf oder Pfandkauf durch den Konkursverwalter. Wenn eine Vinkulierung, also Bindung der Übertragbarkeit von Namensaktien an die Erfüllung bestimmter, in der Satzung verankerter Voraussetzungen, nicht im ursprünglichen Gesellschaftsvertrag bzw. in einem Kapitalerhöhungsbeschluß festgesetzt wurde, kann die Vinkulierung nur mit Zustimmung aller davon betroffenen Aktionäre durchgeführt werden. Die Vinkulierung von Namensaktien ist generell möglich. Sie ist z. B. gesetzlich notwendige Voraussetzung für das Recht bestimmter Inhaber bestimmter Namensaktien, Mitglieder des Aufsichtsrats benennen und in ihn entsenden zu dürfen. Vinkulierungen sind ein manchmal sehr geeignetes Instrument, um ein Unternehmen vor einer Überfremdung und unerwünschten Einflußnahme zu schützen (z. B. im Falle einer Familien-AG), die Zusammensetzung der Aktionäre der Gesellschaft unter Kontrolle zu halten bzw. im gewünschten Sinne zu lenken. Vinkulierungen sind in der Bundesrepublik Deutschland vor allem bei Versicherungsgesellschaften verbreitet, deren Aktien meist nicht voll eingezahlt sind und deren Aktienkapital als letzte Reserve dient. Gesetzlich sind vinkulierte Namensaktien gem. § 1 ( 4) KAGG für Kapitalanlagegesellschaften ( Investmentgesellschaften) vorgeschrieben.

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