Wegen der Inflation hat die Türkei bei etlichen Gütern Preissenkungen um 10 % angekündigt. Welche Folgen sind für die Wirtschaft zu erwarten?

4 Antworten

Die Regierung kann sich mit Unternehmen einigen, dass die auf freiwilliger Basis die Preise um 10 % senken.

Taktischer Weise macht man es bei den Artikeln, die in die Inflationsberechnung eingehen.

https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/verbraucherpreise-zehn-prozent-rabatt-gegen-die-inflation-so-will-die-tuerkei-den-preisverfall-stoppen-/23164380.html?ticket=ST-698246-BlPns0EwmrTY0HcqsCnf-ap3

Diese Maßnahme ist weitgehend Augenwischerei, denn tatsächlich wird kaum etwas erreicht. Aus meiner Sicht ist es eine typische Maßnahme des Hauses Erdogan (der finanzminister ist sein Schwiegersohn).

Es erinnert an die Art der Ausschreibung der Post (telefonabteilung), mit denen die sich früher selbst übers Ohr gehauen hat, bis sie die Schwäche erkannte udn die Abschreibungsmethode änderte.

Probleme löst man nicht mit Kosmetik, sondern mit grundlegenden Änderungen.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Staatliche Einflußnahme, z. B. um Hunger in der Bevölkerung zu vermeiden, ist nicht wirklich ungewöhnlich. Man denke an die in vielen Ländern gestaffelten Umsatzsteuersätze oder auch daran, dass Brot in vielen (nicht nur kommunistischen) Ländern sehr billig war oder ist.

Beispiele gibt es fast beliebig viele. Alles was knapp ist (in München z. B. eine Mietwohnung oder ein Tisch auf der Wies'n), ist deshalb knapp, weil offensichtlich was nicht stimmt oder stimmte. Weil es in M. uninteresant ist, Vermieter zu werden, gibt es zu wenige Wohnungen und weil das Essen und trinken dort zu billig ist zu wenig Platz auf der Wies'n. Nicht anders ist es bei Themen wie Überproduktion in der Landwirtschaft oder dem leidigen Dieselthema.

Städtischer oder staatlicher Mietwohnungsbau sind erst mal die richtigen Maßnahmen. Angebotserhöhung wirkt aber vermutlich dauert es bis zum Zusammenbruch des münchner Wohnungsmarktes, bis die Wohnugen auch auf den Mietmarkt kommen. Dass andere, mehr marktwirtschaftliche Maßnahmen mittelfristig einen vergleichbaren Effekt gehabt hätten, scheitert daran, dass diese Maßnahmen der Bund hätte beschließen müssen. Die Wechselwirkung, dass stärkerer Mieterschutz am langen Ende zu einer schlechten Versorgung der Bevölkerung mit Mietwohnungen führt, scheitert an der Presse und daran, dass kein Mieter diese Wechselwirkung versteht.

Wenn in einen Markt staatlicherseits eingegriffen wird, hat das ziemlich oft Auswirkungen, die genau das Gegenteil dessen bewirken wie das, was vom Staat gewollt ist. Wenn in der Türkei - ich spinne mal - einseitig der Reis- oder der Tomatenpreis gesenkt würde, würden weniger Landwirte Reis oder Tomaten produzieren. Werden aber - auch gesponnen - z. B. Zölle auf Getreideimport abgebaut oder die Umsatzsteuer auf Lebensmittel gesenkt, kann der gewünschte Erfolg unter Umständen ohne Nebenwirkungen erreicht werden.

Die Folgen für die Wirtschaft in der Türkei hängen also davon ab. Tendenziell ist die Wirkung positiv, weil Geld, das nicht für z. B. Lebensmittel oder Medikamente ausgegeben wird, für anderes bleibt. Falsch gemacht erhöhen solche Maßnahmen den Preis mit gegenteiliger Auswirkung (siehe münchner Mietmarkt).

27

"weil das Essen und trinken dort zu billig ist" - nein.

Weil zuwenig Platz ist für Verrückte aus aller Welt.

Wegen denen geht unsereiner entweder am Vormittag oder gar nicht hin.

Für den Preis einer Maß bekommt man anderswo ein ganzes Tragerl.

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43
@correct

Erst mal Grüße in die Nachbarschaft.

So wie Mieterhöhungen ein Politikum sind, ist es auch der Bierpreis. Wenn er auf z. B. 20, 30 oder 40 € steigen würde oder gestiegen wäre, wäre das Thema beseitigt. Genau die, die die zum Saufen kommen, würden sich dann etwas anderes suchen.

