Was muss ein Girokonto bieten um Kontoführungsgebühren zu rechtfertigen?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

was kann ein Girokonto schon mehr bieten als die Verwaltung seines Geldes, Plastikgeld, mit dem man darauf zugreifen kann, in sehr wenigen Fällen Guthabenzinsen, einen Dispo, Onlinebankingzugriff etc. Ein Girokonto ist kein wirklich komplexes Produkt.

Konditionen für ein Girokonto würde ich nur zahlen, wenn ich die Bank sehr gut kenne, es eine sehr lange Beziehung zu denen gibt, die Bank weitere Produkte hat, die ich dann bekomme, wenn ich ein Girokonto dort habe, es ein gut verzinstes Tagesgeldkonto gibt, das sich dennoch lohnt etc etc.

Ein Girokonto allein, das kostet, ist heutzutage vermeidbar.

Man kann nicht ein Girokonto isoliert betrachten, sondern muß ein Gesamtengagement planen.

Wenn beispielsweise eine Bank ein gebührenpflichtiges Girokonto bietet, aber bei den Darlehenskonditionen für das geplante Haus deutlich flexibler und günstiger als andere Banken ist, wäre das ein Grund, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Man kann nicht immer die Einzelkonten für sich betrachten, sondern muß den Vorteil pro Bankengagement prüfen.

Wenn das Konto an ein besonders attraktives Kredit- oder Sparangebot geknüpft ist oder dir die persönliche Betreuung eines Bankberaters sehr wichtig ist wäre es evtl ein Grund sich für ein Girokonto auch mit Kontofürhungsgebühren zu entscheiden.

Das hängt davon ab, welche Leistungen man von seiner Bank erwartet.

Legt man Wert auf Leistungen, die das übliche Standardangebot übersteigen (und bekommt diese auch), dann darf das auch etwas mehr kosten. Die reine Führung eines Girokontos, Abwicklung des üblichen Zahlungsverkehrs und Auszahlungen an Geldautomaten halte ich aber noch nicht für besondere Leistungen.

An sich schon eine kuriose Frage: Arbeitest Du kostenlos? Na also!

Und ob wirklich sehr viele Konten gebührenfrei sind, bezweifele ich. Versuch mal ein Geschäftsgirokonto gebührenfrei zu bekommen. Dann kannst Du aber lange suchen. Und Geschäftsgirokonten braucht schon der, der eine Wohnung vermietet oder häufig im Internet handelt.

Und sehr viele der angeblich gebührenfreien Girokonten können richtig teuer werden wenn man nicht ins Kleingedruckte schaut. Oft sind Mindestumsätze zwingend erforderlich. Besonders dreist sind da die Angebote der Postbank. In der Werbung groß als kostenfrei beworben, sollte man schon beim Standardangebot 1000 Euro monatlichen Zahlungseingang haben. Ansonsten werden 5,90 Euro fällig und das jeden Monat. Da ist manches offen als gebührenpflichtig beworbene Konto billiger.

Generell kann man sagen, dass man bei offen als gebührenpflichtig beworbenen Konten einen besseren Service erwarten kann und oftmals auch hat, z.B. persönliche Betreuung statt Callcentern.

Da gibt es viele Gründe:

persönlicher Service vor Ort, ein umfangreiches Geldautomatennetz, die Möglichkeiten von Münzgeld- und Scheineinzahlungen etc.

2-3 Euro pro Monat für ein gutes Online-Kontomodell bei einer Filialbank sollte jeder haben. Keine Bank arbeitet umsonst - wird also ein kostenfreies Girokonto angeboten muss die Bank das Geld an anderer Stelle wieder hereinholen. Gelingt dies nicht kann das auch mal zur "Kontokündigung" führen bzw. meist lauern die Gebühren im Kleingedruckten.

Versuch mal bei einer Onlinebank eine Vollmacht einzurichten (möglich, aber kompliziert) oder ein Mietkautionskonto zu eröffnen. Das sind banale Dinge, die aber bei einer Filialbank selbstverständlich sind - und im Service inklusive. Aber eben nicht kostenfrei.

Was möchtest Du wissen?