Welche Risiken bestehen bei ETFs (Short)?

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  1. Marktrisiko: Der Euro Stoxx 50 kann sich positiv entwickeln und somit der zugehörige Short-ETF negativ.

  2. Volatilitätsrisiko: Der Short-ETF bildet negativ die tägliche prozentuale Veränderung ab. Laufzeiten von mehr als einem Tag können zu Verzerrungen führen.

  3. Kontrahentenrisiko: Bei Swap-basierten ETFs lässt der Anbieter des ETFs sich die Wertentwicklung des Indexes von einer Gegenpartei (Kontrahent) mittels eines Swaps (Tauschgeschäft) zusichern. Zahlungsunfähigkeit von Kontrahenten (meist Investmentbanken) kann zu Verlusten bei ETFs führen. Der Swap-Anteil von ETFs ist gemäß UCITS III auf 10% des Fondsvermögens begrenzt.

  4. Risiko bei der Besicherung von Swap-basierten ETFs: Bei Swap-basierten ETFs muss der ETF-Anbieter gemäß UCITS III Sicherheiten im Wert von mindestens 90% des Nettoinventarwerts (NAV) des ETFs stellen. Bei einer Insolvenz des ETF-Anbieters muss der Anbieter die Sicherheiten so schnell als möglich liquidieren. Je nach Umfang und Qualität der Besicherung können dabei Wertverluste entstehen.

  5. Kostenrisiko: Es besteht das Risiko, dass Spread und Transaktionskosten höher sind als die Kursgewinne des Short-ETFs und somit trotz leicht positiver Kursentwicklung unterm Strich ein Verlust entsteht.

ad 2:

Tag1: Index 2000 -> 2200 (+10%)

=> Short-ETF 100 -> 90 (-10%)

Tag2: Index 2200 -> 2000 (-9,1%)

=> Short-ETF 90 -> 98,2 (+9,1%)

Das heißt der Wert des Short-ETFs hat sich um ~1,8% verringert, obwohl der Index wieder seinen Ausgangswert erreicht hat.

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Das Problem dabei ist das eingesetzte Kapital. Natürlich kann man mit einem Short-ETF in einem nachhaltig durch einen Abwärtstrend laufenden Index gewinnen. Natürlich kann man per Trailing-Stop-Loss auch einen Ausstiegspunkt definieren. Nur: so klare Abwärtstrends gibt es nicht. Und: man kann Bewegungen nur einfach (Short) oder doppelt (Double Short) mitmachen.

Eigentlich möchte man das aber als "Versicherung" gegen fallende Kurse einsetzen. Hierfür sind Optionssscheine das geeignetere Instrument. Für kurz- bis mittelfristige Absicherungen kann man auch mal Knock-Outs verwenden. Das eingesetzte Kapital ist dabei geringer, d.h. wenn die Kurse doch wider Erwarten steigen, dann ist der Verfall der Optionen/der Knock-Out der Zertifikate als Verlust = Versicherungsprämie zu ertragen.

Wenn der ETF auf Grund läuft, dann ist das 1:1 oder 2:1 mit dem Basiswert.

Daher wäre mein Rat, von Short-ETFs eher die Finger zu lassen, denn dafür gibt es bessere Instrumente.

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