Welche Steuerklasse wählen wir am besten, wenn meine Frau gerade schwanger geworden und bald arbeitslos ist?

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2 Antworten

Um das Elterngeld zu erhöhen (das wird vom Nettogehalt errechnet), kann es sinnvoll sein, dass derjenige, der später länger das Elterngeld erhalten soll (meistens die Mutter...), vorübergehend die Steuerklasse 3 bekommt. Sobald das Kind da ist und die Mutter nicht mehr arbeitet, kann man dann wieder zurücktauschen. Durch die Einkommensteuererklärung im folgenden Jahr kann man sich die zu viel gezahlten Steuern wieder zurückholen. Das höhere Elterngeld bleibt einem aber. Allerdings muss man sich durchrechnen, ob man es sich leisten kann, bis zur Steuererstattung mit dem Geld zurecht zu kommen. (Da gibt es noch einige Haken, ich finde aber gerade keinen passenden Link, ich hoffe, die Gaenseliesel sucht den noch raus. ;) )

Grundsätzlich heißt es immer, dass derjenige, der mehr verdient, die Steuerklasse 3 nehmen sollte. Das erhöht das monatliche Nettoeinkommen, man muss aber damit rechnen, mit der Steuererklärung nachzahlen zu müssen.
Ich persönlich finde 4/4, auch wenn beide unterschiedlich viel verdienen, auch ok. Dann kann man sich ggf. über die Steuererklärung eine Erstattung holen und keiner ist übers Jahr frustriert, weil vom Brutto so wenig Netto übrig bleibt (der mit der Steuerklasse 5). Wir fahren von der Steuererstattung immer in den Urlaub. ;)

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Luscinia 21.05.2017, 17:23

Nachtrag: Der zweite Abschnitt ist eher allgemein und hat nichts mit Elterngeld zu tun.

Ich habe noch die Info zum Elterngeld gefunden: Man muss mindestens 7 Monate vor der Geburt des Kindes in der entsprechenden Steuerklasse gewesen sein, damit sie für die Elterngeldberechnung zählt; das könnte also knapp werden, wenn frau schon schwanger ist.

Sobald die Frau arbeitslos ist, lohnt sich für euch, wenn Du in die Steuerklasse 3 kommst (euch fällt dann ja auch ein Gehalt weg).

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AndadS 21.05.2017, 23:22

Hallo Luscinia,

erstmal vielen lieben Dank für deine Antwort.
Du schreibst, man muss sich durchrechnen, ob man sich das leisten kann bis zur Steuererklärung mit dem Geld zurechtzukommen.
Kannst du mir bitte sagen, wie man das durchrechnet? Ich hab das schon oft gelesen, aber ich weiß nicht wirklich was damit gemeint ist.

In deinem Zusatzkommentar schreibst du:
"Sobald die Frau arbeitslos ist, lohnt sich für euch, wenn Du in die
Steuerklasse 3 kommst (euch fällt dann ja auch ein Gehalt weg)."
Zählt da das Arbeitslosengeld nicht auch als Gehalt?
Außerdem lese ich immer wieder, dass die Frau in Klasse III wechseln soll, weil das am Ende mehr gibt https://www.test.de/Steuerklasse-wechseln-Ein-Riesenplus-beim-Elterngeld-4577976-0/). Ich weiß bloß nicht, wie ich das für unseren Fall berechnen soll.
Ich befürchte auch fast, dass wir den Wechseln noch im Mai beantragen müssten.

Das mit dem Urlaub gefällt mir :D

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Luscinia 22.05.2017, 10:00
@AndadS

Das Arbeitslosengeld (wie das Elterngeld) zählt nicht als Gehalt in dem Sinn, es unterliegt zwar dem Progressionsvorbehalt (...glaub ich...), aber es wird nicht direkt versteuert und dafür gibt es dann auch keine Steuerklasse. Also das Arbeitslosengeld (wie auch Elterngeld) wird vom vorherigen Nettogehalt berechnet (auch da ist es schön, vorher die 3 gehabt zu haben!), aber ist bei Bezug unabhängig von der aktuellen Steuerklasse. Die Summe steht dann schon fest. Der Vorteil ist, dass einem das Mehr an Arbeitslosengeld/Elterngeld nicht mehr genommen werden kann (auch nicht durch die Steuererklärung, da es eben eine feste Summe ist).  Beim Gehalt sind die Steuerklassen nur eine aktuelle Momentaufnahme und es wird durch die Steuererklärung wieder ausgeglichen.

