Welche Grundlagen muss eine AG erfüllen, um Aktien auf einem weiteren Handelsplatz zu platzieren?

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Das sind eigentlich zwei Vorgänge, wenn es sich nicht um ADRs oder GDRs handelt.

  • Die AG gibt neue Aktien aus. Das passiert nicht in Bezug auf einen Handelsplatz, sondern beispielsweise durch eine Kapitalerhöhung generell. Dies wird durch das im jeweiligen Land anwendbare Gesetz für Aktiengesellschaften bzw. Kapitalgesellschaften geregelt.
  • Die AG führt ein zusätzliches Listing an einem anderen Börsenplatz aus. Dies wird dann nicht auf bestimmte Aktien begrenzt, sondern betrifft alle, die hier gelistet werden. Dies wird durch die Börsenregularien für das Listing von Wertpapieren durch die jeweilige Börse definiert.

Im Hintergrund muss man dann noch ggf. das Thema der Verwahrstellen bzw. Clearingstellen beachten. Im Prinzip sind jedoch Aktien mit der gleichen ISIN identisch handelbar. Man könnte also beispielsweise Aktien irgendwo kaufen (Verwahrstelle nicht notwendigerweise in Deutschland), auf eine Verwahrstelle in Deutschland (Clearstream) übertragen lassen, und dann diese Aktien wieder in Deutschland verkaufen.

Also wäre es hilfreich, zumindest zu wissen, wo die AG heute gelistet ist, und wo sie denn hin möchte. Außerdem stellt sich die Frage natürlich, was dieses Listing bewirken soll. Vielfach kann man heute über Broker ja bereits an verschiedensten Börsen handeln, die im Hintergrund sogar Übertragungen zwischen Clearstream und anderen Verwahrstellen ausführen.

Muss die Bank über AG-Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht des Kunden rechtzeitig informieren?

Bei der österr. Wienerberger AG gab es im Sept. 09 eine interessante Kapitalerhöhung unter Börsenkurs mit Bezugsrecht der Aktionäre und Verkauf nicht bezogener Aktien an Interessenten (bzw. einen lybischen Fonds). In Deutschland haben einzelne Banken Depotkunden mit Wienerberger-Aktien über diese Kapitalerhöhung nicht informiert oder eigenmächtig die Bezugsrechte ihrer Kunden einfach verkauft. Sind deutsche Depotbanken verpflichtet, ihre betroffenen Kunden über die Kapitalerhöhung bei einer großen österr. Publikums-Aktiengesellschaft wie Wienerberger AG rechtzeitig zu informieren und den Kunden Teilnahme an der Kapitalerhöhung bzw. Bezug der neuen Aktien zu ermöglichen? Oder darf die Depotbank einfach untätig bleiben oder die Bezugsrechte ungefragt verkaufen?

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