Frage von hierbinich, 45

Was passiert mit einem Verlustvortrag (Aktienverkäufe) wenn eine vereinfachte Steuererklärung abgegeben wird?

Im Jahr 2016 habe ich 2 TEuro Verlust mit Aktien gemacht. Die kann ich als Verlustvortrag feststellen lassen. Für 2017 überlege ich, ob ich Aktien mit Gewinn verkaufe, aber innerhalb des Sparer-Pauschbetrages. Wenn ich dann für 2017 eine vereinfachte Steuererklärung abgebe, kann dort nirgendwo angekreuzt werden, dass ich einen Verlustvortrag zum Verrechnen habe. Das will ich auch nicht, sondern will mir diesen für später aufheben. Wenn ich dann für 2018 eine normale Steuererklärung abgebe, kann ich dann den kompletten Verlustvortrag aus 2016 mit eventuellen Gewinnen in 2018 verrechnen lassen, und wie behandelt das Finanzamt das Jahr 2017? Bleibt es unberücksichtigt, oder wird es pauschal mit 801 Euro Gewinn angesetzt, oder...?

Antwort
von Petz1900, 28

1. der Computer weiß das aber

2. das kann man sich nicht aussuchen, wenn möglich, wird der in 2017 verrechnet

Kommentar von hierbinich ,

Hm, so richtig hilfreich ist die Antwort nicht:

1. Ich will wissen, was der Computer weiß, um mein Handeln danach zu orientieren.

2. In 2017 zu verrechnen geht nur, wenn

a) Informationen über 2017 vorliegen. Das ist nur insofern der Fall, als ich durch die vereinfachte EStErklärung angebe, nicht mehr al 801 Euro Kapitalerträge gehabt zu haben. Wie soll der Computer mit dieser Information verrechnen können?

oder sonst

b) Annahmen getroffen werden. Nur welche?

Kommentar von Petz1900 ,

1. so geht's nicht, sondern nach dem Gesetz. Und der Computer des FA ist nach dem Gesetz programmiert und bei Verlustvorträgen sehr nachtragend.

2. Ratschläge zur Steuerhinterziehung werden hier nicht gegeben. Steuerhinterziehung beginnt, wenn man dem FA entscheidungserhebliche Tatsachen verschweigt

Kommentar von hierbinich ,

Ich habe heute mit meinem Sachbearbeiter beim FA länger telefoniert. Zuerst habe ich ihn obige Frage gestellt und die Zusatzinformationen genauso wie hier geschildert gegeben. Dann hat er ein paar schlaue Fragen gestellt, hat sich mit einer Kollegin kurz beraten und mir dann folgende Antwort gegeben:

Der Computer ist so programmiert, dass Jahre, in denen eine vereinfachte Steuererklärung abgegeben wird, in bezug auf einen existierenden Verlustvortrag unberücksichtigt bleiben. Dies gilt unabhängig davon, ob es Verluste aus Aktiengeschäften sind oder aus sonstigen Kapitalerträgen. Dies gilt in meinem Fall umso mehr, als ich nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet bin.

Hintergrund: Der Computer verrechnet den Verlustvortrag mit den Erträgen des aktuellen Jahres und erstellt einen aktualisierten Verlustvortrag. Wenn aber im aktuellen Jahr eine (berechtigte) vereinfachte Steuererklärung abgegeben wird, gibt es keine Kapitalerträge, die zu erklären wären, da sie erklärtermaßen unter dem Sparer-Pauschbetrag liegen. Folglich gibt es keinen Eintrag im Computer in den Feldern für Kapitalerträge, ergo wird der Verlustvortrag unverändert so lange in die Zukunft fortgeschrieben, bis ein Kapitalertrag zum Verrechnen erscheint.

Ich habe explizit gefragt, ob ich so lange eine vereinfachte Steuererklärung abgeben kann (sofern die sonstigen  Voraussetzungen erfüllt sind), bis es sich lohnt, den Verlustvortrag anzuzapfen. Diese Frage wurde bejaht.

Hiermit habe ich meine eigene Frage zu meiner vollen Zufriedenheit beantwortet!

PS. Was meine Einstellung zur Steuerhinterziehung betrifft, so halte ich es mit Jesus: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!"

Kommentar von Petz1900 ,

Ich habe nichts anderes behauptet.
Ob eine vereinfachte allerdings ausreichend ist kann  ich nicht beurteilen, ich kenne deine Einkünfte nicht.

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