Was passiert nach der Insolvenz mit meiner Eigentumswohnung?

5 Antworten

Die erste Frage ist, ob die Schulden auf denen die Hypothek basiert überhaupt an der Restschuldbefreiung teilgenommen haben.

Forderungen aus Straftaten nehmen zum Beispiel nicht an der Restschuldbefreiung teil.

Steuerschulden sind ganz normale Schulden, die auch der Restschuldbefreiung unterliegen. Es gibt nur eine Ausnahme in diesem Zusammenhang: Wenn eine Straftat in diesem Zusammenhang begangen wurde und eine Verurteilung erfolgt ist. Ist keine Verurteilung wg. Steuerstraftaten erfolgt gilt man aus unschuldig, auch wenn Finanzbehörden dies behaupten.

Schreib dem FA mal und bitte um Nennung der Rechtsgrundlage und schicke den Gerichtsbeschluss mit. Wenn eine Antwort da ist, gehst Du damit zum Anwalt. Wenn Du recht bekommst, muss das FA den Anwalt zahlen.

Der Hintergrund ist folgender: Das Insolvenzrecht ist der Bundesrepublik von der EU aufgezwungen worden. Das war eine Vorgabe der EU. Deshalb halten sich Behörden vielfach nicht daran. Weil Behörden unter dem Einfluss von Politikern stehen. Gerade bei Finanzbehörden ist der Einfluss von Politikern enorm. Es auch gibt Minister-Erlasse, die die Umsetzung von Recht (Gerichtsurteile) verhindern.

Schon allein an den vielen negativen Antworten hier merkst Du das das Insolvenzrecht von vielen in der Bevölkerung nicht akzeptiert wird. Andere Länder in der EU sind da weiter als Deutschland.

Naja, der Dritte Absatz ist Blödsinn. Die Finanzämter halten sich an die Vorgaben der Insolvenzordnung, auch wenn sie sie für dämlich halten. Das zeichnete und zeichnet Deutsche Behörden seit Jahrzehnten aus. Sie erledigen ihre Aufgaben ohne wenn und aber.

Bei keiner Behörde ist der Einfluss der Politik so gering wie bei den Finanzbehörden; die Insolvenzordnung war auch kein Zwang der EU, sondern eine dämliche Idee aus der Mittag des Bundestages um eine Abwanderung von Firmen nach Großbritannien einzuschränken. Angeblich sei ein Insolvenzrecht wichtig für eine Wirtschaft. Diverse Deutsche Händler oder Kaufmänner drehten da wohl im Grabe um; bei denen galt noch der Merksatz: "Lieber tot als konkurs" und "Jeder Konkurs ist eine Schande".

Und auch auf diesen Gedanken fußt die Abneigung gegen das Insolvenzrecht. Allein die Idee, dass jemand Rechnungen nicht bezahlt, irgendwann schuldenfrei wird und dann erneut wieder Leute prellen kann, die muss jedem der für sein Geld arbeiten geht sauer aufstoßen.

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@Meandor

Also das die Deutsche Bank von Steuerzahlung beim Verkauf eine Milliarden Aktienpaket per Minister-Erlaß befreit wurde, stimmt also nicht?

Im übrigen geht es nicht um Firmeninsolvenzen, sondern um Privat-Insolvenzen. Nahezu alle EU-Länder hatten eine solche Möglichkeit nur D nicht. Es ist ja nicht so, das alle Menschen selbst verschuldet in solch eine Lage geraten. Nein sie gelangen häufig unverschuldet in solch eine Lage. Müssen als Beispiel als mittellose Ehepartner mit unterschreiben und natürlich überall steht gesamtschuldnerisch drin in jedem Mietvertrag. Auch durch Krankheit werden viele Menschen zahlungsunfähig. Natürlich werden Forderungen weiter verkauft und Schuldner mehrmals abgeschöpft. Da die Bevölkerung älter und somit auch kranker wird, kommt das automatisch häufiger vor unverschuldet.

