Frage von Blaumeise76, 24

Was tun, wenn das Angebot einer Fachfirma sich erst im Nachgang als nicht aussagekräftig in Sachen fachgerechter Ausführung darstellt?

Wir haben von einer Fachfirma ein Angebot zur Kellerabdichtung inclusive Perimeterdämmung erhalten. Die Firma war von Anfang an informiert, dass wir die KfW im Boot haben und somit auch die Wärmenachweise erfüllen müssen. Während der Arbeiten stellte sich heraus, dass diese nicht fachgerecht durchgeführt werden, Trocknungszeiten nicht eingehalten, Drainage zu hoch verlegt, falsches Füllmaterial etc. Wenn wir nicht vor Ort gewesen wären, hätten die alles so fertig gemacht und niemand hätte etwas bemerkt. Da wir aber rechtzeitig eingeschritten sind, wird jetzt alles richtig gemacht, allerdings sagte uns die Firma dann auch, dass wir mit Mehrkosten infolge dessen zu rechnen haben. Für uns stellt sich jetzt die Frage, inwieweit ein Angebot doch die Normen der fachgerechten Umsetzung beinhalten sollte. Wir haben auch den Eindruck, dass die Firma einfach nur schnell fertig werden wollte, um dann den nächsten Kunden abzuarbeiten. Zudem wollte er relativ schnell eine Abschlagszahlung in höhe von 90 % des Rechnungsbetrages, welche wir aber nicht überwiesen haben. Wie sollte man jetzt weiter mit dieser Firma umgehen? Welche rechtliche Handhabe haben wir? Vielen Dank schon einmal für den Rat! MfG K. Müller

Antwort
von Blaumeise76, 4

Die Arbeiten wurden jetzt nachgebessert, nachdem wir einen Bauingenieur die Kommunikation mit dieser Firma übertragen haben. Allerdings sind enorme Mehrkosten entstanden und entstehen noch, durch die nunmehr korrekte Ausführung. Wir liegen jetzt schon 25 % teurer als das ursprüngliche Angebot. Wenn man als Laie sich Angebote einholt, geht man doch davon aus, dass diese so erstellt werden, dass es sich um eine fachgerechte Ausführung handelt und die Fachfirma alle Positionen dahingehend berücksichtigt. So ein Vorgehen empfinde ich als sehr befremdlich. Hat man diesbezüglich Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, im Zweifel dann über die Handwerkskammer. Gibt es Erfahrungswerte, wie man in so einem Fall agieren sollte? Vielen Dank schon einmal für die Antworten!

Antwort
von hildefeuer, 17

"allerdings sagte uns die Firma dann auch, dass wir mit Mehrkosten infolge dessen zu rechnen haben."

Die Firma kann den Vertrag nicht einseitig mündlich ändern, schon lange nicht, wenn man nur auf fachkundige Ausführung dringt.

"Für uns stellt sich jetzt die Frage, inwieweit ein Angebot doch die Normen der fachgerechten Umsetzung beinhalten sollte."

Nein, diese Frage stellt sich nicht. Ich würde die Arbeiten nicht abnehmen und in Folge auch nicht zahlen, wenn die Arbeiten nicht fachgerecht umgesetzt werden.

Da ja noch nicht gezahlt wurde, sind Sie am längerem Hebel. Ist denn eine Abschlagzahlung vor Fertigstellung und Abnahme vertraglich zugesichert worden? Wenn nicht, braucht auch nicht gezahlt werden.

Schriftlich per Einschreiben/Rückschein auffordern die Arbeiten abzuschleißen/Fertigzustellen.

Das einzige was fraglich ist: Könnt Ihr denn beurteilen ob die Arbeiten fachgerecht umgesetzt wurden? Gibt es einen Achitekt oder Bauing. der das beurteilen kann? Einige Dinge lassen sich auch einfacher klären. Die Eimer der Dichtmasse aufheben. Da steht die Trockungszeit drauf.

Dräinage zu hoch verlegt, da würden Fotos reichen, wenn das so war. Ebenso beim Füllmaterial. Nicht das das nachher alles bestritten wird.

Wenns Probleme gibt kann man auch die Handwerkskammer kontaktieren, bevor man Anwälte beauftragt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community