Was kann man tun, wenn ein Unternehmen Jahresabschlüsse verspätet abgibt?

3 Antworten

Dem Gesetz zufolge sind die Jahresabschlüsse spätestens 12 Monate nach Schluss des Geschäftsjahres beim Bundesanzeiger einzureichen. Außerdem besteht eine allgemeine Abgabefrist für Steuererklärungen bis zum 31. Dezember des Folgejahres (sofern ein Steuerberater die Steuererklärungen anfertigt, wovon ich ausgehe).

Leider - oder Gottseidank, jenachdem, won welchem Standpunkt aus man das sieht -  sind diese gesetzlichen Regelungen nur mit stumpfen Schwertern für die Durchsetzung ausgestattet.

Bei der Offenlegung kommt etwa im März/April des Folgejahres ein Ordnungsgeldbescheid über 103,50 Euro, verbunden mit der Auflage, innerhalb von sechs Wochen die Offenlegung nachzuholen. Schafft man das nicht, legt man halt irgendeinen Müll offen, um dem Bescheid über 2.500,00 Euro zu entgehen. Später kann man ja die Offenlegung berichtigen.

Und Steuerbescheide lassen sich fast endlos offenhalten.

Es gibt Steuerberater, die hocken jetzt noch vor den 2013er (!) Jahresabschlüssen und kriegen die bis Ende des Jahres nicht fertig.

Ist eigentlich ein Steuerberater zu Schadensersatz auch gegen den Genußscheininhaber verpflichtet, wenn er den Jahresabschluss zu spät abgibt? Schließlich erfolgt die Auszahlung erst Monate, wenn nicht Jahre, nach den Termin, der sich durch die Gesetzeslage ergibt.

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Da solltest Du Dich an einen Fachanwalt für Wirtschaftsrecht wenden. Der kann prüfen was vertraglich vereinbart wurde und gegebenenfalls juristische Schritte einleiten.

Wie bereits geschrieben, auf Grund der Kosten wollte ich es erst noch vermeiden.

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Steht der Vorbehalt, dass die Rückzahlung des gekündigten Genussscheins erst nach Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt, auch in den Emissionsbedingungen? Wenn nicht, ist dieser Vorbehalt irrelevant.

Zudem dauert es oft lange Monate bis ein erstellter Jahresabschluss auch im Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

Im Übrigen sind Genussscheine nachrangiges Kapital mit einem erhöhten Haftungsrisiko.

Ja, es steht in den Emissionsbedingungen, dass die Auszahlung erst nach den Jahresabschluss erfolgt. Das Unternehmen schiebt die Schuld für die Verspätung auf den Steuerberater. Kann dies sein? Ich vermute eher, dass das Unternehmen sich so ein kostenloses Darlehen nimmt.

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Steuererkl. 2012 d.Verschulden v. Stb. zu spät eingereicht /Säumniszuschl. +Schätzung d. FA droht

Habe Anfang 2013 alle Belege zur Erstellung eines Jahresabschlusses (aus Selbstständigkeit G+V , Umsatzsteuererkl. + Einkommenssteuererklärung) bei meiner Steuerberaterin eingereicht. Diese konnte den Jahresabschluss aus termin- und krankheitsbed. Gründen nicht anfertigen und hat die Belege dann an die Steuerberatungsgesellschaft weitergeleitet, auf deren Rechnung sie arbeitet. Ich habe dann, nach ständigem Nachhaken am 06.09.2013 eine Honorarechnung dieser Steuerberatungsgesellschaft zuges. bekommen, ohne jedoch den Jahresabschluss usw. erhalten zu haben (Rg. habe ich dann nicht bezahlt) Nur die eingereichten Belege habe ich zurückerhalten.Nach ständigem Nachfragen bezügl. des ausstehenden Jahresabschlusses hat mir nun meine Stb. mitgeteilt, dass es Unstimmigkeiten gäbe, die sie noch korrigieren müsste.Dafür bräuchte sie jed. nochmals die Belege.Zwischenzeitl. wurde ich am 04.02.14 zum 1x vom FA an die Abgabe erinnert. Am 12.02.14 gingen die Belege nochmals an die StB. Diese versicherte mir telef.,dass der Jahresabschluss nun in KW 09/14 (24.02.-28.02.14) korrigiert/angefertigt? würde. Seit dem ist absolut nichts passiert! Ich wurde nun vom FA zum 2x angemahnt, mit dem Hinweis, dass ab 08.04. nun Säumniszuschläge anfallen und es nach Ablauf zur Schätzung der Besteuerungsgrundlagen kommen kann. Steuerberaterin wurde per Einschreiben/Rückschein angeschrieben, mir bis heute, Freitag einen verbindl. Abholtermin meiner Unterlagen zu nennen. Ich habe weder einen Termin erhalten, noch kam der Rückschein bis heute wieder bei mir an. Außerdem weiss ich bis heute nicht, ob nun wirklich ein Jahresabschluss gem wurde, oder nicht. Meine konkreten Fragen hierzu: Wie soll ich nun hier weiter vorgehen? Schilderung an FA bereits erfolgt, Frist kann jedoch nicht mehr verl. werden. Wie kann ich die Herausgabe meiner Unterlagen erzwingen (wenn mögl. ohne Anwalt, wegen der Zusatzkosten)? Wer muss die Säumniszuschläge etc.zahlen bzw. kann ich alle anfallenden Kosten dann an der Honorarechnung, falls der Jahresabschluss dann irgendwann erstellt ist, einfach abziehen? Die Sache" brennt mir unter den Nägeln", deshalb wäre ich für eine schnelle Antwort dankbar.

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