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@hildefeuer

In dem Moment wo ich mich in eine gesamtschuldnerische Haftung ziehen lasse, bin ich mitschuld und nicht mehr unschuldig.

Das Deutsche Recht geht von mündigen Bürgern aus... Und das ist ein Problem für viele Schuldner.

Und bei jeder Schuld, auch bei einer gesamtschuldnerischen Mietschuld geht voraus, dass der andere Gesamtschuldner zahlungsunfähig wird. Hier kann man ansetzen; dass nennt sich Schadensbegrenzung.

Wenn ich mich dann nur auf eine Dummchenrolle (nicht geschlechtsspezifisch) zurückziehe und den anderen einfach machen lassen, dann bin ich ebenfalls Mitschuld.

Es wird Niemand zu irgendwelchen Schulden gezwungen; es gibt immer andere Alternativen.

In der ersten Schulungseinheit Zwangsvollstreckung wurde gelehrt, es gibt nur zwei Arten von Schuldnern: "Arme Schweine und Verbrecher".

Entweder es gab einen Schicksalsschlag; dann sollte man den Leute den Weg weisen, wie sie wieder auf die Beine kommen; aber gehen, müssen sie diesen Weg alleine.

Ansonsten behandelt man sie wie Verbrecher: Keine Raten, keine Aufschübe, Pfändung bis zum Sozialfall und dafür Sorgen, dass sie nie wieder Schulden machen können.

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@hildefeuer

Und was den "Minister-Erlaß" betrifft; es ist ein Unterschied, wenn behauptet wird, Politiker würden verhindern, dass Behörden Gesetze einhalten.

Nach der Abgabenordnung ist ein Erlass von Steuern möglich. Das verwaltungsinterne Zeichnungsrecht für Erlasse in Millionenhöhe liegt bei der Oberbehörde in Abstimmung mit dem Ministerium.

Das ist ein ganz normaler behördlicher Vorgang. Ob die Deutsche Bank zu diesem Zeitpunkt erlasswürdig und erlassbedürftig war, kann ich nicht beurteilen, da ich die Akten nicht kenne.

Aus meiner eigenen dienstlichen Erfahrungen kann ich jedoch sagen, dass wir in den Finanzbehörden im Vergleich z.B. zu den Polizeibehörden sehr unpolitisch unterwegs sind.

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@hildefeuer

Und zum Punkt EU-Länder und Insolvenzen. Deutschland hatte die Konkurs- und die Vergleichsordnung und das reichte, denn das reichte aus, um die Wirtschaft am Leben zu halten. Kaputte Betriebe gehen Konkurs; angeschlagene aber funktionsfähige Betriebe vergleichen sich und das Leben geht weiter.

Die Ansicht war einfach, dass Privatleute die sich selbst in Schulden reiten, aus diesen auch wieder rausfinden müssen. Ein Unternehmer trägt ein unternehmerisches Risiko; ein Arbeitnehmer hat ein regelmäßiges Einkommen und muss damit eben auskommen; tut er das nicht, ist das sein Problem und kein Problem für das die Gesellschaft aufkommen muss.

Ich hab mich in den Inso-Verfahren oft gefragt, warum jemandem, der zwölf völlig überteuerte Handyverträge abschloss, nur um an zwölf dämliche Handys innerhalb von drei Jahre zu kommen, warum man diesem die Schulden erlässt; vor allem, wenn man dann die Wohnung durchsucht und die Handys liegen mit zerbrochenen Displays und sonstigen Schäden in der Wohnung.

Wie in der anderen Antwort auch gesagt; das Deutsche Rechtssystem setzt auf mündige Bürger; auf Leute die Verträge lesen und verstehen, bevor sie unterschreiben. Wer sich sehenden Auges in Schuldenfallen stürzt, der verdient es nicht gerettet zu werden und ich darf das sagen; ich hielt mich auf für cleverer als der Rest und stand mit 19 kurz nach der Ausbildung mit 25.000 Euro Schulden da.

