Welche Aktien profitieren von der demografischen Entwicklung und den Flüchtlingsströmen nach Europa?

1 Antwort

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es gibt gute Gründe für einen ziemlich schnellen Rückgang der Bevölkerung (Pillenknick, extrem geburtenschwache Jahrgänge, die Tendenz der 1950 bis 1970 als Gastarbeiter geholten Griechen und Italiener, vor allem aber die massive Tendenz der Türken und Ex-Jugoslaven aller Art, in die Heimat zurück zu kehren).

Besser als das ist die Entwicklung der Deutschen Bevölkerung dokumentiert. Seit den siebziger Jahren sterben mehr als geboren werden. Ich denke, dass dieser Trend in den letzten fünf Jahren seinen vorläufigen Höhepunkt hatte. Direkt vor der Finanzkrise (2008, auch noch 2009) war auch die Wanderungsbilanz negativ. In den Jahren sind wir in Summe um mehr als 200.000 Menschen im Jahr weniger geworden. (Quelle: Destatis)

Dagegen steht die seit zehn Jahren in Deutschland zu beobachtende Tendenz zum Dritt- und neuerdings Viertkind, die allerdings sehr mühsam gegen steigende Sterbezahlen arbeitet.

Die Flüchtlinge oder Zuwanderer aller Art hatten wir schon immer! Nach dem Krieg waren es Vertriebene, dann Gastarbeiter, dann Türken, dann Ex-Jugoslaven und so weiter. Auch aus den angrenzenden Ländern und aus Großbritannien, Irland und so weiter kommen ständig welche. Die bleiben auch. Man könnte auf die Idee kommen, dass das unmögliche Wetter hierzulande dafür sorgt, dass Deutschland eine Art "Bleibeprämie" für Menschen aus dem Süden einführen sollte. Sonst hauen die alle wieder ab und die Rente und vor allem auch deren Ersparnisse fördert die Wirtschaft in der Türkei oder Kroatien. Die Zahl der Zuzüge schwankte in der Vergangenheit zwischen 1,5 Mio. (1992) und 660.000 Menschen (2006). Wenn man also durch eine Krise am Tag 100 Flüchtlinge mehr hat, verschwinden die 36.000 mehr oder weniger in der Statistik.

Es ist ein ständiges kommen und gehen, wobei das Gehen in Zukunft - angesichts einer eigenen ständig geringer werdenden Erwerbsbevölkerung Deutschland deutlich mehr belasten wird als das Kommen.

Okay, jetzt haben wir der EU den Euro eingebrockt, um ein paar von ihrer Erwerbsbevölkerung zu bekommen. Ich fürchte ehrlich gesagt, denen wird es hier auch zu kalt. Da hilft die ganze Nettigkeit nichts. Die gehen wieder. Die langfristige Lösung wären die "Vereinigten Staaten von Europa". Dann gehen auch die Deutschen in den Süden (machen die älteren im Winter eh schon) und Deutschland wird bis auf ein paar Städte mit guter Infrastruktur und ordentlichen Flughafen und bis auf ein paar Bauern entvölkert. Wenn die Erde so lange herhält und der Klimawandel so langsam wie bisher bleibt, werden wir das in dee nächsten fünfzig bis hundert Jahren erleben (eigene Prognose). Ok, für den durchschnittlichen Berliner - der eigentlich nicht in einer dieser Großstädte mit guter Infrastruktur und Flughafen lebt - ist es schon heute so aber noch gibt es auch etwas anderes als Großstädte.

Der Unterschied bei Asylanten aus Afrika ist, dass die - im Gegensatz zu Vertriebenen Deutschen und Gastarbeitern aller Art - Lagerzwang haben und nicht arbeiten dürfen. Erst wenn das geändert wird, können Sie den (negativen) Effekt des Abzugs Richtung Süden abmildern. Nur scheinen sie mir dafür zum einen etwas wenig. Zum anderen kommen die aus warmen Regionen und werden wohl lieber den (dort massiveren) Bevölkerungsschwund in Italien oder Griechenland abmildern. Gegen 20 Grad unter null helfen auf Dauer auch keine Besuche und Geschenke der Bayernstars.

Es ist eine schwierige Thematik und ich möchte hier auch keine Flüchtlingsdebatte vom Zaun brechen. Ich wohne halt in der Nähe des Erstaufnahmelagers in Bayern und bekomme daher beide Seiten der Medaille hautnah mit. Daher der Unterton in der Fragestellung. Es kommen eben nicht nur harmlose Flüchtlinge, das ist nun mal die Wahrheit!

Was mir z.B. sehr deutlich auffällt ist, dass nach meiner subjektiven Beobachtung mindestens 75 Prozent der Flüchtlinge männlich sind. Auch die Eurostat bestätigt in ihren Statistiken diese Entwicklung. Ich denke aber, dass auch Frauen und Kinder Schutz brauchen, oftmals bleiben diese aber auf der Flucht auf der Strecke...