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27
@Rat2010

Servus,

Ich weiss nicht.

Ob sich ein Italiener, Neuseeländer oder Preiss vom Bierpreis abhalten lässt?

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43
@correct

Preissn sind sicherlich am ehesten preissensitiv aber auch einige Niederbayern und Schwaben würden sich umorientieren. Schon durch die dann entstehende Konkurrenz wäre die Wies'n entlastet. Nur will das scheinbar keiner.

Andere Sachen wie mehr Mietwohnungen will man, macht aber genau das Gegenteil von dem, was zu mehr Mietwohnungen führt.

Thema ist, dass nur der Preis Angebot und Nachfrage regulieren kann. Was auch sonst??? Wenn es zu viele Staus gibt, wird wohl Autofahren zu billig sein. Und ...ups, wir zahlen in D ja tatsächlich nichts für die Straßen. Komischerweise auch kein anderer. Irgendwie nicht logisch, dass die der Steuerzahler zahlt. Also auch der, der kein Auto hat. Das ist bei der Bahn anders und deshalb ist die (im Vergleich) in Deutschland zu teuer.

Man kann immer auf die Vernunft hoffen. Wesentlich sinnvoller wäre es, Sachen marktwirtschaftlich anzugehen. Dann ist das, was man will, ziemlich einfach zu erreichen. Deutschland stößt deutlich zu viel CO² aus. Wie viel logischer als Verbote und das Hoffen auf eine freiwillig Umstellung auf Elektro wäre es, statt der Straßen der Bahn die Bahnstrecken und allen den Nahverkehr kostenlos (oder eben von Steuergeld hoch subventioniert) zur Verfügung zu stellen und die vielleicht dann auch noch auszubauen?

Deutschland ist langsam aber sicher das letzte Land, in dem genau das am billigsten ist, das die Umwelt am stärksten schädigt.

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30
@Rat2010

" Und ...ups, wir zahlen in D ja tatsächlich nichts für die Straßen."

Ist Deine Aussage jetzt Ironie oder Altersdemenz??

KFZ-Steuer, LKW-Maut, Mineralölsteuer und MWSt auf den Kraftstoff inkl. Mineralölsteuer. Rechne das mal zusammen und vergleich es mit Den Kosten für die Straßen. 

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43
@Tritur

Nein, keine Altersdemenz. Nur Grundkenntnisse, die dir offensichtlich fehlen. Keine Ahnung, was du so machst aber den Unterschied zwischen einer (zweckgebundenen) Abgabe und Steuern sollte man eigentlich kennen.

Du leider nicht, also: zweckgebundene Abgaben wie Gebühren werden zweckgebunden verwendet. Steuern wandern in den selben Steuertopf wie alle Steuern und die sind für alle Ausgaben. Steuereinnahmen und Ausgaben für Straßen haben nichts direkt miteinander zu tun. Steuern und wofür sie ausgegeben werden sind ein Politikum. Anders ist z. B. die Dieselbegünstigung in D auch nicht zu erklären. Sie ist dann, wenn man mehr Fracht von der Straße auf die Schiene bringen will, nicht logisch und kann nur historisch erklärt werden.

Dass in D zu wenig der Steuern für die Straßen ausgegeben wird, merkt man spätestens, wenn man in einem Land mit vernünftiger Infrastruktur Auto fährt. Staus in der Anzahl und dem Format erlebt man - jedenfalls in entwickelten Ländern - nur in Deutschland.

Die Maut geht an den Betreiber und der kann auch Gewinne machen. Der Betreiber arbeitet aber normalerweise wie ein Unternehmen. Maut wird in D nur von LKWs bezahlt. Es ging ums Auto fahren.

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30
@Rat2010

Die Unterschiede zwischen Steuern, Abgaben und Gebühren muss mir keiner erklären. Auch die staatliche Mittelverwendung wollte ich mit Dir nicht diskutieren.

Mit der Aufzählung der Steuern und Abgaben, welche die Bürger allein im Zusammenhang mit dem Autofahren an den Staat zahlen, wollte ich Dir nur zeigen, wie falsch Deine Aussage ist (" Und ...ups, wir zahlen in D ja tatsächlich nichts für die Straßen."). Es ist der Staat, der sein Geld lieber für immer höhere Sozialausgaben verplempert, als für Investitionen in Straßen und andere Infrastrukturen.

Der Einzug der Maut-Gebühren wurde einem privaten Dienstleister übertragen. Trotzdem ist natürlich die Staatskasse der Endbegünstigte. Ach ja, auch LKWs sind Autos und benutzen die Straßen.

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