Was sind gute Alternativen zu Gold und Silber?

1 Antwort

Gold ist eine Angstwährung, d.h. der Goldpreis spiegelt in gewisser Weise eine Einschätzung von Marktstabilität und der Qualität von Alternativen wider. Wie Du schon sagst, es kann sein, daß der Goldpreis von knapp $1500 jetzt nachgibt und in 10-15 Jahren nur noch bei $1000 oder $600 liegt. Er kann aber auch bei $2500 liegen. Das wäre dann ein deutlicher Verlust oder ein deutlicher Gewinn. Wer will schon warten, bis das nächste Chaos auftritt und Gold bis $2500 läuft? Der Goldpreis kann dann aber auch bei $1500 liegen, d.h. Du hast über 10-15 Jahre hinweg nichts gewonnen, sondern per Inflation verloren.

Daher gilt nicht nur "buy low, sell high", sondern auch, daß die Börse keine Rolltreppe nach oben ist, auf die man irgendwann aufspringt, sondern man eher eine Achterbahn, bei der man sich klar sein muss, daß die Strecke während des Betriebs erst gebaut wird ;-)

Sollte sich Nordafrika wieder beruhigen und Europa die Schuldenkrise endlich in den Griff kriegen, dann wird auch Gold verlassen und Investitionen gehen in andere Richtungen. Das wird IMHO jedoch in den nächsten 12 Monaten nicht passieren. Lies auch mal dies: http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Interview-Ifo-Chef-Sinn-Wir-muessen-den-Griechen-den-Geldhahn-zudrehen-1126521

Daher ist für jeden Wert, in den Du investieren möchtest (und ganz besonders für Einzelrohstoffe und Einzelaktien) nicht nur die Frage nach einem Einstieg zu stellen, sondern auch nach einem Ausstieg. "Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen" bedeutet, daß man heute nichts mehr kaufen kann, in den Kostolanischen Tiefschlaf von 20 Jahren geht, und als reicher Mensch wieder aufwacht, sondern ständig aufpassen muss, was passiert.

Du kannst in diesem Sinne natürlich Gold auch bei $1490 kaufen, solltest dann aber auch über einen Ausstiegszeitpunkt nachdenken. Beispielsweise wäre dies $1400 (ca. 7% Verlust) oder $1310 (ca. 12% Verlust). Läuft Gold weiter bis $1600, kann dieser Punkt auf $1500 oder was auch immer nachgezogen werden... und so fort. Verkauft man dann bei $1400 und sieht Gold nach einem Dip zu $1300 wieder steigen, kann man bei $1350 ja wieder einsteigen :-) Und das Spiel beginnt von vorne

Alternativen zu Gold sind Silber (derzeit in Konsolidierung, daher ist Vorsicht angesagt), Platin (auch als Industriemetall verwendet) und Palladium (Vorsicht: sehr volatil mit der Automobilindustrie verbunden). Weitere Alternativen wären Indices, die "Precious Metals" oder generell "Metals" (dann auch Kupfer, Nickel, Zinn, Zink, ...) zusammenfassen und damit das Risiko etwas moderieren.

Noch breiter wären dann DJ UBS Commodity Index, der CRB Index oder RICI. GSCI ist zu sehr energielasting, aber es gibt auch einen GSCI für Precious Metals und für Industrial Metals. RICI gibt es auch für Metals.

Prinzipiell stimmt die Analyse von gandalf94305. Ein wenig Risikomanagement sollte jeder machen, der Investitionen tätigen möchte.

Wann könnte sich die Weltwirtschaft gefestigt haben?

Die Vereinigten Staaten sind gerade gestern (16. Mai 2011) an ihre eigene Schuldengrenze gestoßen - sieben Monate vor Jahresende. Staaten wie Kalifornien und Texas sind de facto genauso pleite, wie Griechenland und Portugal in Europa.

