Was passiert mit Immobilienkredit bei Eurocrash?

3 Antworten

Da lohnt ein Blick auf die Rechtsprechung des Reichsgerichts zur großen Inflation der 20er-Jahre. Da wurde auf Anpassung an die geänderten Umstände entschieden.

Bei der Währungsreform nach dem II.WK erwischte es die Eigentümer nicht minder übel. Der Staat schöpfte durch die Hypothekengewinnabgabe jeden Vorteil ab:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Hypothekengewinnabgabe

Also lass die Hoffnung fahren, durch einen Eurocrash schuldenfrei zu werden.

@privatier59

Was ist gemeint mit lass die Hoffnung "fahren"? Schuldenfrei, das sagte mir der Banker letztens in diesem Kontext auch. Klingt eher wie im Märchen für mich und Wikipedia beschreibt es ja auch so, dass man in dem Fall quasi noch mehr Schulden hätte als vorher...

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@Minihai1981

Die Frage klingt danach.

Im übrigen werden Immobilien in gesuchter Lage weiter ihren Wert behalten. Nur darf man sich in Krisenzeiten nicht den Gewinn erhoffen den man in den vergangenen Jahren gesehen hatte.

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@Privatier59

Ich will keinen Gewinn rausschlagen, das ist nicht mein Thema. Es geht mir um Altersvorsorge... bis vor Corona war das gefühlt noch alles safe mit dem invest in eine Immobilie. Jetzt fühlt es sich halt für mich nach dem Gegenteil an

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@Minihai1981

Ich habe Immobilieninvestitionen nie als selbstverständlich "safe" angesehen. Es gibt eine Menge Leute die sich durch Immobilieninvestitionen ruiniert haben, ohne Währungsreform und Eurocrash. Stichworte sind Ostimmobilien nach der Wiedervereinigung oder Schrottimmobilien. Daneben gibt es die vielen kleinen Tragödien durch unerwartete Sanierungen, Ehescheidungen, veränderte Sozialstrukturen im Stadtteil, Mietnomaden, um nur einige Störfaktoren zu nennen. Nur, so etwas weiß man doch schon vorher!

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@Privatier59

DH

Ein Immobilieninvest auf Kredit ist für einen normalen Menschen schon immer das größte finanzielle Risiko, das er eingehen kann.

Corona ändert daran nichts.

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@Privatier59

Die genannten Faktoren schaut man sich ja natürlich vor dem Kauf genauestens an. Es war keine Spontanentscheidung sondern ist mit langer Vorbereitung und Recherche gereift. In meiner Gegend haben die allermeisten Immobilienbesitzer ihre Werte in den letzten 15 Jahren verdoppeln können und dabei fantastische Anschlussfinanzierungen bekommen. Eine plötzliche Corona Krise in diesem heftig zu befürchtendem Ausmaß (wenn man glaubt was die Wirtschaftspropheten schreiben) hat aber einfach keiner kommen sehen.

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Kann als Antwort noch die Einlagensicherung bis 100.000 € erwähnen.

https://www.bundesbank.de/de/aufgaben/bankenaufsicht/einzelaspekte/einlagensicherung/einlagensicherung-597886

Bei einem 500 Mrd. € Rettungsschirm für Alle in D (lt. Süddeutsche von heute im Plan der Bundesregierung - letzte Woche sprach man von "nur" 98 Mrd. €) wird der ganz große Chrash zu verhindern gesucht.

Allerdings steigt mit all diesen Anstrengungen, die im gesamten Euro-Raum so ähnlich vollzogen werden müssen, ganz erheblich das Inflationsrisiko.

Zu Hause fragen wir uns - wir sind keine Finanzexperten - warum der Börsenhandel weltweit nicht schon vor 3 oder 4 Wochen einfach ganz ausgesetzt wurde => Kurzarbeit Null für alle Börsen.

Die Pandemie könnte endlich DIE entscheidende Kehrtwende hin zur Postwachstumsgesellschaft - Degrowth - bedeuten! :-)

http://www.postwachstumsoekonomie.de/

Europrobleme, Währungsreform und vieles mehr tangieren dich nicht. Gefühlt rücken Deutschland und Europa eher zusammen!

