Was passiert bei einer Abwicklung, wenn das Vervmögen nicht reicht ?

...komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Du hast ja schon mehrere Fragen zur sog. Abwicklung gestellt.

Die gemeinte Abwicklung ist die Auflösung der Gesellschaft WestLB. Zur Begleichung sämtlicher Fremdverbindlichkeiten werden die Vermögensgegenstände liquidiert, also verkauft und zu Geld gemacht.

Dann folgt Schritt 2:

1.Werden danach nicht alle Fremdverbindlichkeiten (z. B. Anleihen, Spareinlagen, erhaltene Kredite) bedient, könnte die Gesellschaft insolvent werden, wenn die Gesellschafter diese Schulden nicht übernehmen sollten.

ODER

2.Werden danach alle Fremdverbindlichkeiten bedient, wird der Rest an die Gesellschafter (Aktionäre) ausgezahlt.

Allerdings ist die Liquidierung des Vermögens teilweise recht schwierig, weil dort natürlich die Schuldner noch zuzustimmen haben. Die WestLB kann z. B. Dir nicht einfach Deinen Baukredit kündigen. Sie muss also Partner finden, die der WestLB deren Vermögensgegenstände abkaufen, ohne dass die Schuldner zustimmen müssen oder die Zustimmung verweigern.

Auch bei den Fremdverbindlichkeiten gibt es solche unkündbaren Vertragsbindungen, die auf jemand übertragen werden müssen.

ggsicht 08.03.2011, 17:39

Aha....da es aber bei der westLB "nicht reicht" springt deswgen der Staat mit 3 Milliarden "Garantien" ein.

Also stimmt mein Verdacht. Eigentlich insolvent, aber das DARF NICHT SEIN !

0
LittleArrow 08.03.2011, 18:51
@ggsicht

Ich weiß nicht, was bei Dir "Staat" heißt. Jedenfalls ist bei der WestLB nicht bekannt, dass sie insolvent ist. Dazu müßte der Abwicklungsprozess überhaupt erst angefangen und weit fortgeschritten sein.

0
ggsicht 18.03.2011, 09:15
@LittleArrow

Das Land NRW. Es gibt bereits Garantien über 3 Milliarden Euro, aber das wird nicht so breitgetreten, eben DAMIT niemand erfährt, daß eine Insolvenz VERTUSCHT werden soll !

0
LittleArrow 18.03.2011, 12:52
@ggsicht

Dieses Thema wird im NRW-Landesparlament diskutiert und in der Presse berichtet. Die Gewährsträgerhaftung des jeweiligen Bundeslandes ist im übrigen Jahrzehnte alt (nicht erst seit der jüngsten Schieflage der WestLB).

Ich sehe hier keine Vertuschung, sondern allenfalls mangelndes (Lese)Bewußtsein in der (Wahl)Bevölkerung.

0
ggsicht 21.03.2011, 10:54
@LittleArrow

Das ändert nichts dran, daß hier STEUERGELD VERUNTREUT WIRD, und die Lage nicht klar beschrieben ist ! Warum muß die Politik für eine Bank haften !

LAndesbanken sind Gelddruckmascinen der Politik, und kein Bürger blickt es !

0

hatten wir die Frage nicht schon mal?

Dann versuche ich es an einem Beispiel:

  • Abwicklung heisst, ein Geschäft stillegen oder beenden, ohne den Weg über Gericht/ Insolvenzverwalter zu gehen
  • Insolvenz tritt eigentlich nur ein, wenn eine Firma bilanziell überschuldet ist und/ oder keine Liquidität mehr hat.

Nehmen wir an, eine Firma hat

  • cash von 5 Mio
  • verwertbare Vermögensgegenstände von 5 Mio

also in Summe 10 Mio.

Was kostet das Beenden des Geschäfts (alle Mitarbeiter gehen, die Büros werden aufgegeben, alle Verträge gekündigt etc)?

  • (1) weniger als 10 Mio, z.B. 5 Mio?
  • (2) genau 10 Mio?
  • (3) mehr als 10 Mio, z.B. 15 Mio?

Bei (1) und (2) ist sicher eine Abwicklung möglich.

Bei (1) bleiben 5 Mio übrig. Diese bleiben wohl den Gesellschaftern.

Bei (2) geht die Rechnung genau auf. Das Geschäft kann abgewickelt werden, keine Aussenstände bleiben unbezahlt, am Ende bleiben 0 Euro.

Bei (3) ist der Fall ein wenig schwieriger: entweder die fehlenden 5 Mio kommen irgendwoher oder die Gläubiger sind willens, auf Teile ihrer Forderungen zu verzichten. Kommt es zu einer Einigung, so kann abgewickelt werden, es bleiben 0 Euro und die Gläubiger verzichten auf 1/3 (5 Mio) ihrer Forderungen.

Kommt es bei (3) zu keiner Einigung, so kommt es vermutlich irgendwann zur Insolvenz (noch ist ja Geschäft und cash da). Dann kümmern sich Gericht und Insolvenzverwalter um das weitere Schicksal.

Was möchtest Du wissen?