Was genau ist der Vorteil von §19 UStG Kleinunternehmer

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5 Antworten

Richtige Antworten bisher. Machen wir doch mal ein Beispiel dazu:

Der Kleinunternehmer KU und der Regelunternehmer RU handeln mit der Ware W. Der Großhändler G verkauft die Ware für 100+Ust=119.

KU und RU wollen beide 20 Gewinn machen.


RU rechnet:

Einkauf 119, Vorsteuer abziehbar --> Kosten also 100

Verkauf für 100+20=120, aber Umsatzsteuer aufzuschlagen = 22,80 ---> Verkaufspreis 142,80.


Jetzt rechnet KU:

Einkauf 119, keine Vorsteuer, also Kosten 119.

Verkauf 119 + 20 = 139. Keine Umsatzsteuer.


Der KU kann also um 3,80 preiswerter verkaufen.


Nur..... haben beide, der KU und der RU, selbst RU als Kunden, so zieht der RU-Kunde von den 142,80 die 22,80 als Vorsteuer ab und hat 120 Kosten.

Kauft er beim KU, hat er 139 Kosten.


Es kommt also auch mit auf den Kundenkreis an, den man bedient.

Wenn Du

  1. Auf nur einen kleinen Teil Deiner Einkäufe Mehrwertsteuer bezahlst und
  2. In erster Linie an Privatpersonen verkaufst, die keine Vorsteuer abziehen können

Dann hat es den Vorteil, weil Du bei Deinen Verkaufspreisen ohne Umsatzsteuer kalkulieren kannst.

Ansonsten gibt es nur den zweifelhaften Vorteil, dass Du keine Umsatzsteuererklärungen und -voranmeldungen abgeben musst.

EnnoBecker 05.03.2013, 19:33

dass Du keine Umsatzsteuererklärungen... abgeben musst.

Doch.

Die muss er.

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senior9 18.04.2013, 16:27
@EnnoBecker

Kleinunternehmer nach §19.1 haben mit Umsatzsteuererklärungen nichts zu tun. Somit ist der Kommentar von EnnoBecker falsch!

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EnnoBecker 18.04.2013, 16:43
@senior9

Heute mal wieder ganz pfiffig, was? ich liebe ja solche unsubstantiierten Behauptungen und die daraus resultierenden Folgerungen. Schneller kann man sich nicht selbst rauskicken :-)

Wozu sind denn deiner Ansicht nach die Zeilen 24 und 25 in der Umsatzsteuererklärung da?

Meiner bescheidenen Ansicht nach, um dem Gesetz (§ 18 Absatz 3 Satz 1 UStG) genüge zu tun. Dort heißt es nämlich: "**Der Unternehmer hat ....eine Steuererklärung .... zu übermitteln*"

Und deine Ansicht ist jetzt welche?

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bislang waren die Antworten eher technisch formal. Ganz egal, wer die Kunden sind:

Was denkt ein Kunde, wenn auf den Rechnung steht "Kleinunternehmer" oder weißt keine Umsatzssteuer aufgrund §..."

Wenn der Kunde einen Profi haben möchte, ist das kontraproduktiv. Die Sichtweise des Kunde sollte immer oben stehen. Ein Vorteil hat die so genannte "Kleinunternehmerregel" nicht!

Kleinunternehmergesetzt

Schon wieder eine Gesetzesänderung oder meinst Du das Umsatzsteuergesetz?

Es geht bei besagter Vorschrift nicht darum, ob Du Unternehmer bist oder nicht. Unternehmer bist Du nämlich auch, wenn Dein Betrieb aus einem Bauchladen besteht und Du an einem Spieltag in der Bezirksliga für 12,22 € Bockwürste verkaufst. Es geht darum, ob Du so viel Umsatz machst, dass Du Umsatzsteuer ausweisen mußt. Wenn Du es nicht mußt, dann kannst Du wählen, ob Du es willst, optieren nennt sich das. Und der Vorteil? Zahlst Du auf den Einkaufspreis Deiner Bockwürste etwa keine Umsatzsteuer? Die kannst Du dann als Vorsteuer abziehen.

der Vorteil? Du weist auf deinen Rechnungen keine USt aus, dafür kannst du keine Vorsteuer geltend machen. Noch ein Vorteil: eine USt-Voranmeldung wie auch eine USt-Erklärung sind nicht nötig.

Damit liegen die Vorteile in weniger Aufwand.

Meandor 06.03.2013, 06:06

Bei den Voranmeldungen geh ich mit Dir konform. Bei der Jahreserklärung aber nicht.

Nur weil das Finanzamt unter Umständen keine haben will, heißt das nicht, dass er keine abgeben müsste.

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