Was versteht man unter einem Roll-over-Kredit ?

2 Antworten

Der Roll-over-Kredit ist in der Regel ein mehrjähriger Bankkredit für Unternehmen mit variabler Verzinsung und festen Tilgungsraten, die aber durchaus zu den Roll-over-Terminen vorzeitig entschädigungsfrei zurückgezahlt werden könnten.

Wesentliches Merkmal dieses Kredites ist die sich regelmäßig wiederholende Zinsfestlegung auf einer festgelegten Zinsbasis (z.B. Euribor) plus einer vereinbarten Zinsmarge. Der Zinssatz wird dabei alle drei oder 6 Monate neu auf der dann gültigen Zinsbasis festgelegt. Während dieser Zinsperiode ist der Zinssatz fest (vergleichbar mit einem Festgeldzinssatz). Da der Roll-over-Kredit über x Jahre läuft, braucht er zu den Roll-over-Zeitpunkten nicht verlängert zu werden.

Für Privatleute wie für Unternehmen ist die variable Zinsgestaltung mit einem Zinsveränderungsrisiko verbunden. Nicht selten enthalten daher solche Roll-over-Kredite auch eine Festzinsoption, bei der der Kreditnehmer rechtzeitig vor dem Roll-over-Termin sich eine Festzinsindikation für die Kreditrestlaufzeit geben lassen kann, die er dann innerhalb weniger Tage annehmen müßte; andernfalls läuft der Kredit auf variabler Basis weiter. Nach Ausübung der Festzinsoption führt die vorzeitige Kreditrückzahlung möglicherweise zu einer Vorfälligkeitsentschädigung.

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