Welche der privaten Krankenversicherungen würden Sie empfehlen? Referandariatbeginn im November

6 Antworten

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Zu Beginn sollte die Frage stehen: GKV oder PKV. Man muss hier zunächst die Systeme miteinander vergleichen. Dann muss die Lebensplanung mit berücksichtigt werden.

Danach geht es in bei mir zunächst um existenzielle Dinge. Leider laufen die meisten Beratungen danach ab, ob Chefarzt, 2 Bettzimmer usw. gezahlt werden.

Das sind jedoch keine (!!!) Leistungsmerkmale, sondern Ausstattungsmerkmale.

Interessant wird es dann wenn es um Körperersatzstücke, Psychotherapie, GO Anlehnung usw. geht. Da überlegt man dann evtl., ob man den 200 Euro mehr Zahnersatzleistung dem Vorzug gibt, oder der Heimdialyse für jhrl. 110.000 Euro.

Nach Abarbeitung der existenziellen Risiken geht es weiter mit den Details. 100% Heilprakiker sind nicht 100%. Und 50 Sitzungen Psychotherapie können weniger sein als 20 Sitzungen usw. usw. .

Im Ergebnis sind es dann über 80 Seiten Auswertung.

Und dann kommen noch die Auswertungen der Unternehmen, die Bewertung der Kalkulationen.

Die Rückstellungen im Tarif (nicht nur Unternehmen) sind mit entscheidend für die langfristige Beitragsentwicklung.

Pauschale Aussagen, auch wenn sie hier sicherlich wieder kommen werden, sind schlichtweg falsch.

Es gibt Tarife, welche bei einem 40 jährigen Mann z.B. bis heute p.a. 11% Beitragssteigerung erfuhren. Es gibt aber auch Tarife, welche mit 3,5% auskamen.

Alles hängt zusammen und muss ganzheitlich betrachtet werden. Und bitte nicht selber stricken, suchen oder auf Tests reagieren. Die Fragen aus den gesammelten Quellen beantworten sich in einer guten Beratung von alleine. Ist dies nicht der Fall, ist meist die Beratung unzureichend. Für die restlichen Fragen hilft das Nachfragen.

Ein Makler ist hier eigentlich verpflichtet weitestgehende Neutralität walten zu lassen. Er wird in diesem Falle auch alle oder die meisten Gesellschaften berücksichtigen.

Er wird dann nach erfolgreicher (!) Vermittlung durch Provisionen gezahlt. Das Thema Provision jedoch ist nach Befolgung oben genannter Dinge kaum ein Thema. Vorteil hier: Bereits im Vorfeld werden Gesundheitsfragen geklärt. Kommt es evtl. zu höheren Risikozuschlägen oder kann es zur Ablehnung kommen, kann man sich so die Vermittlung sparen. Viele Makler haben sicherlich ihre Favoriten.

Alternativ gibt es eine Beratung auf Honorarbasis. Die Berater könnten hier völlig unabhängig agieren. Da kaum Tarife wirkliche Nettotarife (also frei von wirklich allen Kosten) sind, lässt sich eine Kostenersparnis kaum nachweisen. Im Vorfeld müssen keine Gesundheitsfragen beantwortet werden. Man bezahlt für die Beratung. Unabhängig davon, ob man nun eine Versicherung abschließt, wird das Honorar auf jeden Fall fällig.

Das Einholen von Angeboten beim Versicherer, das Beraten über Banken, Vertriebe oder Außendienstmitarbeitern ist auch möglich. Dabei sind die Angestellten ausschließlich ihrem Arbeitgeber verpflichtet und müssen dessen Interessen vertreten. Der Audihändler wird einem Interessenten kaum vorschlagen einen Mercedes zu erwerben. Selbst wenn der in dem speziellen Fall vielleicht die bessere Wahl wäre.

Eine gute Beratung, ob Makler oder Berater, erkennt man also an eingangs erwähnten Kriterien.

Es ist immer schade, wenn gute und ausführliche Antworten so gut wie gar nicht gewürdigt werden. Daher von mir ein "Daumen hoch"!