Zum Durchrechnen: Das macht man mit einem einfachen Brutto-Netto-Rechner, es gibt im Internet unendlich viele. Ich nehme z.B. immer nettolohn.de. Einfach das Bruttogehalt eingeben und die sonstigen Angaben anpassen, bis das aktuelle Gehalt so da steht wie es ist, und dann kann man rumspielen mit den Steuerklassen. Da siehst Du dann, wie viel Geld Du mit Steuerklasse 5 z.B. monatlich bekommen würdest, statt wie bisher mit Klasse 4. Das gleiche mit dem Gehalt der Frau auch machen. Und dann könnt ihr zusammen rechnen, wie viel ihr monatlich zur Verfügung habt mit dem einen oder dem anderen Modell. Bzw. dann noch mit einem Elterngeldrechner/Arbeitslosengeldrechner das Elterngeld/Arbeitslosengeld berechnen.

Wobei mir gerade einfällt, dass das bei euch alles schon wieder anders ist, wenn Deine Frau schon ab Juli arbeitslos ist! Dann solltest Du mal googeln nach "Elterngeld und arbeitslos". Ich befürchte, ihr seid zu spät dran, die Frau hätte in diesem Fall die Klasse 3 schon länger haben müssen, damit es in die Berechnung eingeht. Das ist ein sehr komplexes Thema, da müsst ihr euch einfach dorchgoogeln.

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Luscinia 22.05.2017, 13:49
@AndadS

Noch was: Seid ihr schon länger verheiratet und habt Steuerklasse 4/4? Ihr habt schon in den letzten Jahren immer eine Einkommensteuererklärungen gemacht, oder?

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AndadS 25.05.2017, 23:48
@Luscinia

Vielen Dank für die Antwort!

Also der Termin für das Kind ist der 15.1.18. Dann sollte der Mutterschutz am 4.12.17 losgehen. Also Dezember. Folglich sollte Juni bis November reichen, um die 6 Monate in Steuerklasse 3 zu bekommen, wodurch ja dann die vorherigen 12 Monate berechnet würden. Wenn wir also noch im Mai den Antrag stellen, sollte das doch gerade noch rechtzeitig sein, oder?

Googeln hilft da nicht wirklich, ich habe nichts entsprechendes gefunden. Trotzdem danke für den Tipp

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AndadS 25.05.2017, 23:50
@Luscinia

Verheiratet sind wir seit Oktober 2015 und ich hab immer eine Steuererklärung (4/4) mit dem Nötigsten gemacht, warum ist das wichtig?

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Luscinia 26.05.2017, 09:02
@AndadS

Ich meine nur, weil ihr bei euren Einkommensverhältnissen einiges zurückbekommen haben solltet. Dann ist es ja gut,wenn ihr sie gemacht habt. 

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Luscinia 26.05.2017, 09:06
@AndadS

Aber wenn sie doch schon ab Juli arbeitslos ist, hat sie dann ja kein Gehalt mehr, von dem das Elterngeld berechnet werden kann. Dann werden die Monate davor zur Berechnung herangezogen. Arbeitslose haben bzw. brauchen auch keine Steuerklasse. 

Oder habe ich die Situation falsch verstanden? 

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AndadS 26.05.2017, 23:39
@Luscinia

Genau, die 12 Monate vor dem Mutterschutz, also (Dez 2016 bis Juni) / 12.
Puh, wenn du damit recht hast (Arbeitslose haben keine Steuerklasse), dann kann meine Frau bei einem sofortigem Steuerklassewechsel auch keine 6 Monate Steuerklasse III sammeln und die ganzen Überlegungen wären hinfällig.

Bist du dir da ganz sicher? Laut folgender Seite, kann man auch in der Arbeitslosigkeit seine Steuerklasse wechseln, was bedeuten würde, dass man auch eine hat, oder?!
https://ratgeber-umschulung.de/fragen/welche-steuerklasse/

Ich zitiere mal:

"Wenn durch die Steuerklassenänderung Ihr ALG I niedriger ausfällt, wird das Arbeitsamt schon aus reinem Eigeninteresse zustimmen. Wenn sich durch die Steuerklassenänderung jedoch Ihre Leistungen erhöhen würden, das Arbeitsamt also höhere Kosten hätte, dann liegt es durchaus im Ermessen Ihres Betreues die Zustimmung zur Steuerklassenänderung zu verweigern."

