Was kann man tun, wenn ein Unternehmen Jahresabschlüsse verspätet abgibt?

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3 Antworten

Da solltest Du Dich an einen Fachanwalt für Wirtschaftsrecht wenden. Der kann prüfen was vertraglich vereinbart wurde und gegebenenfalls juristische Schritte einleiten.

Bernd098 09.10.2015, 08:31

Wie bereits geschrieben, auf Grund der Kosten wollte ich es erst noch vermeiden.

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Dem Gesetz zufolge sind die Jahresabschlüsse spätestens 12 Monate nach Schluss des Geschäftsjahres beim Bundesanzeiger einzureichen. Außerdem besteht eine allgemeine Abgabefrist für Steuererklärungen bis zum 31. Dezember des Folgejahres (sofern ein Steuerberater die Steuererklärungen anfertigt, wovon ich ausgehe).

Leider - oder Gottseidank, jenachdem, won welchem Standpunkt aus man das sieht -  sind diese gesetzlichen Regelungen nur mit stumpfen Schwertern für die Durchsetzung ausgestattet.

Bei der Offenlegung kommt etwa im März/April des Folgejahres ein Ordnungsgeldbescheid über 103,50 Euro, verbunden mit der Auflage, innerhalb von sechs Wochen die Offenlegung nachzuholen. Schafft man das nicht, legt man halt irgendeinen Müll offen, um dem Bescheid über 2.500,00 Euro zu entgehen. Später kann man ja die Offenlegung berichtigen.

Und Steuerbescheide lassen sich fast endlos offenhalten.

Es gibt Steuerberater, die hocken jetzt noch vor den 2013er (!) Jahresabschlüssen und kriegen die bis Ende des Jahres nicht fertig.

Bernd098 09.10.2015, 08:37

Ist eigentlich ein Steuerberater zu Schadensersatz auch gegen den Genußscheininhaber verpflichtet, wenn er den Jahresabschluss zu spät abgibt? Schließlich erfolgt die Auszahlung erst Monate, wenn nicht Jahre, nach den Termin, der sich durch die Gesetzeslage ergibt.

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Steht der Vorbehalt, dass die Rückzahlung des gekündigten Genussscheins erst nach Erstellung des Jahresabschlusses erfolgt, auch in den Emissionsbedingungen? Wenn nicht, ist dieser Vorbehalt irrelevant.

Zudem dauert es oft lange Monate bis ein erstellter Jahresabschluss auch im Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

Im Übrigen sind Genussscheine nachrangiges Kapital mit einem erhöhten Haftungsrisiko.

Bernd098 09.10.2015, 08:30

Ja, es steht in den Emissionsbedingungen, dass die Auszahlung erst nach den Jahresabschluss erfolgt. Das Unternehmen schiebt die Schuld für die Verspätung auf den Steuerberater. Kann dies sein? Ich vermute eher, dass das Unternehmen sich so ein kostenloses Darlehen nimmt.

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