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@Meandor

Du bei dem Satz habe ich aufgehört Deine Abhandlung zu lesen. weil sie schlichtweg nicht der Rechtslage entspricht:

"Und bei jeder Schuld, auch bei einer gesamtschuldnerischen Mietschuld geht voraus, dass der andere Gesamtschuldner zahlungsunfähig wird."

Nein nein das ist schlichtweg falsch. Juristisch betrachtet kann ein Gläubiger sich an jeden der gesamtschuldnerisch haftet, wenden und die Zahlung durchsetzen ggf titulieren lassen. Der andere muss nicht insolvent sein, nein er muss einfach nicht zahlen wollen.

Sind Dir denn Vermieter bekannt, die Ehepaaren Wohnungen ohne diese Klausel anbeiten? Nein es gibt schlichtweg keine Wohnungen ohne diese Klausel. Es sei denn man hat Anteile einer Wohnungsbaugesellschaft.

Da Du ja in der Lage bist, alle Verträge sofort rechtlich zu verstehen, mal eine Denkaufgabe für Dich:

Du hast Zahnschmerzen, gehst zum Zahnarzt.m, bist Kassenpatient. Weil Du nun in einer fremden Stadt bist, bist Du bei dem Zahnarzt neu. Dir wird ein Fragebogen zur Ananese gereicht und ein Durchschreibeformular wo Du eine Abtretung unterschreiben sollst.

Welche Rechtliche Fallstricke verberten sich in der Abtretung?

Folgende Fragen solltest Du Dir in diesem Zusammenhang stellen:

Bleibst Du dann Kassenpatient?

Wenn der Zahn gezogen werden muss und später ersetzt würde, bleibst Du dann auch Kassenpatient?

Wenn Dir jetzt Implantate angeboten werden und Deine Forderung dann verkauft wird, kann der Arzt bei Streitigkeiten als Zeuge auftreten?

Wenn der Faktor dann im Ausland sitzt, welches Recht gilt dann?

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@hildefeuer

Okay, das Wort "zahlungsunfähig" war falsch gewählt. Aber trotzdem.

Ist es ein Fehler einen Mietvertrag abzuschließen? Nein.

Ist es ein Fehler einen Mietvertrag abzuschließen der eine gesamtschuldnerische Haftung beinhaltet? Nein.

Ist es es Fehler das zu tun mit einer Person über deren Einstellung zu Geld man nichts weiß? Ja.

Ist es ein Fehler seinem Mitgesamtschuldner in finanziellen Dingen voll zu vertrauen und zu glauben, dass alles gut geht? Ja.

Wenn ich eine gesamtschuldnerische Haftung eingehe, dann erwartet der Gesetzgeber von mir auch ein gewisse Pflichterfüllung; und wenn ich Anhaltspunkte dafür feststellen, dass die gesamtschuldnerische Schuld von meinem Mitschuldner nicht entrichtet wird, dann muss ich mich darum kümmern.

Im Regelfall geht dem vollstreckbaren Titel ein Mahnbescheid voraus, und dem Mahnbescheid irgendeine Art von Zahlungserinnerung in der Verzug festgestellt wird.

Titel fallen nicht vom Himmel und man kann sich dagegen wehren. Bevor es zu einem Titel kommt, gab es eine Vorgeschichte und es gab Versäumnisse.

Ich bin Privatpatient und nahezu bei jedem Arztbesuch bekomm ich ein halbes Dutzend Zettel, vor allem, wenn ich neu dort bin. Da sind auch Abtretungen dabei; und wenn ich die nicht verstehe, dann frage ich warum ich irgendwas abtreten soll.

