Was passiert, wenn ein Elternteil gegen die Eröffnung eines Girokontos für das Kind ist?

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Eindeutig: Ja, der Vater hat das Recht dazu. "Auch die Einrichtung eines Girokontos ist für den Minderjährigen wegen der rechtlichen Nachteile nicht im Alleingang möglich. Er würde sich zum Bezahlen etwaiger Kontogebühren verpflichten oder könnte von der Bank mit Schadenersatz- oder Zinsansprüchen belangt werden. Minderjährige brauchen deshalb zur wirksamen Eröffnung eines Kontos die Einwilligung ihrer Eltern. Das gilt auch für andere Bankverträge wie Überweisungen, Barabhebungen oder den Antrag einer Zahlungskarte. Liegt die Unterschrift der Erziehungsberechtigten bei Vertragsschluss nicht vor, ist der Vertrag zunächst "schwebend unwirksam". Das heißt: Erst wenn die Eltern den Vertrag genehmigen, wird er wirksam. Dazu müssen aber nicht beide Elternteile unterschreiben. Es reicht aus, wenn einer den anderen zum "Ja" bevollmächtigt. Verweigert dagegen auch nur ein Elternteil seine Zustimmung, kommt der Vertrag nicht zu Stande." Quelle: verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Prinzipiell kann ein Girokonto für Minderjährige nicht überzogen werden, jedoch gibt es Fälle, in denen dies doch möglich ist. Daher stellen manche Banken für Minderjährige überhaupt keine Giro-, sondern nur Sparkonten aus.

Beide Erziehungsberechtigte haben das Recht, der Kontoeröffnung zu widersprechen, denn formal müssen beide der Kontoeröffnung zustimmen. Bei einem Sparkonto wäre das anders, denn dies erlaubt keinen Zahlungsverkehr wie ein Girokonto und kann definitiv nicht überzogen werden. Ob man das allerdings in die Hände eines 11-Jährigen geben will, ist eine andere Frage.

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