Was genau ist das Welteinkommensprinzip?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Steuern ist eine schwierige Sache. Noch schwieriger, wenn man von verschiedenen Ländern spricht, denn diese haben eine unterschiedliche Vorstellung, was genau wo und wie zu versteuern ist.

Tatsache ist, dass die Steuerpflicht nichts mit der Staatsbürgerschaft zu tun hat - sonst müssten alle Türken, Russen, Polen oder wer auch immer keine Steuern bei uns bezahlen, obwohl sie gut angesehene Bprger dieses Landes sind.

Normalerweise ist deshalb der gewöhnliche Aufenthaltsort oder der Lebensmittelpunkt der Ort, an welchem man unbeschränkt steuerpflichtig ist. Bei Boris Becker war das damals die Besenkammer seiner Schwester oder so. Zumidnest hatte seine Zahnbürste den gewöhnlichen Aufenthalt bei der Schwester, weshalb man annahm, der gute Bobele hätte ebenfalls dort seinen gewöhnlichen Aufenthalt.

Das Welteinkommen wiederum bezieht sich auf alle Einfünfte, welche ein Mensch auf diesem Planeten hat. Grundsätzlich wird bei einem deutschen Staatsbürger in Deutschland das Welteinkommen als Bemessungsgrundlage genommen. Hiervon gibt es in der Regel Gutschriften für Steuern, welche in anderen Ländern angefallen und auch dort bezahlt wurden. Z.B. Immobilienerträge in Griechenland.

Damit die Steuer im Ausland als bezahlt gelten kann, braucht es zwischen den beiden Staaten jedoch ein Abkommen, welches dies regelt. Solche Doppelbesteuerungsabkommen sollten die doppelte Besteuerung ein und deselben Einkommens verhindern oder zumindest abschwächen.

Danke für deine Zeit und die ausführliche Erklärung!

0

Wer einen Wohnsitz in Deutschland hat, ist unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, egal welche Staatsbürgerschaft er hat (Deutsch, EU-Ausländer, Drittausländer oder klingonisch).

§ 8 AO Wohnsitz

Einen Wohnsitz hat jemand dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird.

Wenn der "Star" also hier eine Wohnung hat, dann zahlt er hier Steuern, auch wenn er nie da ist.

Das führt aber im Regelfall dazu, dass er woanders auch Steuern bezahlen muss. Dann kommen die Doppelbesteuerungsabkommen mit ihren 183 Tage Regelungen ins Spiel, die das Besteuerungsrecht meist dem Staat zuspielen, in dem der Steuerpflichtige die meiste Zeit verbringt.

Das besagt dass die in einem Land (z.B. des Wohnsitzes) steuerpflichtigen auf ihr weltweites Einkommen steuerpflichtig sind, unabhängig davon, wo die Einkünfte erzielt worden sind. Deutschland gehört zu den Staaten, die prinzipiell nach Welteinkommensprinzip besteuern. Gilt aber nur bei unbeschränkter Steuerpflicht nach § 1 Abs. 1 EstG (Einkommenssteuergesetz)

nicht die Staatsbürgerschaft ist bei dem Prinzip entscheidend, sondern der Wohnsitz oder der gewöhnliche Aufenthalt.

Wer in D unbeschränkt steuerpflichtig ist, der zahlt hier Steuern auf alle Erträge, die er weltweit erzielt. Die Regeln dafür sind komplex genug.

Wenn jemand in Monaco einen Wohnsitz hat und dort die meiste Zeit des Jahres ist, heisst nicht, dass er hier nicht auch der beschränkten Steuerpflicht unterliegt.


Man erinnere sich an den Fall Boris Becker. Der hatte das Problem mit der Steuer und dem Wohnsitz Monaco.

Was möchtest Du wissen?