Ich bin nicht in der Lage alle rechtlichen Verträge sofort zu verstehen und zumindest ich war bereits ein Mal in der Lage mit akuten Schmerzen einen Arzt zu verlassen, weil ich das Zettelwerk für unseriös hielt. Es war mit Anstand eine der schlimmsten Nächte meines Lebens. Aber ich wuchs auch mit dem Merksatz auf: "Lieber tot als Konkurs".

Bei dem von Dir geschilderten Vorgang fallen mir lediglich noch Begriffe ein wie "Ausnutzen einer akuten Notlage", Nötigung, Sittenwidrigkeit... aber das ist etwas für Anwälte.

Ich hab mich einmal auf Grund eigener Dummheit verschuldet, einmal auf Grund von naiver Verliebtheit und beides hat mich zu einem leidenschaftlichen Zwangsvollstrecker gemacht.

Die einzigen Schuldner mit denen man wirklich Mitleid haben muss, sind die, die von Kriminellen geprellt wurde. Nahezu alle anderen hatten mehr als eine Chance der Notlage zu entkommen.

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jetzt frage ich mich warum war ich die ganzen Jahre in insolvent, wenn ich am Ende doch noch zahlen muss und nicht schuldenfrei bin?

Schmunzel ...... und Du erwartest jetzt wirklich, dass Deine Gläubiger- der Staat/ die Steuerzahler - auf ihre Forderungen verzichten und Dein Vermögen nicht angetastet wird?

Heute gerade lese ich das der Steuerzahler 28jährigen Bürgermeistern ein Ruhegehalt von 4000€ finanziert. Also einmal Bürgermeister 5 Jahre lang und man braucht nie mehr arbeiten ab 33. Geht doch.

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@hildefeuer

Oh, welches Bundesland ist das?

Bei uns muss ein Bürgermeister zwei Amtsperioden absolvieren, dass er Ruhegehaltsansprüche erwirbt.

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@Meandor

in Niedersachsen, aber da merkt man wieder, was so im öffentlichen Dienst alles läuft. Auch mit 2 Amtsperioden ist das dann auch sehr üppig. Durchschnittverdiener muss dafür über 100 Jahre arbeiten.

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@hildefeuer

Aber es geht auch nicht um Durchschnittsverdiener. Bürgermeister sind Wahlbeamte. Er lässt sich auf acht Jahre wählen und sein vorheriger Job oder sein Unternehmen ist weg; da wartet nichts mehr auf ihn und er muss schauen wie er/sie wieder reinkommt.

Zwei Amtsperioden bedeutet sechzehn Jahre raus, drei Amtsperioden heißt 24 Jahre raus. Wie will man so jemanden wieder in ein Arbeitsleben eingliedern?

Und die Pension bemisst sich nun Mal nach der Stelle. Wenn der Bürgermeister eine A16 Stelle hatte, dann bekommt er dann halt auch eine Pension nach A16.

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Hast du geglaubt, du wirst deine Schulden los und darfst die Wohnung schuldenfrei behalten? So funktioniert das nicht

Ja das habe ich gedacht deshalb musste ich in Insolvenz gehen, und ein Freund war auch in Insolvenz, jetzt ist er schuldenfrei und kann sogar wieder Kredit aufnehmen, das möchte ich ja gar nicht, nur meine Wohnung wollte ich zurück

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Und die armen, armen Gläubiger, die bereits viel Geld verloren haben, die sind Dir natürlich sowas von egal!

Drück mal schön ab, wenn Du das raus haben möchtest 👍👌👍👌

Das habe ich nicht gesagt das sie mir egal sind. Aber vor der Insolvenz war ich denen auch egal. Dein Kommentar ist zum lachen, ich habe eine normale Frage gestellt, aber auf so eine Antwort verzichte ich

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@Walter87

👎👎👎👎👎👎👎👎👎👎

"Aber vor der Insolvenz war ich denen auch egal."

DU hat SCHULDEN gemacht und nicht bezahlt, nicht die anderen!

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