Was ist der Unterschied zwischen Emerging Markets und Frontier Markets?

2 Antworten

Eine Definition findest Du in Wikipedia oder bei MSCI. MSCI hat eine hübsche Übersicht:

http://www.msci.com/products/indexes/market_classification.html

Emerging Markets sind zu einem großen Teil schon "Emerged Markets", d.h. sie beginnen ihre Wachstumskurve abzuflachen, stärken den Binnenkonsum zu fokussieren und zeigen stärkere Verschuldungen durch notwendige Investitionen in Infrastruktur und Sozialsysteme. Man findet hier im Vergleich zu den Industrieländern durchaus günstig bewertete Unternehmen und mit steigender Tendenz auch gute Dividendenzahler. Daher gibt es inzwischen einige Emerging Markets Dividend Fonds.

Frontier Markets haben i.a. kleine Marktkapitalisierungen der Börsen und befinden sich erst am Beginn einer wirtschaftlichen Entwicklung und Marktöffnung. Sie haben daher langfristig ein sehr großes Potential, sind zunächst jedoch auch ggf. etwas volatiler.

Grundsätzlich wird man eine Balance zwischen diesen eher künstlich definierten Märkten suchen und Unternehmen nach gewissen Kriterien auswählen, nicht nach einer Zugehörigkeit zu Marktklassifikationen. Es gibt einige Frontier Markets Fonds, die auch Beimischungen der üblichen Emerging Markets enthalten und sehr gut gelaufen sind. Man muß unterscheiden zwischen den rohstofforientierten Ländern wie Brasilien und Russland, die stark am Tropf der Abnehmerstaaten hängen, und den Exporteuren höher qualifizierter Produkte und Dienstleistungen wie z.B. Indien und China. Südafrika gehört eigentlich auch in die zweite Gruppe, da von dort ganz Sub-Sahara-Afrika erschlossen wird.

Geht man davon aus, daß die Emerging/Frontier Markets etwa 30% des Welt-BIP darstellen, kann man durchaus einen Anteil von vielleicht 20-30% im Portfolio hier investieren. Insbesondere sollte man berücksichtigen, daß Unternehmen aus diesen Ländern eine im Vergleich zu Industrieländern geringe Verschuldung und stark wachsende Kundengruppe haben. Marktturbulenzen bestimmter Arten werden also hier nur wenig Auswirkungen zeigen.

Mein Portfolio hat im Aktienanteil 35%, im Rentenanteil 45% Emerging/Frontier Markets.

Den Unterschied weiss Google und Wiki. In gemanagten Fonds wird die Länderauswahl aber nicht danach sondern sehr unterschiedlich erfolgen. Z. B. danach, wo man seine Leute sitzen hat. Je nachdem sind die gut (Arabien) oder nicht so gut gelaufen.

Frontier Markets sind im Vergleich gut gelaufen und haben inzwischen allesamt ein Liquiditätsthema. Kann man also machen, muss man aber nicht. Vor allem weil breit anlegende Emerging Markets-Fonds nicht nur weniger Liquiditätsprobleme haben sondern auch einige Jahre besser laufen können (z. B. wenn die Anlegerschaft nach Alternativen zu den im MSCI World zu starken Ländern sucht).

Im Sparplan würde ich EM vorziehen, weil der Crash nach einer Überhitzung in eine für dich ungute Zeit fallen und je kleiner das Anlagespektrum ist, um so mehr die Rendite beeinflussen kann. Frontier Markets ist ähnlich wie BRIC oder N11 mehr ein Modegag als wirkich interessant. Im Vergleich dazu haben sich EM-Fonds, die flexibel agieren können. Afrika halte ich nebenbei für keinen Modegag sondern langfristig für interessant.

Wenn ja, wie stark in einem offensiven Portfolio?

auch bei offensiven Portfolien gibt es tausend unterschiedliche. Wenn du z. B. als 20-Jähriger monatlich 5.000 € ins Ungewisse aber mindestens 20 Jahre regelmäßig anlegst (also schon Haus, Familie und so weiter hast) kann der EM-Anteil 10 bis 25 % betragen. Abhängig davon ob die restlichen Fonds auch die Region merklich gewichten. Ich stecke bei dem Beispiel möglicherweise 15 % in einen breit anlegenden EM-Fonds und 5 % in einen Afrikafonds. Wesentlich häufiger ist dann aber, dass man für Asien, Asien Nebenwerte und einiges mehr Spezialisten einsetzt.

Die Antwort ist: es hängt davon ab!

Ach so, es sind 500 €/Monat und du bist 25.

Dann ist Platz für 100 €/Monat, die in Emerging Markets gehen. Vielleicht auch 100 breit und 25 Beimischung. Du brauchst ja auch noch Platz für anderes.

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