Was würdet ihr am System der gesetzlichen Rente in Deutschland ändern wenn ihr Einfluss nehmen könntet?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich würde eine totale Sozialrechtsreform machen und damit die Rentenversicherung in der jetzt eistierenden Form auf Sicht von ca. 50 Jahren (wenn wer heute mit Einzahlung beginnt, in Rente geht) abschaffen.

Grundlagen unseres Sozialsystems: 

Wir lassen keinen verhungern, also wer keine ausreichenden Einkünfte hat, bekommt ALG II/Grundsicherung

Heutige und zukünftige Tatsache:

Der Zusammenhang zwischen eingezahlten Beiträgen und Auszahlungen aus dem System wird immer geringer.

Wer eine zu geringe Rente bekommt, um davon leben zu können, muss den Gang über die Ämter machen. Wohngeldstelle, Grundsicherungsstelle usw.

Bereits heute werden über 25 % des Haushalts der Deutschen Rentenversicherung Bund aus dem Bundeshaushalt gezahlt.

Also radikale Änderung.

Es gibt eine staatliche, steuerfinanzierte Grundrente in Höhe von 900,-, 950,-, oder 1.000,- Euro. (Bitte nicht an den Beträgen festnageln, die müssen berechnet werden.

Der Rentenversicherungsbeitrag wird zum Teil auf die Einkommensteuer umgelegt (Damit zahlt dann auch der Chefarzt automatisch mit ins System). Der Arbeitgeberbeitrag wird durch eine 9,35 %ige Lohnsummensteuer ersetzt. Damit werden dann auch auf Vorstandsgehälter und Aufsichtsratsvergütungen Beiträge erhoben. Das ist mir eigentlich nicht wichtig, weil es Beitragsmäßig nicht bringt, aber die Linken können es sich dann auf die Fahne schrieben, dass auch die Bozen zahlen.

Damit wird die Belastung für den Durchschnittsverdiener aber gesenkt, was er in die eigene Versorgung einbringen kann, wenn er mehr als die Grundrente haben will. Aber damit kann sich jeder entscheiden, wie er seine Alterversorgung möchte. Als Mietfreiheit, durch kauf einer Immobilie. Oder als Renternzuschuss, durch eine Geldanlage, oder Anlageimmobilie. Oder aus Renten- oder Aktienfonds.

Die öffentliche Rentenversicherung könnte ja als öffentlich kontrolliertes Anlage- und Renteninstitut überleben.

Vorteil:

Die Grundsicherung jedes Einwohners ist durch eine Zahlung aus öffentlichen Kassen gesichert, für die nur ein Antrag nötig ist. Das Geld kommt aus der Steuerkasse.

Wer eine Zusatzversorgung, in welcher Form auch immer macht, bekommt die Gegenleistung zu seinen individuellen Einzahlungen.

Natürlich bedingt es eine langfristige udn wohlüberlegte Übergangsphase, aber wir werden nicht um ein System dieser art herum kommen.

Ausserdem könnte man auch als Ergänzung zur Lohnsummensteuer, auch eine "Automatisierungssteuer" ins System einführen, für Unternehmen, die jede Art von Beschäftigten durch Roboter ersetzen.

Aussergewöhnliche Maßnahmen, aber wenn dasSystem nicht völlig kollabieren soll, wird man sich etwas neues einfallen lassen müssen, anstatt das System alle 5 Jahre zu verschlimmbessern.

Interessanter Vorschlag, aber für mich schwer zu denken. Die gute alte, bewährte DRV abschaffen?

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Ich würde wohl die bAV ersatzlos abschaffen und durch private Pflichtvorsorge ersetzen. 

Ordentliche Leistungen aus der betriebliche Altersvorsorge haben fast nur Leute, die auch ohne diese Vorsorge eine überdurchschnittliche Rente bekommen.

Die private Altersvorsorge in D ist durch die Reformen der letzten Jahre ziemlich gut geworden: http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Weitere_Steuerthemen/Altersvorsorge/2017-08-21-Riester-Rente-wird-noch-attraktiver.html

Wenn man jetzt noch die leidige Beitragsgarantie - also dieses eine unsinnige Schräubchen - wenigstens für Menschen unter 55 Jahren abschaffen würde und dann noch eine Pflicht zur privaten Altersvorsorge einführt, ist innerhalb von zwanzig Jahren trotz deutlich geringerem staatlichen Zuschuss wirklich jeder selbst schuld, wenn er Grundsicherung beziehen muss.

Die Zahl der Empfänger würde jedenfalls deutlich zurückgehen.

Höhere Freibeträge (warum nicht 6.000 € im Jahr?) auf realisierte Gewinne aus Fonds ab Renteneintritt wären auch hilfreich. Für viele, vor allem Selbständige ist das eine sehr sinnvolle, weil nach Kassenlage und flexibel aufgebaute Altersvorsorge. Die aber leider aktuell vom Staat in Rente nicht anders besteuert wird als im Erwerbsleben.

Mal als Nebenschauplatz des derzeitigen Systems:

Ich finde es nicht in Odnung, dass Menschen, die lange gearbeitet haben und deren Rente trotzdem nicht über dem Grundsicherungssatz liegt, keine Freibeträge bzgl. der Grundsicherung erhalten.

Derzeit gibt es ja keinen Unterschied zwischen Personen, die sich eine Rente erarbeitet haben und andererseits Personen, die keinen Rentenanspruch haben.

Ab 01.01.2018 gibt es diesen doch. Etwas mehr als 200,- € bleiben anrechnungsfrei.

Wer aber sein ganzes Leben gearbeitet hat und in 40+ Jahren nie auf die Idee gekommen ist mal betrieblich oder privat was zu tun, der verdient auch nicht viel Mitleid.

Wenn der Lebenslauf nicht voll ist von Schwarzarbeit, Arbeitslosigkeit, Teilzeit etc. gibt es kein Argument nicht Altersvorsorge betrieben zu haben, das nicht im Verantwortungsbereich eines Menschen selbst liegt.

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