Weidmann stellt sich gegen die Politik der EZB - was ist daran so schlimm?

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4 Antworten

Wenn Du es nicht schlimm findest, dass auch Du für die Folgen dieser Unverantwortlichkeiten haftest, dann ist es eine gute Aktion.

Ich aber stimme Herrn Weidmann und seinen im Spiegel geäusserten Antworten völlig zu und der von Gandalf auch.

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Weidmann stellt sich nicht gegen eine Politik der ECB, weil das Wetter gerade so schön ist und er baden gehen will (no pun intended), sondern weil es darum geht, wer letztendlich für die Aktionen der ECB oder anderer Organe haftet.

Wie bereits die Fed in USA gezeigt hat, kann man einfach durch eine Flutung der Märkte mit Liquidität nicht alle Probleme lösen, denn diejenigen, die davon profitieren, sind vielleicht nicht die Leidtragenden der aktuellen Krise, sondern die Verursacher, die in tiefe Kellerverliese gesteckt gehören, anstelle ihnen auch noch mehr Geld anzuvertrauen.

Der Aufkauf von Anleihen löst nicht das Problem dieser Ländern, sondern sorgt nur für einen kleinen Zeitgewinn, da mal wieder eine Refinanzierungsrunde überstanden ist. Man muss doch fundamental an den Gründen für die Refinanzierungsprobleme arbeiten, nicht nur einfach mehr und mehr Geld produzieren, damit die bisherige Schuldenpolitik weitergehen kann.

Natürlich werden Staaten, die sich nicht so günstig wie Deutschland an den Kapitalmärkten refinanzieren können, stark für eine solche lockere Geldpolitik aussprechen - aber wer wird denn später die Folgen dieser Geldpolitik tragen müssen? Wer ist derzeit als größter Gläubiger in TARGET2 vertreten?

Ich gebe Weidmann vollständig recht, wenn er sich gegen diese Maßnahmen stellt, die ohne entsprechende Verpflichtungen der Südländer erfolgen sollen, ihren Haushalt solide in Ordnung zu bringen. Es gibt Fortschritte, aber diejenigen, die gerade schlimme Bilder an die Wand malen, wenn man nicht die Bondkäufe vorantreibt, sind wohl genau dienjenigen, die bisher vom billigen Geld per Anleihen in der EU profitiert haben, da sie in ihrer eigenständigen, vor-EU Zeit so etwas nie erreichen konnten.

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ich sehe in dem ganzen ein Spiel mit dem Feuer. Die Belastung für Deutschland ist jetzt schon sehr hoch (siehe Antwort von gandalf) und mit den weiteren Aufkäufen werden die schlechten Assets den Banken abgekauft und sozialisiert, wenn es schief geht. Und keiner weiss, ob es gut geht.

Wenn die EZB hier diese Papiere kauft, dann steigt die Belastung für die Staaten, die letztendlich haften, wenn die EZB fallen würde. Und kommt dieser Stein ins Rollen, dann können wir uns alle sehr warm anziehen.

Weidmann hat also nicht unrecht, auf die Risiken hinzuweisen. Ich denke jedoch, auch Draghi ist sich der Risiken bewusst.

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Weidmann will als Bundesbankchef die Stabilität und Kaufkraft des Euros und damit die Ersparnisse und Altersssicherung der kleinen Leute vor dem Wertverfall schützen.

Die Politiker (auch die deutschen!) wollen um jeden Preis das Projekt Euro retten und überdies durch Inflation die überall viel zu hohen Staatsschulden in Relation zum Sozialprodukt verringern.

Die deutsche Industrie unterstützt den Erhalt des Euros um ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den anderen Ländern zu erhalten.

Was Politik und Wirtschaft wollen, steht im Gegensatz zu den Absichten und Aufgaben der deutschen Bundesbank.

Wem man Erfolg bei seinen Bemühungen wünschen soll ist eine Frage, auf die es kaum eine richtige Antwort gibt.

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