Eine Rezession, wie sie die Entwicklung der Unternehmenspreise in den letzten vier Wochen erwarten lässt, hat aber weit reichende Auswirkungen. Am wichtigsten ist, dass du deine Annuität zahlen kannst, was je nachdem auch mit Arbeitslosengeld oder halbem Umsatz gehen sollte.

Immobilienpreise können deutlich sinken. Die Konsequenzen wären eine eigene Frage, hängen aber von einer mittelfristig vollkommen unsicheren Zukunft ab und sind sehr individuell zu beantworten.

@Rat2010

Danke für die Antwort. Dass Europa mehr zusammenrückt sehe ich gerade ganz und gar nicht. Für meinen Geschmack ist genau das Gegenteil der Fall und zwar nicht nur bei Corona, aber das könnte nun das Fass zum überlaufen bringen.

Zu den Annuitäten: Arbeitslosigkeit wäre natürlich fatal, besonders jetzt wo eben auch noch die ganzen Nebenkosten des Kaufes fällig werden. Miete wäre ja aber auch zu bezahlen was alleine bei den heutigen Mietpreisen genauso beängstigend wäre zumindest langfristig.

Ist man heute mit einer Immobilie als Altersvorsorge überhaupt noch gut beraten?

Ob es denn ne reelle Chance gibt, den Vertrag aufgrund der derzeitigen Ereignisse und den plötzlich entstandenen Unsicherheiten bzgl. der Existenz rückabzuwickeln?🤔

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@Minihai1981

Empfehlung einer sehr unterhaltsamen und zugleich sehr lehrreichen Buchlektüre. Erstausgabe von 2005:

Alexander Graf von Schönburg-Glauchau

Die Kunst des stilvollen Verarmens: Wie man ohne Geld reich wird

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@Minihai1981

Es gibt keine günstige Chance, den Vertrag rück-abzuwickeln. Es ist ja nichts passiert, das so was begründen könnte. Der Verkäufer würde sich das also tendenziell teuer entlohnen lassen.

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@Rat2010

Ja das befürchte ich leider auch. Nachdem nun sogar Mieten erlassen werden aufgrund von Existenznöten und wer weiß was noch alles kommt, hatte ich gehofft, dass der Grund höhere Gewalt reichen könnte.

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@Minihai1981

Wo werden Mieten erlassen??? Ich denke, du solltest deine Realitäten checken.

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@Rat2010

Er meint das hier:

Schutzschirm für Mieter und Schuldner

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/coronavirus-staatshilfe-fuer-hartz-iv-privatschuldner-soloselbstaendige-a-37e8f2ce-3f88-4702-b08a-f711c4fc2395

.... Zum einen soll verboten werden, Mietern zu kündigen, die wegen des Corona-Crashs in Turbulenzen geraten.

Ein ähnlicher Schutz soll auch für Schuldner gelten, die unverschuldet nicht mehr ihre Raten zahlen können, etwa für das Eigenheim. Bei Darlehen soll es eine gesetzliche Stundungsregelung geben.

In der entsprechenden Gesetzesvorlage wird die Möglichkeit einer Verlängerung der Fristen für die Erleichterungen für Mieter und Schuldner um ein Jahr angelegt. "Sollte sich herausstellen, dass der Zeitraum von April bis September 2020 nicht ausreichend ist, (...) wird dem Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz (...) die Möglichkeit eingeräumt, die (...) Befristungen (...) bis höchstens zum 31. Juli 2021 zu verlängern."

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@Rat2010

du solltest deine Realitäten checken.

Fatalismus?!

Besonders Menschen, die in ihrem Leben noch nie existenzielle Krisen erlebt haben oder mit diesen Krisen nicht oder nur schlecht fertig geworden sind besonders anfällig für fatalistische Haltungen: https://de.wikipedia.org/wiki/Fatalismus

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@Maerz2019

Was soll das mit dem Erlass von Mieten zu tun haben?

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