Welche direkten Auswirkungen hat eine steigende Staatsverschuldung für die Bürger?

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Um die hohe Staatsverschuldung auszugleichen muss der Staat irgendwie Geld bekommen oder Geld sparen. Beides betrifft die Bürger direkt. So können entweder Steuern erhöht werden (Mehrwertsteuer --> alle Waren werden für dich teurer, Lohnsteuer --> du hast weniger Netto zur Verfügung, ...) oder der Staat kann seine Ausgaben reduzieren was die Bürger ebenfalls direkt betrifft (z.B. weniger Rente, Hartz IV, BaföG, ... Straßen werden nicht erneuert, ...). Du siehst also, dass wenn der Staat höhere Schulden hat, so muss der Bürger dafür bezahlen. Jeder!!!

Na ja, mehr Staatsschulden bedingen mehr Zahlungen für Staatsschulden. Also muss man entweder noch emehr Schulden machen, oder die Ausgaben kürzen, oder die Steuern erhöhen (oder von jedem etwas).

Mit einem Punkte hat die FDP jedenfalls Recht. Es gibt gewaltige Potentiale die öffentliche Verschwendung zu verringern.

Man mag zu der Frage der Gesundheitskosten z. B. stehen, wie man will, aber der Gesundheitsfonds kostet einen haufen Aufwand, nur für die Verteilung von Geld. Da gäbe es mit Sicherheit andere Lösungen.

Auch im Abbau von Subventionen, bei öffentlichen Bau usw. sind noch große Einsparmöglichkeiten vorhanden.

Grundsätzlich kann man das vielleicht auch den nächsten Generationen überlassen. Ich denke nur, dass es diesmal dann doch anders ist. Wegen der Krise kriegen wir das mit dem vererben nicht mehr hin.

Wir werden also tendenziell mehr Steuern zahlen müssen und weniger (Rente, Krankenvorsorge, Polizei, Straßen usw.) vom Staat bekommen. Das Geld wird weniger wert und mit etwas Pech wird es richtig weniger wert.

Richtig ist die Frage: aber es wird doch schon dauernd schlechter? Stimmt! Richtig gut geht es eigentlich nur Rentnern und Pensionären, die teilweise ein Vermögen und deutlich mehr zum Leben haben als Akademikerhaushalte, deren einzige Chance zu Geld zu kommen reiche Vorfahren sind. Das Problem wird sich voraussichtlich bald erledigt haben. Wir hatten 50 Jahre keine ordentliche Inflation und genau das wäre nötig, um die Verhältnisse ins Gleichgewicht zu bringen.

Die Auswirkungen sind also sehr direkt und so wie die Wiedervereinigung der Auslöser für vieles war, was erst Jahre später gekommen ist, wird auch diese Krise Wellen schlagen, die jeder merkt. Damals ist bei den Renten ein gewaltiger Fehler reingekommen. Statt es von den reichen Rentnern zu nehmen, hat man die Probleme - einen Generationenkonflikt provozierend - nach hinten geschoben.

Die Alternative zur Inflation - durch die Sparer und Rentner endlich ihren beitrag leisten - wäre Staatsbankrott und Neuanfang. Eigentlich auch keine schlechtere Alternative als der über Jahrzehnte dahinsiechende Sozialstaat.

Einfache Lösungen, wie sie die extreme Linke oder die extreme Rechte vorschlagen würde, gibt es für das Problem nebenbei nicht.

Via 50-jährigen Staatsanleihen die Schulden vererben ist sicherlich ein netter ansatz. Allerdings werden sich unsere Kinder dafür herzlichst bedanken. Dann doch lieber Inflation, oder?

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