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Ich war auch mal Referendar und kann Dir eigentlich nur raten, Dich schon mal vorab im Internet kundig zu machen über die Höhe der Tarife. Ich garantiere Dir, sobald Du vereidigt bist, kommen die Vertreter angerannt. Die haben ganz verblüffend innige Beziehungen zur Personalstelle.

Ich bin bei meiner damaligen Wahl, der Debeka, hängengeblieben. Dass das die beste der privaten Krankenversicherungen ist, mag ich zwar nicht behaupten. Trotzdem komme ich ganz gut mit der aus. Allerdings Beitragssteigerungen gibt es da wie bei allen anderen privaten Kassen auch: 1984 habe ich als Referendar mit DM 36,-- angefangen, heute bezahle ich für eine Vollversicherung € 401,--im Monat (allerdings inklusive Pflegeversicherung, die es damals noch nicht gab).

Ca. 95% aller Menschen kommen mit ihrer PKV gut aus. Weil sie nicht ernsthaft krank sind. Spannend sind die restlichen 5%.

Ich verstehe manche Vermittler nicht, die Angst vor Debeka, HUK usw. haben. Im direkten Vergleich (wie oben von mir beschrieben), finden beide eigentlich nicht mehr statt. Bei Beamten ist zumindest die Debeka näher dran, wird letztendlich aber auch nicht gewählt.

Leider aber ist es fast üblich, dass der Debeka Vertreter gleich bei der Einstellung in die Ämter marschiert / marschieren darf. Meiner Meinung nach sind die öffentlichen Institutionen eigentlich verpflichtet unabhängige Informationen zu liefern. Genau so wie ja jede kleine Ausschreibung für jede kleine Arbeit öffentlich erfolgen muss.

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Die "nette" Debeka hat in den letzten 12 Monaten nach einem Grund gesucht ein kleines - schnell zu behandelndes und relativ kostengünstiges Problem - nicht zahlen zu müssen, da ich angeblich etwas verschwiegen hätte. Dann hätte die mich auch direkt gekündigt. Jetzt, nachdem nix gefunden wurde - weil da eben NICHTS war - werden die Behandlungen nachgezahlt. Also, vorsicht vorsicht :) Ansonsten war ich mit der Debeka immer zufrieden, bin seit meinem 15. Lebensjahr dort.

Schau Dich mal in entsprechenden Internetforen um und Du kannst feststellen, dass es keine Privatkasse gibt mit der nicht irgendein Patient Probleme hat. Und das die privaten Krankenkassen immer kleinlicher und knausriger werden, ist auch bekannt.

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@Privatier59

Das wundert mich auch überhaupt nicht. Es gab ja schon mehrere Berichte über Private Kassen und ihr nicht-funktionieren.

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@Biene77

Nun, eine PKV macht genau das was sie soll. Nach Vertrag leisten. Es gibt genau drei Problemfelder.

  1. Falsch beantwortete Gesundheitsfragen
  2. Unkenntnis der Vertragsinhalte
  3. Unterschiedliche Meinung über den Begriff medizinisch notwendig

Ansonsten gibt es keine Probleme, denn Vertrag ist Vertrag. Und den braucht man genau dann, wenn man sich nicht verträgt.

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@alfalfa

Ja klar. Aber wie gesagt, keiner der drei Punkte trifft zu. Ich hatte 1. Keine falsche Angaben gemacht, 2. kenne ich die Vertragsinhalte und 3. war es - aufgrund von akuten Schmerzen - medizinisch notwendig. Die Debeka hat ja auch mit einem Jahr verzögerung alles nachgezahlt.

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@Biene77

Das ist dann in der Tat Willkür. Grade die Debeka, die aufgrund von Leistungsmängeln bei Hilfs- und Heilmitteln gern mit Kulanz (was streng genommen Betrug am Kollektiv ist) argumentiert. Kenne ich eigentlich so nicht bei der Debeka. But you Never know, dazu fehlen jetzt die Details.

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