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@microgeo

Eine Flüchtlingsdebatte verbietet sich laut Artikel 16 a Grundgesetz und gehe mal einfach davon aus, dass die Abschaffung dieses Rechts in deiner Lebenszeit kein Thema wird. Darauf weisen vulkanismus und gammoncrack zurecht hin.

Die Flüchtlinge, die nach den Vertriebenen des zweiten Weltkriegs kamen, waren - wie auch die Gastarbeiter - immer Großteils nicht allzu alte Männer. Wichtiger als die Strapazen ist, dass diese Bevölkerungsgruppe als erstes getötet oder verheizt wird. Auch ist die Bereitschaft, ihr Leben für die Möglichkeit auf ein etwas besseres zu riskieren, bei der Gruppe besonders hoch.

Was du life beobachtest hat Gründe und es ist ganz normal. So normal wie dass Flüchtlinge und andere Zuwanderer (vor allem seit 1964) die Folgen unserer eigenen mangelnden Vertilität abmildern.

Krisen in der Welt waren in der Vergangenheit immer schlecht für die Region, die durch die Krise Menschen verliert, die für deren Zukunft wichtig sind. Für Deutschland, das diese Menschen zum Teil - wie die USA und andere - bekommen hat, wurden die Krisen durch die Flüchtlinge positiv und das wird auch jetzt so sein.

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@Rat2010

Die Länder brauchen aus meiner Sicht aber viel mehr Hilfe z.B. beim Aufbau von Infrastruktur, Gesundheitssystemen, politischen Reformen und wirtschaftlicher Entwicklung. Nur so ist eine dauerhafte gute Lösung sinnvoll. Die Länder verlieren ja sonst mit der Abwanderung immer mehr Leistungsfähigkeit.

Und vielleicht kann eben hier durch gezielte Wahl seriöser Firmen (wie z.B. Air Liquide für Wasserversorgung) ein kleines Stück dazu beigetragen werden.

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@microgeo

Air Liquide hat nichts mit Wasserversorgung zu tun. Das ist ein Mitbewerber von Linde (also mehr Gasehersteller). Aus Frankreich kommen Veolia und GDF Suez. Ich halte wenig davon, mit der Privatisierung des Wassers anzufangen. Wasser ist in Afrika eher selten das Problem.

Den Ländern in Afrika, wenn du die meinst, wird schon geholfen! Die Region entwickelt sich prächtig. Ich verfolge die Entwicklung über den Afrikaverein der deutschen Wirtschaft und bin jedes Jahr auf einer Konferenz.

Nur sind ja nicht die Länder das Problem sondern die Krisen und Kriege. Was helfen die tollsten Straßen und die tollsten Krankenhäuser, wenn ein Agressor von innen oder außen ein Interesse hat, das Land ins Mittelalter zurückzuversetzen? Was eine politische Reform, wenn Demokratie von militärisch gut organisierten Teilen der Bevölkerung bekämpft wird? Da sind - wie früher im Kongo jetzt in Syrien/Irak und in klein vielleicht auch anderswo - Probleme, gegen die militärisch zu schwache Staaten sich nicht wehren können. So lange der Westen zuschaut, braucht er sich nicht wundern, wenn der Aggressor immer stärker wird.

Flüchtlinge sind also - in Afrika wie anderswo - kein Problem von Infrastruktur, Gesundheitssystemen, politischen Reformen und wirtschaftlicher Entwicklung und wenn das so wäre, werden sie von Deutschland abgewiesen. Sie entstehen dadurch, dass sie im eigenen Land um ihr Leben fürchten müssen.

Es kommen keine Flüchtlinge "aus Afrika" sondern aus Krisenregionen.

Wirtschaftsflüchtlinge gibt es auch, nur sind uns Leute, die Arbeiten können und wollen jederzeit willkommen. Die im Auffanglager kommen aber als politisch Verfolgte und werden, wenn sie aus Regionen kommen, in denen nicht verfolgt wird, ziemlich schnell wieder heimgeflogen.

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@Rat2010

Danke für deine Ausführungen, mit vielem stimme ich überein. Aber bei vielen in Afrika kommt der Aufschwung nicht an. Und da muss man wie auch immer mehr ansetzen. Z.B. untereinander machen die Afrikanischen Staaten noch immer viel zu wenige Geschäfte, vieles läuft über den Außenhandel.

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@microgeo

Beschäftige dich damit und lass sie machen!!!

Um eine Organisation wie die IS zu bekämpfen brauchen die Staaten Hilfe. Oder es entsteht ein neuer Staat, der für die Weltgemeinschaft aber vielleicht ähnlich unangenehm wird, wie es Deutschland war.

Wirtschaftsunionen wie die EAC kriegt Afrika selbst hin. Auch wenn manche Länder klein und manche arm sind, sind es souveräne Staaten, die großteils demokratisch legitimierte Regierungen haben.

Es dauert halt etwas, nur ist das angesichts der Historie - in der viel (ich meine nicht nur viel, viel Geld) ins Ausland gegangen ist - auch nicht verwunderlich.

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