Was sollte man beachten wenn man als unverheiratetes Paar ein Haus gemeinsam finanziert?

1 Antwort

Es gibt drei prinzipielle Optionen für den Erwerb einer Immobilie:

(A) Nur einer der beiden Partner wird Eigentümer der Immobilie und auf diese Person laufen Darlehen etc. Die andere Person zahlt ggf. die Darlehen mit ab. Die Bank sieht nur einen Schuldner und wird daher ggf. etwas ungünstigere Zinsen vorschlagen, als wenn das zwei Gesamtschuldner wären.

(B) Beide Partner treten gesamtschuldnerisch für die Darlehen ein und sind gemeinsam im Grundbuch als Eigentümer eingetragen (zu je 50%).

(C) Beide Partner treten einzelschuldnerisch für jeweils einen Teil des Gesamtdarlehens mit jeweils eigenen Verträgen ein. Die Immobilie wird in einem dazu passenden Verhältnis im Grundbuch als Eigentum der beiden Parteien eingetragen.

Option A ist ungünstig für den nur zahlenden Partner, da er/sie keine Eigentumsrechte erwirbt. Hier könnte man vereinbaren, daß im Falle einer Trennung der gezahlte Ratenbetrag wieder zurückerstattet wird, was für den Auszahlenden eine gewisse Belastung darstellt.

Option B ist der übliche Weg und bietet bei einer im Sinne der Lebensplanung erfolgten Aufteilung von Zahlungen eine gerechte Aufteilung für beide Seiten. Hat beispielsweise ein Partner die Sorge für ein Kind übernommen und arbeitet der andere, so leisten beide ihren Beitrag für die Partnerschaft, nur einer kann jedoch die Zahlungen für die Darlehen erbringen. Dennoch sollte die Aufteilung der Immobilie 50:50 erfolgen. Im Falle einer Trennung sollten die beiden die Trennung der Gesamtschuldnerschaft herbeiführen, d.h. müssen eigene Sicherheiten für ihre dann entstehenden Teildarlehen bringen. Das könnte eine Herausforderung werden, da das Risiko der Bank steigt.

Option C wäre eine Variante, die von vorneherein eine gewisse klare Aufteilung vornimmt und mit Einzelschuldnerschaften arbeitet. Das ist später auch leicht zu trennen, wobei es natürlich weiterhin um nur eine Immobilie geht, die als solche schwer zu teilen sein dürfte. Man bekommt in dieser Variante unter Umständen aufgrund der Einzelschuldnerschaften und der Aufteilung der Grundschuld schlechtere Zinssätze, da das Risiko für die Bank höher ist.

Der einfachste Fall bei einer gutgehenden Partnerschaft wäre Variante B, denn dann verfügen beide Partner über Eigentumsrechte und können günstige Darlehenszinsen durch die gesamtschuldnerische Verantwortung für die Darlehen bekommen.

Der einfachste Fall bei einer abzusehenden Trennung wäre, überhaupt kein Haus zu kaufen :-)

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