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Luscinia 27.05.2017, 10:09
@AndadS

Das was die Seite da schreibt, verstehe ich nicht so ganz. Entscheidend ist doch, was man _vor_ der Arbeitslosigkeit netto verdient hat (also auch abhängig davon, welche Steuerklasse man hatte). 

Aber noch mal einfach ausgedrückt: Elterngeld sowie Arbeitslosengeld wird vom Nettogehalt errechnet. Arbeitslosengeld ist kein Gehalt und deshalb werden die Monate _vor_ der Arbeitslosigkeit zur Berechnung des Elterngelds herangezogen. Deshalb ist es bei euch zu spät, um noch am Elterngeld herum zu maximieren. Aber ein Steuerklassenwechsel kann noch was bringen zur Erhöhung des Arbeitslosengelds. Für den einen Monat. Also wenn, dann schnell... ich weiß nicht, ob es nicht eh schon zu spät ist. 

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Zur Ergąnzung von Luscinias Antwort: Da ein Antrag auf einen Steuerklassen­wechsel immer erst im darauf­folgenden Monat wirkt, muss Deine Frau den Wechsel beim Finanz­amt so schnell wie mőglich stellen, damit die Eltern­geld­stelle ihn noch berück­sichtigt. 

Schafft sie den Wechsel recht­zeitig, ist sie tatsäch­lich zwar nur in den sechs Monaten vor der Geburt in der Steuerklasse III – das reicht aber. Die Eltern­geld­stelle behandelt die Frau dann so, als sei sie während der relevanten zwölf Monate vor der Geburt (Bemessungs­zeitraum) in der Steuerklasse III gewesen. Auf Basis dieses fiktiven Netto­gehalts errechnet die Behörde dann das Eltern­geld. 

Nach der Geburt können die Eltern sofort wieder in die für sie unter normalen Umständen güns­tigste Steuerklassen­kombinationen zurück­kehren. Diese Änderung hat weder positive noch negative Auswirkungen auf das ausgezahlte Eltern­geld.

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AndadS 21.05.2017, 23:25

Hallo Primus,

vielen lieben Dank auch für deine Antwort.
Du weißt nicht ev. auch, ob der Wechseln meiner Frau in Steuerklasse III auch Sinn macht, wenn sie arbeitslos ist? Das ist meine große Sorge.

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Primus 22.05.2017, 09:49
@AndadS

Das macht meiner Meinung nach auf jeden Fall Sinn, da nicht nur das Elterngeld, sondern auch das Arbeitslosengeld maximuert wird.

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Luscinia 22.05.2017, 10:04

Danke für die Ergänzung @Primus.

Ich habe mich nicht mehr mit dem Elterngeld beschäftigt, seit wir wissen, dass wir keine Kinder bekommen können... man vergisst schnell und ich habe ein Hirn wie ein Sieb. ;)

Was mir hier gerade noch aufgefallen ist: Dadurch, dass die Frau schon ab Juli arbeitslos ist, ändert sich doch auch das Vorgehen zur
Elterngeldberechnung, oder?


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Primus 22.05.2017, 14:06
@Luscinia

Gerne;-))  

Wer  sieben Monaten vor der Geburt ALG I bezieht,  dem wird das Elterngeld nach dem Nettoeinkommen in den fünf Monaten vor Bezug des ALG I berechnet. 

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Luscinia 22.05.2017, 14:17
@Primus

Ok, in diesem Fall dann also vom Nettogehalt bis einschließlich Juni 2017... Dann bringt ein Steuerklassentausch jetzt wohl nichts mehr bzgl. Elterngeld.

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Primus 22.05.2017, 14:22
@Luscinia

Hm... stimmt, aber für das ALGII würde es sich meiner Meinung nach rechnen.

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AndadS 25.05.2017, 23:52
@Luscinia

Soweit ich gelesen habe, würde der Tausch schon etwas bringen, weil das Elterngeld, wenn meine Frau 6 Monate in Klasse 3 war, das ganze Jahr auf Basis von 3 berechnet, oder habe ich das falsch verstanden?

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Luscinia 29.05.2017, 09:50
@AndadS

Aber doch nur, wenn sie die 6 Monate auch ein Gehalt bezogen hat. Das hat sie ja nicht, wenn sie nächsten Monat arbeitslos wird.

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Luscinia 29.05.2017, 10:25
@Luscinia

Denke ich jedenfalls... irgendwie ist dieses Thema inzwischen sehr verwirrend und man findet auch keine konkreten Hinweise für diesen speziellen Fall. Ihr werdet es eh einfach ausprobieren, dann seht ihr schon, wie das Elterngeld berechnet wird.

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