Was greift zuerst: Testament oder Pfändung?

4 Antworten

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Pfändbar ist nur as Eigentum.

Der Erbe erwirbt ja nur Eigentum an dem Haus, abzüglich des Wohnrechts.

Daher geht das Wohnrecht natürlich den Schulden vor.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Das war halt die Frage, ob erst das testamentsbezogene Wohnrecht im Grundbuch einzutragen ist bevor das Haus Freiwild für Gläubiger wird.
Oder ob der Gläubiger hier, wenn er nur shcnell genug ist, sich einen Rangplatz sichern kann bevor das Wohnrecht (an nachfolgender Stelle und damit praktisch nutzlos) eingetragen werden kann,

Ob also erst alle Testamwentsverfügungen umgesetzt sein müssen bevor das Haus für die Gläubiger greifbar ist

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@densch

Bevor ein Gläubiger eine Sicherungshypothek eintragen lassen kann, muss ja erstmal das Eigentum eingetragen werden. Das Eigentum wird nur bei gleichzeitiger Eintragung der Last (Wohnrecht) eingetragen.

Also keine Gefahr.

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Nicht dass ich jetzt Experte im Erbrecht wäre. Aber: meines Wissens kann man nicht mehr vererben als man hat.

Lesen hilft oftmals weiter. Der Fragesteller ist in diesem Fall Erbe und nicht Erblasser.

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Densch:

Wenn der Schuldner noch nicht als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist, muss ein persönlicher Gläubiger erst über §§ 14, 22 GBO die Berichtigung veranlassen. Er ist sogar berechtigt, den Antrag auf Erteilung des Erbscheins zu stellen, ebenso wie z.B. der Testamentsvollstrecker, der Nachlassverwalter, der Nachlassinsolvenzverwalter.

Zeitlich davor beantragt der Gläubiger wegen seiner titulierten vollstreckbaren Forderung die Eintragung einer Zwangshypothek. Die Forderung muss 750 € übersteigen.

Handelt der Gläubiger zügig, bleibt für den den Wohnberechtigte nur der Grundbuchrang n a c h der Zwangshypothek.

Ob und in welcher Höhe bei der Verteilung des Zwangsversteigerungserlöses für den (nachrangigen) Wohnberechtigten noch ein Ersatzwert verbleibt, hängt bekanntlich von der Höhe der Forderungen der vorrangigen Gläubiger und dem Marktwert und der Marktresonanz der Immobilie ab. Nicht auszuschließen ist das Risiko, dass der Wohnberechtigte leer ausgeht.

„Der frühere in der Zeit ist der bessere im Recht“, deshalb gehört der Vorgang in die Hände eines rührigen Juristen.

Wenn jemand überschuldet ist, hat er nichts zu vererben, außer Schulden.

Der Erblasser ist ja nicht überschuldet

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@densch

Nur der Erbe hat Schulden aus der Zeit vor dem Todesfall

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