Was passiert mit Aktien, wenn Unternehmen pleite geht, wie gerade eben LOEWE?

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Aktien verbriefen ein Stimmrecht und ggf. ein Dividendenrecht an einem Unternehmen. Wenn dieses Unternehmen in die Insolvenz geht, bleiben diese natürlich bestehen. Allerdings wirst Du keinen sinnvollen Preis mehr dafür erzielen, da das Ergebnis des Insolvenzverfahrens ungewiß ist.

Es kann nun also drei mögliche Varianten geben:

  • Das Unternehmen geht aus der Insolvenz gestärkt hervor und führt die Geschäfte neu geordnet oder ggf. nur in fokussierten Bereichen fort. Aktien notieren weiter, ggf. jedoch in einer anderen Größenordnung als zuvor.

  • Das Unternehmen wird übernommen. Hierzu macht ein Investor ein Aufkaufangebot für die ausstehenden Aktien. Diese Variante wird nur dann angewandt, wenn im Prinzip ein Investor den vorigen Fall absieht und das Unternehmen in der geschwächten Phase übernehmen will... vielleicht auch nur, um bestimmte Assets wie Patente oder Kundenbeziehungen zu akquirieren. Der Preis für das Aufkaufangebot wird recht gering ausfallen.

  • Das Unternehmen geht unter und wird seine Verpflichtungen nicht bedienen können. Der Geschäftsbetrieb ist nicht weiterzuführen. Die Aktien bleiben i.a. bis Abschluß des Insolvenzverfahrens (was einige Zeit dauern kann) börsennotiert (bzw. zumindest an einer Börse notiert). Danach erfolgt ein Delisting. Anleger, die die Aktien halten, können sie wertlos aus ihren Depots buchen lassen. Es handelt sich um einen steuerlich nicht verwertbaren Totalverlust.

Daher: zeichnet sich die dritte Variante ab, so ist ein Verkauf der Aktien - auch für einen minimalen Betrag - immer noch der beste Weg, da so zumindest die Verluste steuerlich realisiert werden können.

es gibt keine Pauschalantwort darauf. Loewe geht in die Form der Eigenverwaltung in Sachen Insolvenz. Daher ist die Aktie vermutlich nicht vollkommen abgeschmiert. Loewe hat noch gute Chancen, dass alles gut wird und das Geschäft weiter läuft.

Wenn du dir ein Bild machen willst, was passiert, dann schau dir Aktien von anderen Fällen an: Arcandor, Escada, Praktiker etc. Was ist mit den Aktien passiert? Sie sind ins Bodenlose gefallen, teils sind sie noch an der Börse und dümpeln als Pennystock dahin.

Es gibt nicht die Insolvenz und auch nicht den Standardfall. In den meisten Fällen jedoch ist eine Insolvenz schlecht für Aktionäre. Dass eine insolvente Firma wieder aufersteht an der Börse, ist eher die Ausnahme.

Im Falle von Loewe ist der Unterschied die Eigenverwaltung.

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