Was ist der Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds?

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Offene Immobilienfonds werden staatlich beaufsichtigt und müssen auch staatlich genehmigt werden. Sie unterliegen den Gesetzen der Wertpapiersondervermögen. Die Wertpapiere im Sondervermögen sind bei einer anderen Depotbank und streng getrennt von den eigenen Vermögenswerten aufzubewahren und zu verwalten.

Es dürfen nur Wertpapiere gekauft werden, die an einer Börse gehandelt werden bzw. deren Notierungsaufnahme in den kommenden zwölf Monaten erfolgen wird. Es dürfen nicht mehr als 5% des Fondsvermögens in Wertpapiere eines Emittenten investiert werden. Dadurch ermöglichen sich Investitionen schon ab 50 EUR.

Geschlossene Immobilienfonds - Ein Gesellschaftsanteil, bei einem geschlossenem Immobilienfonds, kann ab 10.000 EUR erworben werden. Sind alle Geschäftsanteile verkauft, wird der Immobilienfonds geschlossen und die Anzahl der Investoren ist damit limitiert. Dies wird meist für eine Baufinanzierung von einzelnen Großprojekten genutzt. Hierbei sollte der Anleger beachten, dass es keine gesetzliche Aufsicht gibt, da ein geschlossener Fonds nicht unter das Kapitalanlagegesetz fällt. Meistens wird der Fonds aber nach den Regeln des IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer) konzipiert.

Ein offener Immobilienfond gibt Anteile aus und läuft ewig. Wenn der Anleger aussteigen möchte gibt er seine Anteile an die Gesellschaft zurück und er bekommt den aktuellen Wert. (Deswegen offen, jederzeit rein und raus).
Das Management des Fonds versucht mit diesem Geld auf dem Immobilienmarkt möglichst erfolgreich zu sein. Also Immobilien zu kaufen und zu vermieten, Immobilien zu kaufen, zu renovieren und zu verkaufen usw.
Der Erfolg hängt also vom Glück, Erfahrung und Können des Managements ab.
Ein geschlossener Immobilienfond gibt einmalig beim Beginn des Fonds Anteile heraus (meist Mindestanlage ca. 10.000 €). Es wird ein konkretes Objekt gekauft (Bürogebäude xy in der Stadt zzz). Bei dem Objekt sind meist alle Daten bekannt wie : Wie ist der Gebäudezustand, wer sind die Mieter, welche Bonität haben die Mieter, wie sind die Mietverträge, wie lange laufen die Mietverträge, gibt es Preissteigerungsklauseln usw.
Aufgrund des Kaufpreises, der Nebenkosten und der Einnahmen wird eine Kalkulation für die nächsten 10 Jahre erstellt und den Anleger eine Erfolgsrechnung präsentiert, ferner wird im Verkaufsprospekt auf evtl. Risiken hingewiesen.
Der Anleger beteiligt sich also direkt an einem speziellen Projekt und erhält seinen Anteil vom Überschuß jährlich ausbezahlt.
Nach den 10 Jahren (ist nur ein Beispiel, es gibt Beteiligungen ab 8 Jahre bis zu 15 Jahren) wird das Objekt verkauft und jeder Anleger erhält seinen Anteil am Verkaufserlös.
Zwischendurch können die Anteile nicht an die Gesellschaft zurückgegeben werden, natürlich können sie frei verkauft, verschenkt und vererbt werden. Da aber zwischendurch auch keine Wertermittlung stattfindet und auch keine geregelte Börse besteht ist der Verkauf nicht so einfach wie bei offenen Fonds.
Im Regelfall wird ein geschlossener Fond mehr Rendite als ein offener Fond bringen, die Fondkosten sind deutlich geringer.
Dafür ist die Verwertbarkeit während der Laufzeit deutlich schlechter.

Die beiden haben nicht viel miteinander zu tun. Es kommt erstmal darauf an, wie viel Geld du8 überhaupt anlegen möchtest. Während es für offene Immobilienfonds schon für geringe monatliche Beträge gibt, solltest für geschlossene Immmobilienfonds schon ein relativ große Summe zur Verfügung stehen. Geschlossene Immobilienfonds sind grundsätzlich sehr viel risikoreicher und sollten nur in Betracht gezogen werden, wenn Verluste zu verkraften sind.

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