Wasser wird nicht richtig warm - ist das ein Grund für eine Mietminderung?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

damit würde man sich keinen gefallen tun das ist eine reine einstellungsache:

Warmwasserversorgung (nur 40 Grad warm)

Ein erheblicher Mangel liegt nicht vor, wenn das Warmwasser nur 40 bzw. 43 Grad Celsius beträgt oder aufgrund von Wartungsarbeiten (kurzzeitig) ganz ausfällt.

LG Hamburg, Urteil vom 13.07.1978 - 7 S 66/78, WM 1978, S. 242.

Warmwasserversorgung (Ausfall)

LG Berlin, WM 1955, S. 134.

AG Münster, WM 1981, S. U 22.

Warmwasserausfall im Winter (totaler)

LG Berlin, Urteil vom 20.10.1992 - 65 S 70/92, WM 1993, S. 185 (Totaler Warmwasserausfall von September bis Februar; Eine Wohnung ohne Gas für Heizung, Herd und Warmwasser ist für die Zeit ab Beginn der Heizperiode in ihrem Gebrauchswert vollständig gemindert.).

http://www.hanhoerster.de/html/mietminderung_warmwasser.htm

Irgendwie scheint es Dir eher auf die Mietminderung als auf die Schadensbeseitigung anzukommen. Warum dauert es eine Woche bis zum Wiederkommen der Firma? Das wäre die wichtigere Frage. Und wieviel Grad sind "lauwarm"?

Wasser muss in der Aufbereitung eine Mindesttemperatur von 60°C und am Austrittspunkt am Wasserhahn von mind. 45°C erreichen (so wurde mir das jedenfalls vor sechs Jahren bei der Renovierung meines Hauses vom Installateur erklärt), um einen sinnvollen Legionellenschutz darzustellen. Ist dies nachhaltig nicht so, stellt die gesamte Wasseraufbereitungsanlage im Prinzip ein Gesundheitsrisiko dar und muss unmittelbar repariert werden, um den erforderlichen Zustand wieder herzustellen.

Ich würde das durchaus als einen Grund für eine Mietminderung sehen, aber da eine Woche für die Behebung des Mangels auch im Rahmen einer Fristsetzung wäre, könnte das wirklich ein Grenzfall sein. Also: den Vermieter auf den Mangel hinweisen und freundlich eine Lösung herbeiführen, die bei Anhalten des Mangels auch eine Mietminderung beinhalten kann. Letztendlich ist aber der Vermieter mit dem Zustand seiner Warmwasserbereitung wahrscheinlich ebenso unglücklich wir Ihr.

Deinen letzten Satz finde ich sehr sympathisch! Schließlich hat der Vermieter keinerlei Vorteil vom lauwarmen Wasserangebot. Nur die Mieter sparen unfreiwillig die Heizkosten. Leider gibt der Fragesteller keine Informationen über den Grund für die Verzögerung, so dass eine Beurteilung der Mietminderungsrechtfertigung spekulativen Charakter hätte.

Die Legionellengeschichte ist mittlerweile recht komplex geworden, wie ein Blick hier zeigt: http://de.wikipedia.org/wiki/Legionellen. Die thermische Desinfektion mit 60-70° C soll durch das gesamte Leitungsnetz geführt werden, womit allerdings an den Zapfstellen eine unmittelbare Verbrühungsgefahr geschaffen wird. Da L. selbst in Kaltwasserleitungen (vor allem im Sommer) vorkommen können, ist möglicherweise unklärbar, bei welchem Zapfvorgang man sich die L. eingehandelt hat.

Der o.a. Link zeigt die allgegenwärtige Bedrohung mit L. Zuhause und im Urlaub auf. Demnach hätte die Menschheit (auch in D) schon vor der Gültigkeit des DVGW-Arbeitsblattes W 551 schon längst ausgerottet sein müssen. Irgendwie und -wo wird dabei offensichtlich maßlos übertrieben!

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@LittleArrow

@LittleArrow:Dafür hatten wir dieses Jahr weder Vogel- noch Schweinegrippe. Hat man vielleicht bei all dem Euro-Gesumse vergessen. ;-)) noch!

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