Welche Nebenkosten fallen für Eigentümer an bei Verpachtung von unbebautem Grundstück?

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2 Antworten

Zunächst fallen mir Grundsteuer, Haftpflichtversicherung, Grundwasserschadenversicherung, Straßenreinigungskosten sowie kalkulatorische Zinsen ein.

Nach dem Gespräch mit seinem Steuerberater meint der Nachbar aber, dass er mit der Verpachtung auch noch einer gewerblichen Tätigkeit nachgeht und er ergänzt seine Kostenliste mit:

Gewerbesteuern, Steuerberatungskosten, Delkredereversicherung und Opportunitätskosten (für Räumungskosten und nächstbeste Verwertung).

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Kommentar von EnnoBecker
03.09.2012, 14:08

auch noch einer gewerblichen Tätigkeit nachgeht

Wie begründet denn der Berater hier eine gewerbliche Tätigkeit? Ich komme hier auf Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.

Bei einer gewerblichen Verpachtung wäre ja die Gewerbesteuer nicht schlimm - die ist ja weitgehend anrechenbar. Aber die zwangsweise Einlage ins BV wäre ein 23er Vorgang, dass man auch noch die Spekulationsfrist prüfen müsste.

Und die spätere Entnahme wäre auf jeden Fall steuervertrickt und löst eine neue Spekulationsfrist aus.

Vor diesem Hintergrund würde mich mal interessieren, wie der Kollege auf gewerbliche Einkünfte kommt.

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Also ich rede mal nur von Steuern.

Aus der Verpachtung ergeben sich - je nach Zahlenverhältnissen - ja entweder Gewinne oder Verluste. Da das Grundstück unbebaut ist, entfällt schon mal eine Abschreibung, also wird es wohl auf Gewinne hinauslaufen.

Diese sind selbstverständlich zu versteuern. Ich halte das für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung - so dass das Grundstück im Privatvermögen bleibt. Ein ungenannte gebliebener Kollege von LittleArrow hält es für gewerbliche Einkünfte. Ich nehme an, dass sich darüber noch ein Fachgespräch entwickeln wird.

Welche Nachteile die Gewerblichkeit hat, habe ich bei LittleArrow auch schon angedeutet.

Außerdem ist so ein unbebautes Grundstück, auf dem jemand seinen Krüll lagern darf, ja kein Wohnraum. Deshalb greift hier auch keine Umsatzsteuerbefreiung, so dass für die Einnahmen Umsatzsteuer zu berechnen und abzuführen ist. Im Gegenzug können aber die Vorsteuerbeträge aus den Vorleistungen abgezogen werden.

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Kommentar von EnnoBecker
03.09.2012, 15:32

Errata:

Bei der Umsatzsteuer habe ich mir ins Knie geschossen.

Die Umsatzsteuerbefreiung § 4 Nr. 12 Buchstabe a) steuerbefreit.

Die Option zur Regelbesteuerung ist hier tatsächlich eine Option.

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