Welche besondere Beraterhaftung gibt es bei geschlossenen Fonds?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

...das Modell eines geschlossenen Immobilienfonds ist sehr komplex und mit hohen Risiken für den Anleger behaftet. Das weiss der Anleger v o r der umfassenden Beratung nicht. Nicht ohne Grund haben die Prospekte oft einen Umfang von ca. 80 Seiten !! und die Anlageentscheidung findet unter Beteiligung des Steuerberaters des Anlegers statt. Der Erfolg von geschlossenen Immobilienfonds hängt neben ihrer finanziellen Ausstattung und der Fondsgeschäftsführung immer von der Marktsituation und den fondseigenen Objekten ab. Es handelt sich im wesentlichen um Gewerbeimmobilien, so dass die Rendite von dem geringst möglichen Leerstand und höchst möglichen Mieten, guter Fondsverwaltung abhängt. Geschlossene Immobilienfonds sind ausserdem grundsätzlich eine langfristige (25 / 30 Jahre) Kapitalanlage im Sinne einer unternehmerischen Beteiligung. D. h. auch ein unternehmerisches Risiko. Abhängig von der Gesellschaftsform (GbR, KG pp.) kann auch ein Totalverlust und sogar eine Nachschusspflicht eintreten. Gewerbeimmobilien werden in einer Wirtschaftskrise natürlich weniger nachgefragt, Mietausfälle können das wirtschaftliche Ergebnis belasten. Geschlossene Immobilienfonds sind regelmässig auch mit hohen Darlehen versehen, nicht nur mit Eigenkapital. Die Darlehen müssen bedient werden, auch wenn die Einnahmen sinken oder ausfallen. Der Berater muss alle Punkte, speziell die Langfristigkeit der Anlage (ohne funktionierenden Zweitmarkt) und die möglichen Risiken umfassend und deutlich erläutern. Das sind d i e Punkte, die ein Kunde vorbringt, wenn er eine Falschberatung reklamiert, die sich im übrigen natürlich an der bestehenden Rechtsprechung orientiert, damit sie überhaupt eine Aussicht auf Erfolg haben kann. Da hat sich schon manch seriös und fachlich einwandfrei arbeitender Vermittler über den ein oder anderen Kunden gewundert....

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