Die Gesamtverschuldung der USA liegt im Bereich der europäischen PIIGS Staaten; also alles andere als beruhigend.

Auf die Situation im Euro Raum will ich hier nicht eingehen, sie dürfte bekannt sein.

Sowohl der Dollar, als auch der Euro sind extrem gefährdet

Während die Vereinigten Staaten gerne einmal eine etwas höhere Inflation in Kauf nehmen, um dadurch die Schuldenlast zu senken, ist dies in Europa fast nicht möglich, ohne den Euro Raum zusammenbrechen zu lassen.

Zurück zu den Edelmetallen, insbesondere Gold

Gold hat in den letzten 5000 Jahren eigentlich immer seinen realen Wert behalten. Bereits bei den antiken Babyloniern wurde für einen Laib Brot der Preis in einer bestimmten Menge Goldkrümeln festgelegt. Dieser Preis gilt auch heute noch, hat sich also in 5000 Jahren in Gold gerechnet nicht wesentlich verändert.

Die darstellung des Goldpreises ist zudem sozusagen auf den Kopf gestellt.

Es ist ja nicht so, dass Gold sowohl in Euro, vor allem aber in US Dollar gerechnet, immer teurer wird. Im Gegenteil: Das Geld, das man zum Erwerb für eine bestimmte Menge Gold anbietet, wird immer weniger wert.

An dieser Situation dürfte sich auf absehbare Zeit nichts wesentliches ändern. Es sei denn, die hoch verschuldeten Staaten, allen voran die Vereinigten Staaten, würden ihre Schuldenkrise bewältigen. Das wird m. E. aber nicht passieren.

Die Alternativen zu Gold und anderen Edelmetallen

Als Alternative zu den Edelmetallen kann man alles nehmen, was nicht beliebig vermehrt werden kann, wie es jetzt mit dem Geld geschieht.

Wenn man dann noch einen besonderen Renditekick mit einbauen möchten, kann man sich überlegen, was wohl in bestimmten Phasen der weiteren Entwicklung besonders nachgefragt wird.

Einge Beispiele

Ich gehe davon aus, dass die Weltbevölkerung weiter zunehmen wird; insbesondere in Asien und Lateinamrika. Genau diese Regionen sind es aber auch, die sich in naher Zukunft mehr Wohlstand erarbeitet haben werden. D. h., die Menschen dort werden mehr veredelte Lebensmittel nachragen, Fleich, Milch, aber auch einfach sauberes Wasser.

Zur Produktion von Fleisch und pflanzlichen Lebensmitteln wird Ackerfläche benötigt. Diese geht jedoch kontinuierlich zurück. Hier haben wir das Phänomen, dass ein bestimmtes Gut nicht nur nicht beliebig vermehrt werden kann, sondern sogar weniger wird. Aus Sicht des Betriebswirts heißt das dann: Der Preis wird steigen.

Das gleiche passiert extrem mit den fossilen Energieträgern Öl und Uran, aber auch mit den Industriemetallen, die überall verbaut werden.

Diese Werte sind jedoch sehr von der Konjunktur abhängig (in einer Wirtschaftskrise wird eben weniger Industriemetall verbaut, die Nachfrage und der Preis sinken). Die Menschen müssen aber auch in der Wirtschaftskrise weiterhin essen und trinken.

Ich persönlich sehe deshalb die Investition in Ackerbau langfristig als sehr aussichtsreich an.

Das bedeutet: Düngerhersteller, landwirtschaftliche Immobilien (gibt es auch als Aktiengesellschaften), Lebensmittel- und Wasserhersteller.

Dem kann ich auch zustimmen. Nicht umsonst habe ich auch einige Investments im Agrarbereich und in entsprechende Rohstoffe.

Nur ist die Frage natürlich, ob jemand, der heute darüber nachdenkt sein Tagesgeldkonto aufzulösen, mit solchen Optionen gut schlafen kann.

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